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Leidenschaft und Hass

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Seit Wochen hat es nicht mehr geregnet. Da im Winter in den Bergen kein Schnee gefallen war, haben sich im Frühjahrdie Grundwasserspeicher nichtaufgefüllt. Die Menschen diskutieren Theorien über das Warum. Die Regierung muss handeln und schickt das Militär mit Tankwagen voll abgepumptem Wasser aus den Seen zu den Bauern. Der abgelegene Hof der Sutters muss warten – bis es zu spät ist.

Der 13-jährige Gus ist überzeugt, dass die aussergewöhnliche Hitze von einem Asteroideneinschlag verursacht worden ist, der giftige Dämpfe verströmte. Wie sonst als durch kaum wahrnehmbare Gase soll er sich die schleichende Veränderung in seinem Leben erklären. Der Vater hat sein ganzes Vermögen in die Hühnerzucht gesteckt. In der brütenden Hitze müssen nun jeden Tag tote Küken entsorgt werden. Die sonst so schweigsame Mutter quartiert eine fremde Frau auf dem Hof ein und verändert sich zusehends.

Als endlich ein fürchterliches Gewitter kommt, bricht für Gus die Welt auseinander. Der geistig zurückgebliebene Knecht wird von einem Balken erschlagen, der Vater erwürgt fast die Freundin seiner Frau, die verbliebenen Küken ertrinken in den Fluten. Gus verliert mit einem Mädchen aus dem Dorf seine Unschuld.

Der 1964 in Lausanne geborene Autor hat für dieses Buch den Schweizer Literaturpreis 2014 erhalten. Er beschreibt in einer sehr nüchternen Sprache die Beobachtungen des jungen Gus, doch die heraufbeschworenen Gefühle sind das genaue Gegenteil. Die Hitze versinnbildlicht die Leidenschaft, den Hass, die Gleichgültigkeit. Eine bewegende Geschichte für kalte Wintertage.

Roland Buti:«Das Flirren am Horizont», Originaltitel: «Le milieu de l’horizon», Übersetzung Russ Marlies, Verlag Nagel & Kimche.

Barbara Schwaller-Aebischerist Mitarbeiterin der Bibliothek Tafers.

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