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Lektion in Bescheidenheit

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Spitalpfarrerin Frieda Kramer Gerritsen geht in Pension

Autor: Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN

«Lachen mit den Fröhlichen und weinen mit den Traurigen, das ist wohl eine stimmige Beschreibung meiner täglichen Arbeit in der Spitalseelsorge», sagt Frieda Kramer im Gespräch mit den Freiburger Nachrichten, einen Monat nach ihrer Pensionierung.Langweilig wird es der mit einem neuseeländischen Pfarrer verheirateten Frau bestimmt nicht. «Ich möchte endlich wieder gründlich die Bibeltexte in ihren Originalsprachen hebräisch und griechisch lesen und mich um Haus und Garten kümmern. Ich freue mich auch darauf, viel Zeit mit meinem Ehemann, mit Freunden und Bekannten zu verbringen.»

Dienst in der weissen Bluse

Wie muss man sich die Arbeit in der Spitalseelsorge konkret vorstellen? «Ich bin immer in einem weissen Spitalkittel zu den Patienten. Damit wollte ich mich bewusst als Teil des Pflegeteams, der Ärzte und Pflegenden, einreihen. Meine Aufgabe lag in der seelsorgerischen Betreuung. Auf diese Weise wurde mein Amt von den deutsch- und französischsprachigen Patientinnen und Patienten auch klar als Dienstleistung der Institution Spital wahrgenommen», erklärt die Pfarrerin.Sie hatte ein 50 Prozent-Pensum, im Team mit den katholischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Während vielen Jahren hatte sie auch zu 50 Prozent als ausgebildete Sekundarlehrerin in der Berner BFF (Berufs-Fach- und Fortbildungsschule) unterrichtet.

Zuhören ist die Hauptsache

Das Wichtigste sei das Zuhören gewesen. Menschen, die vor einer Operation stehen, für langwierige Untersuchungen im Spital sind oder im Laufe von Jahren immer wieder in Pflege sind, sie alle schätzen Seelsorger, die aktiv zuhören können.Wie weit belasten Schicksale von Patienten die Pfarrerin? «Wissen Sie, ich war immer mit grosser Anteilnahme bei den Menschen. Mit Bewunderung habe ich oft erlebt, wie Patienten in grosser Würde ihr Schicksal ertragen haben. Wenn aber einer im Fluss steht, müssen sie versuchen, ihn zu retten, ohne selber auch mit beiden Beinen in den Fluss zu steigen. Denn sonst gehen möglicherweise beide unter», antwortet Kramer mit einem stimmigen Vergleich.Im Gespräch mit Kollegen, Ärztinnen und Pflegenden habe man sich oft gegenseitig unterstützt.

Im Spitalbett ist man nur sich selber

Als Pfarrerin hat Frieda Kramer oft Sorgen von Patientinnen und Patienten aufgenommen, die so nicht einmal bis zu den engsten Verwandten gelangt sind.«Im Bewusstsein der Schweigepflicht von uns Pfarrern wurde uns sehr viel anvertraut», erklärt sie und meint: «Im Spitalbett kann man sich nichts mehr vormachen, da ist man nur sich selber. Denn wer im Spitalhemd im Bett liegt, Schmerzen hat und sich vielleicht über die bevorstehende Operation ängstigt, der ist nur sich selber. Da fallen Rang und Namen weg».Neben kleinen Gesprächen, oft auch gemeinsam befreiendem Lachen, hat Frieda Kramer mit den Patienten, den Reformierten und Katholiken, oft auch gebetet. Auch das miteinander Beten, gemeinsam mit dem katholischen Priester in der Spital-Kapelle, bleibt in guter Erinnerung. Das Vater Unser oder der 23. Psalm «Der Herr ist mein Hirte» war für die meisten Kranken schon ein schönes Erlebnis. «Meine Arbeit als Spitalpfarrerin habe ich als ein Privileg und als eine Lektion in Bescheidenheit wahrgenommen», resümiert die Pfarrerin.

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