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Les Buissonnets in Feierstimmung

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Zahlreiche geladene Gäste fanden sich gestern am frühen Abend in den Räumlichkeiten der Stiftung Les Buissonnets im Schönberg ein. Jean-François Steiert, Stiftungsratspräsident von Les Buissonnets und SP-Nationalrat, eröffnete die offiziellen Feierlichkeiten für das 50-Jahr-Jubiläum. Seine Begrüssung der Anwesenden war lang: Vier Staatsratsmitglieder waren anwesend, mehrere Nationalräte, Grossräte, Gemeinderäte, ein Oberamtmann, Vertreterinnen verschiedener Verbände–aber auch Angestellte, Eltern und Betreute. «Das zeigt die breite Verankerung der Stiftung», sagte Steiert.

Ein Film und ein Lied

Sechs Institutionen finden sich heute unter dem Dach der Stiftung (siehe Kasten)–darunter auch das Home Ecole Romand. «Eine andersartige Schule für andersartige Kinder»: So definierte Leiterin Brigitte Steinauer ihre Schule, aber auch das deutschsprachige Schulheim. Während zwei Jahren haben die Freiburger Brüder Frédéric und Samuel Guillaume mit den Kindern und Betreuern des Home Ecole Romand einen Film gedreht. «Zwei Jahre Arbeit, eine Stunde Film–aber auch 143 glückliche Schülerinnen und Schüler, weil sie ihre Behinderung überwinden konnten», fasste Steinauer das Projekt zusammen. Ende April läuft der Film im Freiburger Kino Capciné.

Doch nicht nur Erfreuliches kam zur Sprache. So baten die Heilpädagoginnen des Schulheims singend–zur Melodie von «Les Champs Elysée»–um mehr Lektionen für die Integration von Kindern in die Regelklassen. «Förderung macht Kinder stark», sangen sie.

SP-Staatsrätin Anne-Claude Demierre sagte in ihrer Rede, die Andersartigkeit und die Unterschiede machten den Reichtum der Gesellschaft aus. «Das wird aber nicht immer verstanden, und so haben wir noch viel zu tun, um Barrieren und Hindernisse für geistig Behinderte abzubauen.»

Geschichte: Vom Knabenheim zum Buissonnets

L ange lebten Behinderte bei ihren Familien: Das Zusammenleben in Grossfamilien auf Bauernhöfen erleichterte dies ebenso wie die noch nicht bestehende Schulpflicht. «Man nahm in Kauf, dass die Behinderten nichts lernten; dafür waren sie relativ gut in die Gesellschaft integriert», sagt Jean-François Steiert, SP-Nationalrat und Präsident der Stiftung Les Buissonnets. Als Ende des 19. Jahrhunderts die systematische Schulpflicht aufkam, wurden besondere Orte für behinderte Knaben geschaffen. Im Kanton Freiburg wurde 1932 das Institut Ste-Thérèse in La Verrerie bei Châtel-St-Denis eröffnet.

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Pädagogik stark weiter. «Man entdeckte, dass auch Kinder lernen konnten, von denen man bis anhin gedacht hatte, dass sie es nicht können», sagt Steiert. Boten zunächst vor allem Private Schulungsangebote für behinderte Kinder an, übernahm mit dem Ausbau des Sozialversicherungssystems nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr der Staat diese Rolle.

Fünf Jahre nachdem das Gesetz zur Invalidenversicherung in Kraft getreten war, wurde 1965 im Schönberg das Institut Les Buissonnets eingeweiht, das auch die Kinder aus Ste-Thérèse aufnahm. 1972 konnten die ersten Mädchen die Schule besuchen. «Behinderte Mädchen wurden später eingeschult als die Knaben – man hatte den Eindruck, dass sie das weniger brauchten», sagt Steiert. 1975 wurde die Stiftung Les Buissonnets gegründet; sie bot einen Frühberatungsdienst, ein Schulheim und ein Zentrum für Kinder mit einer Hirnschädigung. In den folgenden Jahrzehnten entstanden die Logopädie, die Psychomotoriktherapie und die Ergotherapie. Neue Angebote für behinderte Kinder kamen auf, oftmals initiiert von Eltern.

Heute dreht sich die Diskussion vor allem um die Integration: Wie stark können behinderte Kinder in Regelklassen integriert werden? «Eine Integration bedingt einen grossen Aufwand für die Lehrkräfte», sagt Steiert. Er plädiert dafür, dass das Geld, das durch integrative Massnahmen in den Sonderinstituten gespart wird, in die Integration investiert wird. Auch müsse jeder Fall einzeln betrachtet werden. «Ob eine Integration möglich ist, hängt nicht nur von der Art der Behinderung, sondern auch vom Umfeld ab – von der Lehrerschaft und den Eltern.»

1989 nahm Les Buissonnets erstmals erwachsene Behinderte auf, im Heim- und Beschäftigungsangebot Homato. «Heute stellt sich die Frage, wie wir mit Behinderten im Rentenalter umgehen», sagt Steiert. Es sei neu, dass Behinderte nach ihren Eltern stürben. Dies werde zu einer grösseren Nachfrage führen.

Seit 1993 bildet die Stiftung Les Buissonnets das Dach für sechs Institutionen: Früherziehungsdienst, Home Ecole Romand, Schulheim, Therapiestelle, Homato und Allgemeine Dienste funktionieren eigenständig. njb

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