14.02.2020

Füchse zu schiessen ist unsinnig

«Wir wollen das ganze Tier verwerten» – FN vom 5. Februar

Wenn ich mit einem Gewehr am Strassenrand stehen und auf vorbeifahrende Autos und Lastwagen schiessen würde, wäre spätestens nach zehn Minuten die Polizei zur Stelle und würde mich zu Recht in Handschellen abführen. Da würde auch mein Argument wenig helfen, dass Autos und Lastwagen Fussgänger und besonders Kinder überfahren können. Mein Argument wäre aber nicht ganz abwegig, werden doch gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) jedes Jahr auf Schweizer Strassen im Schnitt 800 Fussgänger schwer verletzt und 100 getötet. Der Fuchs jedoch überträgt nur ganz selten Krankheiten auf den Menschen. Es ist also fadenscheinig, Füchse abzuschiessen, weil sie angeblich Krankheiten auf Mensch und Tier übertragen können, und sein Tun damit zu rechtfertigen.

Niemand kauft übrigens beschädigte Felle von mit Räude befallenen Füchsen. Es können nur Felle von gesunden Füchsen verkauft werden, also ist auch das ein nicht sehr stichhaltiges Argument. Es nichts dagegen einzuwenden, einzelne kranke Tiere von ihrem Leiden zu erlösen. Das ist aber ein sehr kleiner Teil des Bestandes und kann von Wildhütern oder anderen ausgebildeten Fachleuten durchgeführt werden.

Häufig vergessen wird auch, dass Füchse neben Greifvögeln die wichtigsten Helfer bei der Regulierung von Mäusen sind. Feldmäuse sind für Füchse die wichtigsten Beutetiere. So kann ein Fuchs bis zu zwanzig Mäuse pro Tag vertilgen. Ein Fuchs frisst pro Jahr Tausende von Mäusen. Es ist also unsinnig, einen der wichtigsten Helfer der Landwirtschaft systematisch abzuschiessen.