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«Letzter öffentlicher Appell»

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«Letzter öffentlicher Appell»

Gegner der Umzonung in Galmiz mobilisieren sich

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz bekommt weitere Schützenhilfe gegen die geplante Umzonung in Galmiz. Ein Aktionskomitee ist daran, sich zu organisieren.

Von CORINNE AEBERHARD

Dass die geplante Industriezone in Galmiz umstritten ist, beweisen schon die Überschriften, welche Gegner und Befürworter über ihre Mitteilungen setzen. «Die Industriezone Galmiz ist nicht rechtskonform», schreibt Raimund Rodewald, Geschäftsleiter Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL). Die Stellungnahme vom Staatsrat trägt den Titel: «Umzonierung in Galmiz erfüllt alle gesetzlichen Bedingungen.»

Anfangs nächster Woche soll die Umzonung vollzogen werden. Das wollen die Gegner verhindern, andernfalls drohen sie mit Massnahmen. Unterstützt werden sie dabei vom neu gegründeten Aktionskomitee «Nein zu Pharmafabrik im Grossen Moos», welches gestern bereits mit einem ganzseitigen Inserat in verschiedenen Zeitung auf sich aufmerksam gemacht hat. Das sei eine «Bürgerbewegung», erklärte Hans Weiss, ehemaliger Geschäftsführer der Stiftung für Landschaftsschutz und Koordinator der Gruppierung, anlässlich einer Medienkonferenz gestern in Bern. Eingeladen hatte sowohl das Aktionskomitee wie auch die SL, welche die geplante Umzonung im Galmizmoos seit der ersten Stunde bekämpft.

Derzeit ist die Stiftung daran, eine Aufsichtsbeschwerde (eine Art Strafanzeige) gegen den Freiburger Staatsrat vorzubereiten, wie Raimund Rodewald, Geschäftsleiter der SL, bekannt gab. Dies, weil bis zur Umsetzung der Umzonung (anfangs nächster Woche) die verlangte vollumfängliche Kompensation des Fruchtfolgelandes nicht möglich sei.

Reaktion unverständlich

In Freiburg reagierte man gestern gelassen auf diese Pläne, wie Staatsrat Beat Vonlanthen gegenüber den FN bekannt gab. Hingegen zeigte er sich befremdet über das Vorgehen. «Die Stiftung war von Anfang an informiert über das Projekt.» Man habe intensive Gespräche geführt und Rodewald habe gesagt, dass er keine Einsprache machen wolle, da das Bundesamt für Raumentwicklung (Are) sowie der Bundesrat klar gesagt hätten, dass das Projekt nicht rechtswidrig sei. Das Verhalten von Rodewald bezeichnete Vonlanthen als «höchst undemokratisch». Es torpediere das Projekt und missachte den Willen der Bevölkerung. Gemäss Vonlanthen spürt man in der Region die Abneigung gegen das Projekt nicht. Auf der Namenliste des neu gegründeten Aktionskomitees findet man denn auch kaum Freiburger. Täglich kämen aber neue hinzu, hiess es an der Pressekonferenz. Eines der prominenten Mitglieder ist der Zürcher Nationalrat Rudolf Aeschbacher. «Galmiz hat mich aufgerüttelt», sagte er. «Ein Komplex in dieser einzigartigen Zone, völlig losgelöst von einer Siedlung, widerspricht allem, was ich über Raumplanung gelernt habe.» Erwähnt wurde auch, dass sich viele Raumplaner in der Schweiz vom Vorgehen hintergangen fühlten. Untermalt wurden die Argumente mit entsprechenden Fotos der Region. Die angrenzende Anstalt Bellechasse mit ihren über 80 Gebäuden war darauf nur schwach im Hintergrund zu sehen.

Stellungnahme Are kritisiert

Als «skandalös» bezeichnete Raimund Rodewald die Stellungnahme des Are zum Projekt Galmiz, und dass das Projekt auch vom Bundesrat als rechtskonform bezeichnet wurde, führe nun dazu, dass sich der Staatsrat zurücklehnen könne. Damit sei die Raumplanungspolitik der Schweiz schachmatt gesetzt. Dass die Stiftung dagegen ist, bedeute aber nicht, dass sie wirtschaftsfeindlich sei. Es gebe genügend Reserven an Bauland in der Schweiz. Verwiesen wurde auf den Standort Yverdon, der auch noch im Rennen ist.

Lasse man Galmiz zu, dann hätten wir später «100 ähnliche Galmize», meinte Hans Weiss. Es wäre ein «verheerendes Signal für die Raumplanung in unserem Land».

Als weitere Massnahme will sich die SL für ein Verbandsbeschwerderecht für Nutzungsplanungen im Raumplanungsgesetz einsetzen.

Das Schweigen der Bauernverbände

«Aus der Sicht eines aktiven Landwirts» meldete sich im halbleinenen Anzug Alfred Chervet aus Clavaleyres (BE) zu Wort und warnte davor, Kulturland zu verbauen. Werner Grimm, Landwirt in Herrenschwanden, zeigte sich enttäuscht über die Bauernverbände. Weder der Freiburgische noch der Schweizerische hätten sich bis jetzt geäussert.

Aus Landwirtschaftskreisen hört man aber immer wieder, dass das Land bei Bellchasse nicht beste Qualität sei. Das bestätigt auch der Staatsrat. Zudem sei die Zone nicht unerschlossen. Mit den freiburgischen Umweltorganisationen haben man harte Verhandlungen geführt und versprochen, dass die Fabrik mit öffentlichen Verkehrsmitteln zugängig sein werde. Weiter werde das Land sofort wieder umgezont, wenn die Firma nicht komme.

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