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Licht, Farben und Spiegelungen

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Seit der Gründung der Fondation Beyeler in Riehen vor 20 Jahren gehört ein grossformatiges Werk von Claude Monet (1840–1926) zu den Lieblingen des Publikums: «Le bassin aux nymphéas» («Der Seerosenweiher»). Das neun Meter lange Triptychon aus dem Spätwerk des Malers ist gewöhnlich im Monet-Saal auf der Südseite des Museums zu sehen, mit Blick auf den Seerosenteich und den kleinen Park der Fondation Beyeler. Es ist eines von vier bedeutenden Werken Monets, die sich in der hauseigenen Sammlung befinden. Monet gehört zu den wichtigsten Sammlungskünstlern der Fondation und steht darum auch im Mittelpunkt der ersten Sonderausstellung des Jubiläumsjahres, die noch bis Ende Mai dauert.

Der Fokus der Ausstellung liegt auf den Schaffensjahren zwischen 1880 und 1905 und ermöglicht damit einen neuen Blick auf jenen Maler, der vielen vor allem als Pionier des Impressionismus bekannt ist. Claude Monet war 1874 nicht nur Teil der Pariser Gruppenausstellung, die den Impressionismus begründete – sein Gemälde «Impression, soleil levant» («Impression, Sonnenaufgang») war es sogar, das der ganzen Bewegung ihren Namen gab. Das Jahr 1879 markierte dann jedoch einen Wendepunkt im Leben des Malers: Nach dem frühen Tod seiner Ehefrau Camille orientierte er sich auch künstlerisch neu und löste sich vom strikt impressionistischen Stil. Er begann, sich mit dem Bild an sich auseinanderzusetzen, und experimentierte mit dessen Möglichkeiten. Typisch für jene Schaffensphase sind die Wiederholung von Motiven in ganzen Bildserien und die Vervielfachung von Bildelementen in Spiegelungen und Schattenspielen.

Die Seine, die Bäume und das Meer

Mit seinen Licht- und Farbenspielen im Verlauf der Tages- und Jahreszeiten, mit seinen Schatten und Reflexionen erzeugte Monet magische Stimmungen. Die Ausstellung zeigt dies anhand von über sechzig Gemälden aus bedeutenden Museen Europas, der USA und Japans, darunter das Musée d’Orsay in Paris, das Museum of Modern Art in New York oder die Tate in London. Fünfzehn Gemälde stammen von mehreren privaten Leihgebern – Werke, die nur selten öffentlich zu sehen sind. Die Schau ist als Reise durch Monets Bildwelten konzipiert und thematisch aufgebaut. Der erste Teil widmet sich der Seine. 1924 schrieb Monet über den Fluss: «Die Seine! Mein ganzes Leben lang habe ich sie gemalt, zu jeder Stunde, zu jeder Jahreszeit. Ich wurde ihrer nie müde: Sie ist für mich immer neu.» So malte Monet im Januar 1880 zwei Dutzend Ansichten der Seine, die in dem ungewöhnlich kalten Winter ein seltenes Naturschauspiel bot. Wie viele andere Gewässer war der Fluss zugefroren. Eines Nachts wachte Monet vom Brechen des Eises auf; die auftauenden und sich verändernden Eisblöcke wurden in den folgenden Tagen zu einem faszinierenden Motiv für den Künstler.

Ein anderes wiederkehrendes Thema sind Bäume, so etwa im Gemälde «Jean-Pierre Hoschedé und Michel Monet am Ufer der Epte». Es entstand zwischen 1887 und 1890 und ist eines der wenigen dieser Zeit, in denen Monet noch Menschen darstellte. Die kleinen Gestalten zeigen die jüngsten Sprösslinge aus Monets damaligem Haushalt: seinen eigenen Sohn Michel sowie Jean-Pierre, den Sohn seiner Lebensgefährtin Alice Hoschedé. Die prominenten Pappeln ragen über den Köpfen der Jungen über den Bildrand hinaus in die Höhe und dringen zugleich als Spiegelung in die Tiefe.

Wirtschaftlich unabhängiger geworden, unternahm Monet in jenen Jahren vermehrt Reisen, so etwa an die Côte d’Azur, über deren Farbwelt er 1884 schrieb: «Es ist schrecklich schwierig, es bedürfte einer Palette mit Diamanten und Juwelen. Was Blau und Rosa angeht, ja, das gibt es hier.» Die wechselnden Licht- und Farbwelten am Meer zogen ihn auch immer wieder an die Küsten der Normandie. Ein Motiv, mit dem er sich intensiv befasste, war ein Häuschen auf den Klippen von Pourville, das unter Napoleon der Überwachung der Kontinentalsperre gegen England gedient hatte. Zwei Ansichten der «Hütte des Zollwärters» aus verschiedenen Perspektiven sind in der Ausstellung einander gegenübergestellt: Das eine Gemälde zeigt das Häuschen vor dem Abhang, von dem aus Monet das andere Bild malte.

Nebel über London

Seine Reisen führten Monet auch in die Stadt London, die schon während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 sein Zufluchtsort gewesen war. «Was ich an London am meisten liebe, ist der Nebel», schrieb er 1918. «Es ist der Nebel, der London ­seine wunderbare Weite gibt.» In vielen von Monets berühmten Ansichten der Waterloo-Bridge, der Charing-Cross-Bridge und des britischen Parlaments ist der Nebel Hauptakteur, indem er alle Formen schemenhaft macht und einzigartige Stimmungen erzeugt.

Den Schlusspunkt der Ausstellung bildet ein Saal mit vier Seerosen-Bildern. Stimmig schlagen diese nicht nur einen Bogen zu Monets Spätwerk, sondern auch zur Sammlung der Fondation Beyeler und zum «Seerosenweiher» in der Dauerausstellung.

Fondation Beyeler, Baselstrasse 77, Riehen. Bis zum 28. Mai. Täglich 10 bis 18 Uhr, Mi. 10 bis 20 Uhr. Bis zum 7. Mai läuft ebenfalls noch die Sammlungsausstellung «Sammlung Beyeler – Das Original» mit Werken von Picasso, Klee, Matisse, van Gogh und vielen anderen. Weitere Infos: www.fondationbeyeler.ch

Zur Person

Claude Monet – von Paris nach Giverny

Claude Monet wurde 1840 in Paris geboren; als er fünf Jahre alt war, zog die Familie nach Le Havre. 1859 kehrte er nach Paris zurück, um den dortigen Salon zu besuchen. Er blieb in der Hauptstadt und begann ein Kunststudium an der Académie von Charles Suisse, unterstützt von einer Tante, die ihn später auch vom Militärdienst freikaufte. In Paris machte Monet die Bekanntschaft verschiedener Künstler und stellte erste Werke aus; seine finanzielle Situation blieb aber schwierig. 1866 lernte er Camille Doncieux kennen, die für ihn Modell sass. Camille wurde später Monets Ehefrau und gebar ihm zwei Söhne; 1879 starb sie mit nur 32 Jahren. 1874 war Monet in Paris an der ersten Gruppenausstellung der späteren Impressionisten beteiligt. 1876 lernte er den Kaufhausbesitzer Ernest Hoschedé kennen, der ihm einen Auftrag gab. Die Familien Monet und Hoschedé freundeten sich an und lebten ab 1881 zusammen, ab 1883 in dem Haus in Giverny, in dessen Garten später die berühmten Seerosenbilder entstanden. Claude Monet und Alice Hoschedé wurden ein Paar und heirateten 1892 nach Ernest Hoschedés Tod. Monet starb 1926 in Giverny.

cs/Bild zvg

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