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Liebe als Retterin in höchster Not

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Aldo Fasel

Die Autorin rechnet gnadenlos und völlig unparteiisch mit dem Wesen des Krieges ab. Es sei nichts anderes als eine Hölle, welche den Soldaten ihre menschlichen Gefühle raubt, sie verrohen lässt und ihre Wurzeln durchtrennt.

Zwischen Abenteuer und Horror

In diesem Sinn haben wir mit «Feuer im Herbst» auch einen Antikriegsroman vor uns, der zeitweise an das Werk «Im Westen nicht Neues» von Erich Maria Remarque erinnert.

Ich denke hier insbesondere an die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Kriegssituation durch Zivilisten und kämpfende Soldaten. Während die einen an abenteuerliche Wanderungen und Lagerfeuerromantik denken, sehen die andern täglich und stündlich dem blanken Horror ins Gesicht: «Mein Leben oder mein Tod bedeuten nichts. Es sind Schwindeleien der Zivilisten. Man darf nicht verstehen wollen. Man darf nicht denken. Man muss abstumpfen.»

Es ist vorteilhaft, wenn der Leser in diesem Zusammenhang etwas mehr von der Autorin weiss, damit er sich besser in den Roman hineinfühlen kann (siehe Kasten).

Vom Krieg gezeichnet

Die Hauptfiguren sind Thérèse und Bernard. Während des Ersten Weltkrieges wird Thérèse Witwe, und Bernard, ihr Freund aus Kindertagen, kehrt desillusioniert von der Front heim. Ihm schlagen in der Heimat Gleichgültigkeit, Defätismus und mitunter gar Verachtung entgegen.

Die Menschen haben genug vom Krieg, stellen fest, dass das Leben an ihnen vorübergegangen ist. Bernard heiratet seine Jugendliebe Thérèse, doch das Glück währt nicht lange.

Auf der Suche nach Glück

Bernard, der traumatisierte Frontkämpfer, will nur noch leben und geniessen. Mit einem Lebensstil in Saus und Braus und ohne kleinbürgerliche Moralvorstellungen versucht er, wie viele andere auch, die Kriegsgräuel vergessen zu machen. Doch das ausschweifende und lasterhafte Leben stellt sich bald einmal als Selbstbetrug heraus.

Die wechselnden Frauenbekanntschaften lassen ihn auch nicht glücklicher werden. Die Suche nach dem Sinn des Lebens beschäftigt ihn zusehends mehr, derweil Thérèse ein einfaches, pflichtbewusstes Leben führt und sich für ihre Kinder und die alte Mutter aufopfert. Obwohl Bernard Frau und Kinder schmählich im Stich gelassen hat, bleibt ihre Liebe zu ihm unerschütterlich und wird sich später für ihn als Rettungsanker erweisen.

Die «Süddeutsche Zeitung» schreibt dazu: «Schon auf den ersten Seiten passt und stimmt in geradezu traumhafter Weise alles; die Sprach- und Erzählkunst ist makellos.»

Némirovsky, Irène: Feuer im Herbst. Roman. München: Knaus, 2008. – 270 S. (Aus dem Franz. übersetzt.)

Aldo Fasel ist Leiter der Volksbibliothek Plaffeien, Oberschrot, Zumholz.

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