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Liebe in Zeiten der Nazis

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Minna ist ein junge masurische Landarbeiterin, die den anderen hochmütig erscheint, weil sie davon träumt, der Enge des Dorflebens zu entkommen. Noch vor dem Krieg lernt sie den Vogelkundler Gwidon kennen. Er ist Pole, katholischund verheiratet. Trotzdem sinddie beiden fasziniert voneinander. Um dauerhaft in seiner Nähe zu sein, zieht Minna nach Allenstein, wo Gwidon lebt. Sie treffen sich heimlich und begeben sich dabei in grosse Gefahr, denn die Liebe zwischen einer Deutschen und einem Polen ist zu diesen Zeiten unmöglich. Bis zur Festnahme wegen Rassenschande geniesst sie die wenigen Glücksmomente. Es folgen Gefängnis und Arbeitslager.

Anna Kaleri siedelt die fiktive Erzählung in einem verträumten Dorf in Masuren an. Aus heutiger Sicht ist es wahrscheinlicher, dass solche Biografien eher in den 1930er-Jahren an der Tagesordnung waren. Die politische Lage an der deutsch-polnischen Grenze war extrem angespannt. Von beiden Seiten wurde gedroht, gegiftelt und gezündelt.

Voller Lebensfreude

Minna, die liebenswürdige, an Kultur, Literatur und Philosophie interessierte, aber auch etwas naive Protagonistin möchte ihren eigenen Weg gehen und die Welt entdecken. Die politische und militärische Lage will sie nicht wahrhaben, denn sie ist jung, attraktiv und voller Lebensfreude. Doch solche menschenfreundlichen Ansichten interessieren weder die Nationalsozialisten noch die späteren sowjetrussischen Besatzer. Aber sie bleibt sich treu und schert sich nichtum herrschende Rassengesetze.Für ihren Mut und ihre Standfestigkeit muss sie einen hohen Preis bezahlen. Wir erleben hautnah die Ungerechtigkeit und die Ausweglosigkeit, in welche die Menschen damals hineingeworfen wurden.

Die Autorin erzählt das Schicksal ihrer masurischen Grossmutter, die sie nie kennengelernt hat. In einer wunderbar bildhaften Sprache schildert sie die Weite der unberührten Landschaft und die Idylle des masurischen Waldes, zu der sich Minna immer wieder hingezogen fühlt.

Die ruhige, poetische Sprache und der leise, mitunter fast zärtliche Stil machen dieses an Umfang eher kleine Buch zu einem besonders wertvollen Stück Literatur und zu einem wahren Lesegenuss.

Anna Kaleri:«Der Himmel ist ein Fluss», Roman, München: Graf, 2012, 222 S.

Aldo Fasel ist Leiter der Volksbibliothek Plaffeien-Oberschrot-Zumholz.

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