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Rock oz’Arènes-Eröffnungsabend

Autor: Von UELI STRASSER

18 Uhr, die Veranstalter geben das Zeichen für die Türöffnung. Die Besucher zeigen den Ordnern hastig ihre Tickets und stürmen aus den unendlichen Schlangen vor dem Haupteingang in die Arena, um sich einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Derweilen läuft auf der Casinobühne noch der Soundcheck von Vale Poher, die auf der akustischen Gitarre eine unglaublich verzerrte Version eines Neil-Young-Klassikers testet. Auch die Stände mit den Fanartikeln haben nach wenigen Minuten schon Hochkonjunktur – das 16. Rock oz’Arènes hat begonnen.

Dämon aus dem Wallis

Samael ist ein Dämon aus dem jüdischen Talmud, der versucht, die Menschen zu schädigen. Samael ist aber auch eine Metal-Band, die 1987 in Sion gegründet wurde und wegen ihres grosszügigen Keyboardeinsatzes einen speziellen Stellenwert in der Szene hat. Für die Schwarzmetaller versammelt sich alles, was Nieten, Plateauschuhe und lange Haare trägt, reckt den Arm mit ausgestrecktem kleinem Finger und Zeigefinger in die Höhe und wirft den Kopf auf und nieder.Auf der Bühne lassen die Saitenspieler ihre Haare vor die Windmaschine hängen, und Sänger Vorphalack grunzt ins Mikro wie eine heisere Wildsau. Ungewohnterweise kommen das Schlagzeug, Teile des Gesangs und der Instrumentierung vom Band. Trotzdem gelingt eine kraftstrotzende Eröffnungsshow, die alle Klischees des Genres bestätigt und grade darum Spass macht.Düster ist auch die Musik von Vale Poher, wenn auch aus einleuchtenden Gründen nicht so brachial und testosteronschwanger wie bei Samael. Sie wandelt Solo und eher auf den klaustrophoben Folk-Rock-Spuren von P. J. Harvey. Pohers akustische Gitarre ist bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, ihren psychotischen Gesang jagt sie abwechslungweise durch einen klaren und einen verfremdeten Kanal. Einer der Zuschauer vor der Casinobühne meint lakonisch: «Die Leute sind noch zu wenig besoffen für diese Musik.» Man könnte auch sagen: Sie ist nicht so toll.

Melancholisches aus Australien

Als die australischen «Devastations» auftreten, will sich das Rund der Arena noch nicht richtig bevölkern. Pressesprecherin Laurence Wagner meint, es werde zwar nicht voll, aber gut besucht. Doch offensichtlich ist das Publikum an diesem Abend für gröberen Sound gekommen – die Devastations scheinen ihm nicht düster genug. Das Trio musiziert im nobel-melancholischen Dunkelgrau eines Nick Cave oder der Tindersticks (für welche sie schon den Support machen durften). Die Songs sind grossenteils langsam, verschlurft und trotzdem von einer ungeheuren sphärischen Gewalt.Seit 2002 macht die Band ihre Musik, hat zwei Alben veröffentlicht und ist nach Berlin übersiedelt. Erstaunlich, dass sie keinem breiteren Publikum bekannt sind.Brachialer wirds dann nochmals bei der französischen Death-Metal-Band Gojira. Sie sind schon mit Bands wie Slayer, Machine Head oder Trivium aufgetreten.

Spiritueller Death Metal

Ihre Texte haben (gemäss Wikipedia) meist die Erde und Umwelt zum Inhalt und sind spirituell geprägt – als ob dies vor der Bühne jemand interessieren würde. Hier wird gerockt, hier röhrt der Sänger, hier brennen die Felle des Schlagzeugs. Die Metalkids schauen grimmig und dürfen nochmals die Teufelshörnchen zeigen, die Langhaarfrisuren bangen im Takt – der Teppich (ein schwarzer natürlich) für die Headliner «Nine Inch Nails» ist pünktlich zum Redaktionsschluss ausgerollt. Die Besprechung folgt in der Ausgabe vom Freitag.

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