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Littering geht ans Portemonnaie

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Abfälle sind langlebig. Eine weggeworfene Zeitung überlebt ein Jahr, ein Zigarettenstummel bis zwei Jahre, ein Kaugummi fünf Jahre, eine PET-Flasche 100 bis 1000 Jahre und eine Glasflasche 4000 Jahre. Finden sich solche Abfälle in der Natur wieder, stellen sie zum Teil sehr lange eine Belastung für die Umwelt dar.

Deshalb ergreift der Kanton Freiburg nun neue Mittel im Kampf gegen das Littering: kleine Mengen an Konsumabfall, die in der Landschaft liegengelassen werden.

Gestern haben die Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion sowie die Kantonspolizei an einer Medienkonferenz die Grundzüge dieser neuen Strategie bekannt gegeben. Sie basiert zum einen auf Repression mit einem neuen Ordnungsbussensystem, zum anderen auf einer Präventionskampagne mit prominenten Sportlern (siehe Kasten).

Der Staatsrat hat an seiner Sitzung vom 10. Dezember 2019 eine Verordnung zur Änderung des Reglements über die Abfallbewirtschaftung angenommen. Damit sei es seit dem 1. Januar möglich, Ordnungsbussen wegen Litterings auszusprechen, sagte Staatsrat Jean-François Steiert (SP) gestern.

50 bis 150 Franken

Mit 50 Franken kann bestraft werden, wer kleine isolierte Abfälle wie Zigarettenkippen, Kaugummis, Essensreste, Papier, Verpackungen, Getränkedosen oder Flaschen wegwirft oder sie liegenlässt. Bei einer Ansammlung von solchen kleinen Abfällen beträgt die Busse 150 Franken.

Christophe Joerin, Vorsteher des Amts für Umwelt, sagte, dass die neue Verordnung nicht Abfälle von über 17 Litern betreffe. Solche Mengen in Abfallsäcken werden durch frühere Bestimmungen geregelt.

Ausgenommen von der Bussen-Verordnung sind öffentliche Anlässe mit einem Abfallentsorgungskonzept. Gemäss Joerin sind auch Minderjährige nicht von Bussen betroffen. Derzeit diskutiere man aber mit dem Jugendgericht noch mögliche erzieherische Massnahmen. Joerin betonte weiter, dass allfällige Änderungen im Bundesgesetz noch Anpassungen der Freiburger Verordnung zur Folge haben könnten.

Ab Herbst wirds ernst

Jacques Meuwly, Chef der Freiburger Gendarmerie, sagte, dass die Polizei bei der Anwendung der Ordnungsbussen Verhältnismässigkeit und Menschenverstand walten lasse. So ständen in einer ersten Phase die Sensibilisierung und die Information im Vordergrund. Ab Frühling werde es punktuelle gezielte Kontrollen geben, und ab Herbst folge die repressive Phase mit der Ahndung von Widerhandlungen.

Auch Gemeindebeamte

Nicht nur die Kantonspolizei kann Bussen wegen Litterings verhängen. Auch Wildhüter und Angestellte der Gemeinden, die eine Uniform oder zumindest eine Kennmarke tragen, können Bussen verhängen. Sie werden dazu durch die Polizei ausgebildet.

Im Budget für das Jahr 2020 hat der Kanton 10 000 Franken Einnahmen aus den Littering-Bussen vorgesehen. Diese sollen dem Aufwand von 30 000 Franken für die Präventionskampagne zugeführt werden, sagte Staatsrat Steiert. «Die Bussen sollen nicht die Staatskasse füllen. Weniger Bussen bedeuten, dass die Strategie greift.»

Er betonte, dass Littering grosse Auswirkungen haben kann: «Abfälle, die aus Autos auf Wiesen geworfen werden, können Verletzungen oder gar den Tod von Tieren zur Folge haben. Darüber hinaus schadet es der Landschaft und auch dem Image unseres Kantons.»

Für Steiert gibt es drei Hauptgründe, warum Littering zugenommen hat: das schnelle Konsumverhalten mit Lebensmittel-Verpackungen; das Rauchverbot in Gaststätten mit Zigarettenkippen vor den Lokalen; Gratiszeitungen, die im öffentlichen Raum zurückgelassen werden.

Prävention

Sportler sollen Jugendlichen ein Vorbild sein

Für seine Präventionskampagne gegen Littering zählt der Kanton auf vier bekannte Freiburger Sportler: Julien Sprunger (Eishockey, Gottéron), Kristel Marbach (Volley, Düdingen), Natan Jurkovitz (Basket, Olympic) und Marielle Giroud (Basket, Elfic). Staatsrat Jean-François Steiert sagte, man habe glaubwürdige Botschafter für Jugendliche gesucht und sei deshalb auf die Spitzensportler gestossen.

«Als Athleten haben wir eine grosse Vorbildfunktion,» sagte Kristel Marbach. «Im Sport geht es um Respekt und um Teamgeist, und das steht auch bei der Anti-Littering-Kampagne im Vordergrund.»

Julien Sprunger sagte: «Man spricht viel über das Klima. Hier aber geht es um kleine Abfälle. Gerade mit kleinen Gesten kann man Respekt vor der Natur bezeugen. Wenn es schon Bussen braucht, dann soll man auch aufzeigen, dass es mit positiven Beispielen genauso geht.»

Die Sportler sind ab jetzt auf Plakaten, im ÖV und auf sozialen Netzwerken zu sehen.

 

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