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«Lösung über Löwenberg ist inakzeptabel»

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Autor: Lukas Schwab

Seit der Expo 02 rollt der Verkehr zwischen Bern und Neuenburg via Murten und Sugiez über die Moosstrasse nach Ins. Damals als Provisorium eingeführt, könnte diese Route die ursprüngliche Streckenführung über Kerzers und Müntschemier bald definitiv ablösen. «Für die Bevölkerung des Seebezirks wäre dies nicht akzeptabel», erklärt Christiane Feldmann, Grossrätin des Seebezirks und Stadtpräsidentin von Murten. In einer Anfrage verlangen die Grossräte des Seebezirks deshalb, dass der Staatsrat Farbe bekennt.

Klarheit schaffen

Konkret wollen die Grossräte wissen, ob der Staatsrat bereit ist, alles zu unternehmen, um die Signalisation auf den Stand vor der Expo 02 zu bringen, indem Neuenburg wieder bei der Ausfahrt Kerzers angeschrieben wird. Zudem stellen sie die Frage, ob der Staatsrat bereit sei, beim bernischen Regierungsrat zu intervenieren und die klare Haltung zu vertreten, dass für den Seebezirk nur eine Linienführung über Kerzers und Müntschemier in Frage kommt. Die Grossräte erhoffen sich von der Stellungnahme des Staatsrates vor allem Transparenz. «Wir möchten endlich wissen, woran wir sind», erklärt Feldmann.

Unklare Haltung

Denn im Moment weiss im Seebezirk niemand genau, woran man ist. In der kürzlich durchgeführten Vernehmlassung des Bundes über das Nationalstrassennetz soll neu der Anschluss Löwenberg als offizielle Verbindung Bern-Neuenburg definiert werden. In seiner Stellungnahme sprach sich der Staatsrat des Kantons Freiburg zwar gegen diese Lösung aus, hielt jedoch fest, unter gewissen Bedingungen von dieser Haltung abzuweichen. Im Seebezirk wurde die Stellungnahme mit Unverständnis aufgenommen. «Wir sind mit der Stellungnahme nicht einverstanden», erklärt Feldmann. Der Staatsrat habe deren Inhalt aber wenigstens klar kommuniziert.

Absprache mit Bern?

Für noch mehr Unverständnis sorgte aber die Stellungnahme des Kantons Bern: Dass dieser die Variante Löwenberg unterstützen würde, war absehbar, dass dies laut Formulierung in Absprache mit dem Kanton Freiburg erfolgt sei, löste jedoch Kopfschütteln aus. «Sollte dies den Tatsachen entsprechen, wäre das für die betroffene Bevölkerung absolut unverständlich und inakzeptabel», halten die Grossräte in ihrer Anfrage an den Staatsrat fest.

Gemäss den Aussagen des Berner Kantonsingenieurs Stefan Studer (siehe Kasten) scheint es eine Absprache gegeben zu haben. Die zuständige Berner Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer und der Freiburger Staatsrat Georges Godel waren gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Wissen, wie es ablief

Für Feldmann bestätigen die Aussagen von Studer vor allem die unklare Haltung des Staatsrates und die unterschiedlichen Auskünfte der kantonalen Stellen. Über eine Absprache mit dem Kanton Bern sei sie vom Staatsrat nie informiert worden. «Mit unserer Anfrage wollen wir nun endlich schwarz auf weiss wissen, wie das abgelaufen ist», erklärt sie.

Hoffen auf Unterstützung

Die zentrale Frage sei, ob der Staatsrat heute noch bereit ist, die Anliegen des Seebezirks bezüglich der H 10 zu unterstützen oder ob der Entscheid für Löwenberg bereits definitiven Charakter hat. «Falls dem so wäre, wüssten wir wenigstens Bescheid», sagt Feldmann. Noch hat sie aber die Hoffnung, dass die Anliegen des Bezirks ernst genommen werden, nicht aufgegeben.

Viadukt und Sugiez

Eine definitive Streckenführung über Löwenberg würde gemäss dem Kerzerser Grossrat Ueli Johner für den Seebezirk zu zwei Hauptproblemen führen. Einerseits würde dadurch der Autobahnviadukt in Kerzers wahrscheinlich nicht mehr gebraucht. Johner rechnet deshalb damit, dass der renovationsbedürftige Viadukt in Kerzers abgebaut und in Löwenberg ein neuer entstehen würde. «Wie man dies dem Steuerzahler erklären will, weiss ich nicht», sagt er. Mit dem Abbau des neuen Viaduktes würde eine Umfahrungsstrasse für Kerzers in weite Ferne rücken und der neue Viadukt im Löwenberg würde die Landschaft im Tourismusgebiet Murten verschandeln, so Johner.

Ebenfalls ungelöst bliebe damit die Verkehrsbelastung im Quartier Le Péage in Sugiez (die FN berichteten): Dort hat der Verkehr durch die neue Streckenführung um 85 Prozent zugenommen, und Lärmschutzmassnahmen wurden zwar versprochen, aber bisher nicht realisiert.

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