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Lungenspezialist lässt sich in Tafers nieder

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Im neuen Ärztehaus in Tafers hat sich Alexander Kunz eingerichtet. Im Empfangsraum steht ein alter Medizinschrank mit altertümlichen medizinischen Geräten. Ein Erbstück vom Grossvater, der ebenfalls Arzt war. Der Lungenspezialist nimmt ein Glas hervor. Darin liegt ein kleiner Plastik-Kaffeelöffel, den er letztes Jahr im Inselspital einem Patienten aus den Bronchien geholt hat. Mit einer Eissonde hat er den Löffel angefroren und ihn mithilfe eines Bronchoskops herausgezogen–ein medizinisches Meisterstück. Darauf ist der Lungenspezialist besonders stolz, wie er im Gespräch sagt.

 

 Jetzt sind Sie seit ein paar Wochen in Tafers. War das ein Bauchentscheid oder eiskalte Kalkulation?

(Schmunzelt) Ein paar Informationen habe ich selbstverständlich über den Praxisstandort gesammelt. Ich denke, dass der Kanton Frei- burg pneumologisch etwas unterversorgt ist. Im Kanton gibt es seit der Pensionierung von zwei Lungenärzten nur noch sechs Lungenspezialisten. Bern mit einer Million Einwohnern hingegen hat 34 Lungenärzte. Ausserdem sind von den 278 000 Einwohnern Freiburgs knapp 30 Prozent deutschsprachig. Für diese gab es bis anhin keinen muttersprachlich Deutsch sprechenden Lungenarzt. Somit erschienen mir die Voraussetzungen für eine Praxiseröffnung ideal.

 

 Was sagen Sie Ihren Berufskollegen, für die Tafers Provinz ist?

Dass Tafers alles andere als provinziell ist. Das Dorf liegt in der Agglo von Freiburg. Und mit der Poyabrücke und der Autobahn gibt es eine sehr gute Verkehrsanbindung. Der Bus hält direkt vor der Praxis und wir haben hier 40 Parkplätze. Zudem hat Tafers ein gut funktionierendes Spital. Im Februar habe ich dort die ers- te Lungenspiegelung durchgeführt und habe eine tadellose Zusammenarbeit erlebt.

 

 Mit dem Spital haben Sie einen Kooperationsvertrag?

Ja, mit dem HFR und mit dem Insel. Für Lungenspiegelungen ist das Spital Tafers jetzt vollständig eingerichtet. Bis anhin mussten die Patienten hierfür nach Freiburg oder nach Bern gehen.

Welches sind die häufigsten Lungenkrankheiten?

Chronischer Husten, Lungenentzündung sowie COPD, auch Raucherlunge genannt. Aber auch Asthma und das Schlaf-Apnoe-Syndrom gibt es häufiger, als man denkt. Vor allem bei übergewichtigen Patienten. In der Praxis sind wir daher auch eingerichtet für die Diagnostik des Schlaf-Apnoe-Syndroms. Wir geben den Patienten ein Gerät mit, das nachts Atmung, Puls und Sauerstoffsättigung misst. Am nächsten Tag werden die Aufzeichnungen ausgewertet. Ein Aufenthalt in einem Schlaflabor im Spital wird somit nur noch in schwerwiegenden Fällen notwendig. Auch Patienten mit chronischen oder allergischen Atembeschwerden wie der Farmerlunge gibt es häufig. Von der Allergie auf feuchtes Heu sind vorab Landwirte betroffen.

 

 Was hat Sie motiviert, sich auf die Lunge zu spezialisieren?

Früher galten Lungenkrankheiten als die Arme-Leute-Krankheiten mit wenig therapeutischen Möglichkeiten. Jetzthaben sich die diagnostischen Techniken und Behandlungsmöglichkeiten enorm entwickelt. Und das hat mich im Verlauf meiner Ausbildung immer mehr fasziniert.

Was sagen Sie zur Spitalkontroverse hier im Kanton?

Ich finde es wichtig und richtig, dass die Deutschsprachigen ihr eigenes Akutspital haben. Zum Vergleich stehen im Kanton Bern den knapp zehn Prozent Französischsprachigen mit Biel, Moutier und St-Imier mehr als zwei französischsprachige Spitäler zur Verfügung. Der deutschsprachige Sensebezirk hat sein eigenes muttersprachliches Spital verdient.

 

 In die Praxis, die Informatik und die Lungenfunktionsmaschinen haben Sie knapp eine halbe Million Franken investiert. Was nutzen Sie gemeinsam mit den anderen vier Ärzten im Ärztehaus?

Die Grossinstallationen wie Röntgen und Labor waren in der Praxis des Ehepaars Dr. Schumacher und Dr. Major bereits vorhanden. Somit können wir diese gemeinsam benutzen und Kosten sparen. Das Wichtigste ist aber der fachliche, kollegiale Austausch mit regional gut vernetzten Ärzten unter einem Dach.

 

 Der Nationalrat will die Spezialpraxen wieder beschränken. Sie hatten mit dem Gesuch wohl Glück?

Nein, denn ich habe schon lange vorher auf den richtigen Moment gewartet. Mit 40 Jahren muss ein Arzt entscheiden, wohin er will: entweder am Spital oder an der Uniklinik Karriere machen oder aber eine eigene Praxis eröffnen. Ich habe das Gesuch daher bereits 2011 frühzeitig eingereicht.

Zur Person

Von Frankfurt über Bern nach Tafers

Der 41-jährige Alexander Kunz ist in der Nähe von Frankfurt aufgewachsen. Nach dem Medizinstudium in Frankfurt war er Assistenzarzt Innere Medizin und Chirurgie an den Kantonsspitälern Laufen und Olten. Am Inselspital Bern arbeitete er als Internist und Notfallarzt und liess sich zum Lungenspezialisten ausbilden. Seit 2011 war er dort als Oberarzt Pneumologie angestellt. Alexander Kunz ist mit der Neuropsychologin Regula Pürro Kunz aus Schmitten verheiratet. Das Paar hat drei kleine Kinder und lebt in Laupen.il

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