Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Luther, der Revoluzzer aus Wittenberg

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Thüringen ist das Lutherland par excellence. Die Städte sind herausgeputzt, die Museen renoviert und neu gestaltet. Man staunt über die vielen Gelder, die da zum Anlass «500 Jahre Reformation» geflossen sind. Luther ist omnipräsent: So eine Reise auf den Spuren Luthers ist Geschichtsunterricht pur, und manch einer entdeckt bislang wenig Bekanntes. Wie etwa in der Ausstellung «Luthers ungeliebte Brüder» im schmucken Barockstädtchen Mülhausen. Dort stösst man auf die Theologen, die von der lutherischen Lehre abgewichen sind. Der bekannteste unter ihnen war Thomas Müntzer, der als Anführer des Bauernkrieges 1525 hingerichtet wurde.

Gegen den Ablasshandel

Luther kommt 1483 in Eisleben als Sohn eines wohlhabenden Grubenteilhabers zur Welt. In Eisenach besucht er das Gymnasium und lebt bei Verwandten in einem stattlichen Riegelbau, dem heutigen Lutherhaus, das sich mit der spannenden Dauerausstellung «Luther und die Bibel» präsentiert. Luther beginnt in Erfurt ein Studium der Rechtswissenschaften. Während eines heftigen Gewitters entrinnt er nur knapp dem Tod. Aus Dankbarkeit gegenüber Gott gibt er das Studium auf und tritt in das strenge Kloster der Augustiner-Eremiten ein. Das Kloster ist heute ein Museum. Zu sehen sind unter anderem die Studierzelle Luthers und der Schlafsaal, in dem die Mönche auf dem Boden schliefen.

Schon während seines Theologiestudiums beginnt Luther offen gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche anzugehen. Seit dem 14. Jahrhundert wurde dem Gläubigen vorgegaukelt, dass er den Qualen im Fegefeuer entgehen könne, wenn er Geld spende beziehungsweise den Ablassbrief kaufe – für die Kirche ein lukratives Geschäft. In seinen Predigten versucht Luther, den Menschen ihre Angst vor den Sündenstrafen zu nehmen. Er prangert aber auch die Heiligenbilder in den Kirchen an, was mancherorts zum Bildersturm führt. Mit all dem erregt er den Zorn der Kirchenoberhäupter. «Luther vertrat die Ansicht, dass wir von Gott angenommen sind, ohne dass wir etwas dafür tun müssen», erklärt der Schlossführer auf der Wartburg. «Für Luther war allein die Bibel Massstab des Glaubens. Denn Päpste können irren», heisst es im Lutherhaus.

Zum Ketzer erklärt

Der Legende nach nagelt Luther 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Damit löst er die Reformation aus. Er wird von Papst Leo X. exkommuniziert, und als er sich 1521 auf dem Wormser Reichstag vor Kaiser Karl V. weigert, seine Thesen zu widderrufen, wird er zum Ketzer erklärt und ist nun Freiwild. Doch in Friedrich dem Weisen aus Sachsen findet Luther einen umsichtigen Beschützer. Der Kurfürst lässt ihn zum Schein entführen. In der Wartburg, heute Uno-Weltkulturerbe, in Eisenach, dem einstigen Sitz der Landgrafen von Thüringen, findet Luther Zuflucht und lebt dort zehn Monate als Junker Jörg. Hier übersetzt er das Neue Testament in eine Sprache, die jeder versteht. «Damit legte er den Grundstein für die neuhochdeutsche Schriftsprache, gab es doch damals viele Dialekte und kein einheitliches Deutsch», sagt der Schlossführer.

Luthers Stube auf der Wartburg fasziniert jeden Besucher. Man begegnet auf dem Rundgang auch dem Hofmaler Lucas Cranach, dem bedeutendsten Renaissancekünstler, der Luther immer wieder gemalt hat. In der Burg hängen unzählige Bilder von ihm, auch jene der Eltern. Die Wartburg ist übrigens zu Fuss auf dem Lutherweg zu erreichen, der von Eisenach durch den herrlichen Thüringerwald führt.

Schlachtpanorama

Luther fasst nach dem Thesenanschlag seine Theologie in Schriften, wobei ihm der erste Buchdruck Mitte des 15. Jahrhunderts bei der Verbreitung zugutekommt. «Seine Thesen waren schwer zu verstehen und eigentlich nur für Gelehrte gedacht», sagt die Führerin im Lutherhaus. Trotzdem stossen sie schnell auf Interesse. Das Volk erhebt sich gegen die Obrigkeit; der reformatorische Impuls geht weit über die Ziele Luthers hinaus. So wird Thüringen unter dem Theologen Thomas Müntzer (1489–1525), einst Mitstreiter Luthers, zu einem Zentrum des Widerstandes, der 1525 im blutigen Bauernaufstand in Bad Frankenhausen gipfelt. Die Landesfürsten schlagen ihn brutal nieder. 5000 Bauern liegen auf dem Schlachtfeld. Müntzer wird hingerichtet.

Auf einem Hügel über der Kleinstadt Bad Frankenhausen, im Norden Thüringens, erinnert ein Zylinderbau mit einem spektakulären Panoramagemälde an den Deutschen Bauernkrieg. Werner Tübke (1929–2004) habe an dem imposanten Kunstwerk von 14 Metern Höhe, 123 Metern Umfang und mit über 3000 Einzelfiguren über vier Jahre gemalt, erklärt die Führerin.

Zwingli und Calvin in der Schweiz

Luther selbst ist nicht gegen die Obrigkeit, verwirft aber nebst dem Ablass auch das Zölibat. Enthaltsamkeit sei unnatürlich. 1523 heiratet er die 26-jährige Katharina von Bora, eine abtrünnige Zisterzienser-Nonne. Mit ihr hat er sechs Kinder und nimmt elf weitere von Verwandten auf.

In der Schweiz fasste die Reformation im 16. Jahrhundert mit Zwingli und Calvin Fuss. Diese hatten jedoch andere Ansichten als Luther, vorab was das Abendmahl anbelangt. 1529 trafen sich Zwingli und Luther, zu einer Verständigung kam es aber nicht. Erst 1973 fanden Lutheraner und Reformierte bezüglich Abendmahl, Taufe und Evangelium zu einer gemeinsamen Auffassung.

Die Reise wurde von Thüringen Tourismus unterstützt.

Tipps und Infos

Dichtes Programm zum Reformationsjubiläum

Ab sofort und während des ganzen kommenden Jahres finden in den Lutherstädten und anderswo zahlreiche Ausstellungen und andere Veranstaltungen rund um das Reformationsjubiläum statt. Eine Auswahl:

Lutherweg: Der 1000 Kilometer lange Weg verbindet verschiedene Wirkungsstätten Luthers in ganz Thüringen. Wanderführer «Auf Luthers Spuren» erhältlich bei service@thueringen-tourismus.de

Mülhausen: Ausstellung «Luthers ungeliebte Brüder». Ab sofort, bis zum 30. Oktober 2017.

Eisenach: Ausstellung «Luther und die Deutschen» in der Wartburg. 4. Mai bis 5. November 2017.

Wittenberg: Weltausstellung «Reformation – Tore der Freiheit» in der Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt). 20. Mai bis 10. September 2017. Die reformierte und die katholische Kirche der Schweiz beteiligen sich gemeinsam an den weltweiten Feierlichkeiten; unter anderem ist eine Feier in Murten geplant (FN vom 22. Juli).

Wittenberg: Ausstellung «Luther! 95 Schätze – 95 Menschen» im Lutherhaus. 13. Mai bis 5. November 2017.

Bad Frankenhausen: Panorama- Museum mit dem Panorama zum Gedenken an den Bauernkrieg und den Bauernführer Thomas Müntzer. Führungen und Film zur Entstehung. Permanent.

Praktische Reisetipps:

Reisearrangements: Tourist Information Thürigen in Erfurt:

www.thueringen-entdecken.de

Anreise: Mit dem Zug SBB/DB Basel–Erfurt direkt in ca. sechs Stunden.

Unterkunft: Hotel Zumnorde, Erfurt; Hotel Glockenturm, Eisenach (beide im Zentrum).

il/cs

Informationen zum Reformationsjubiläum: www.r2017.org; www.luther2017.de

Mehr zum Thema