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Machtkampf auf dem Milchmarkt

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Autor: Josef jungo

Die Schaffung eines nationalen Milchpools spaltete die Freiburger Produzenten von Beginn weg. Während die Deutschfreiburger Produzenten, die der Lobag angeschlossen sind, für diese Lösung plädierten, stemmte sich der Vorstand des Freiburger Milchverbandes gegen diesen Vorschlag. Um mit dem Verwerter direkt verhandeln zu können, wurde letzten Herbst die Vereinigung der Cremo-Lieferanten gegründet (siehe Kasten).

Nachdem sich seit dem Sommer in der Folge der Milchstreiks die Fronten zwischen dem SMP und den Verwertern verhärtet hatten, wurde die Gründung des «Vereins Schweizer Milch» vorangetrieben und letzthin vollzogen. Dieser bezweckt die Erhaltung und Förderung der Milchproduktion sowie der Milchverarbeitung ihrer Mitglieder in der Schweiz, die auf die Bedürfnisse des Marktes im In- und Ausland ausgerichtet sind. Die Mitglieder beherrschen über 90 Prozent des Industriemilch-Marktes. Mengensteuerung und Milchpreis sollen ohne Beizug des SMP geregelt werden (FN vom 12.11., Seite 15).

Bündelungsversuche sind gescheitert

Heribert Rudaz, Präsident des Milchrings Sense/See, sieht die Gründung des VSM und die angekündigten Preissenkungen als Folge der gescheiterten Bündelungsversuche auf Produzentenseite. Die Verarbeiter waren von Beginn weg gegen den Milchpool und versuchten gezielt, die Direktlieferanten zu spalten und Entscheidungsträger der Produzentenorganisationen PO und Produzenten-Milchverarbeiter-Organisationen (PMO) zu gewinnen. Es bestehe die Gefahr, dass die Verwerter die SMP-Führung schwächen und so handlungsunfähig machen wollen. Für Rudaz ist es deshalb wichtig, «jetzt unsere Organisation SMP zu stärken, wenn wir Produzenten nicht wollen, dass ab dem 11. Mai 2009 der Milchpreis ins Bodenlose sinkt». Es sei zu bedauern, dass es im Vorstand der SMP Personen gebe, welche nicht die Linie der Organisation vertreten.

Mit Blick auf das Freihandelsabkommen mit der EU «ziehe Bundesbern bezüglich Milchpreis mit den Verwertern von Industriemilch bedauerlicherweise am gleichen Strick», sagte Rudaz.

Milchindustrie provozierte Überproduktion

Mit der Gründung des VSM verfolgt die Industrie ganz klar die Absicht, den Rohstoff so billig wie möglich einzukaufen. Leider schafften es die Milchproduzenten nicht, einen nationalen Milchpool mit einer strikten Mengenregulierung zu bilden, bedauert Magnus Lehmann, Präsident des Kreisverbandes Sense/See der Lobag. Alle Produzenten wollten Mehrmengen für ihre POs und PMOs, um bei der Kontingentsauflösung über eine möglichst grosse Basis-Milchmenge verfügen zu können. Jetzt übersteigt die Milchproduktion die Absatzmöglichkeiten und es drohen Preissenkungen. Diese Situation sei von der Milchindustrie bewusst angestrebt worden, um dann Druck auf die Preise machen zu können, ist Lehmann überzeugt.

Seiner Meinung nach müssten jetzt die Milchproduzenten zusammenstehen und mit dem SMP gute Lösungen für eine starke Basis als Gegengewicht zum VSM finden.

Aufrufe zur Solidarität

Wie der SMP zeigt sich auch der Schweizerische Bauernverband enttäuscht vom kurzsichtigen Verhalten der Entscheidungsträger in den einzelnen POs und PMOs. «Wenn jede Organisation nur für sich schaue, seien schliesslich die Produzenten die Verlierer», schreibt er in einer Mitteilung. Der SBV ruft zur Solidarität auf. Er bietet seine Dienste an, um zwischen dem SMP und dem VSM zu vermitteln.

Der SMP bezeichnet die vom VSM angekündigte Preissenkung von 20 Rappen pro Kilogramm als Dolchstoss für alle 27 000 Milchproduzenten. Er präsentiert an der Delegiertenversammlung vom 19. November ein Fünf-Punkte-Programm, mit dem beim definitiven Ausstieg aus der Milchkontingentierung ein Chaos verhindert werden soll.

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