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Mädchen als künftige Maurerinnen, Vorarbeiterinnen und Bauführerinnen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

In der Maurerlehrhalle in Freiburg sind an diesem Donnerstag lauter Mädchen. An einem Ort, der sonst von Männern dominiert wird. Die Mädchen erhalten einen Einblick in einen Beruf, der sich ansonsten durch eine besondere Männerlastigkeit auszeichnet: den des Maurers. Zunächst bekommen sie einige theoretische Informationen zum Beruf. Dann geht es ans Praktische.

Ein Seitenwechsel

Der Schnuppertag ist Teil des nationalen Zukunftstags. Dieser hat zum Ziel, den Mädchen einen Einblick in typische Männerberufe zu geben. Im Gegenzug sollen Jungs Einblicke in typische Frauenberufe erhalten. Organisiert und finanziert wurde der diesjährige Schnuppertag in der Maurerlehrhalle vom Freiburger Baumeisterverband. Schon zum zweiten Mal organisiere der Verband einen derartigen Schnuppertag, erzählt Pierre-André Bucher, Verantwortlicher für die Berufsbildung.

Steigendes Interesse

In den letzten Jahren sei die Zahl der Schnupperlehrtöchter, aber auch die Zahl der Lehrtöchter gestiegen. «Während meiner Lehre gab es keine Mädchen, welche eine Maurerlehre absolvierten. In den letzten Jahren hatten wir pro Jahr immerhin eine bis zwei Maurer-Lehrtöchter», erklärt Bucher zufrieden. Im Beruf des Maurers habe sich natürlich auch sehr viel verändert. «Früher musste man Säcke herumtragen, die bis zu 50 Kilogramm schwer waren, heute sind es immerhin nur noch 25 Kilogramm», so Bucher. Dadurch sei die Hürde vor allem für zierlichere Mädchen kleiner geworden.

Praktische Kurse

Im Raum nebenan absolvieren derzeit mehrere Maurerlehrlinge einen Kurs, der zur Ausbildung dazugehört. «Pro Lehrjahr haben die Lehrlinge sechs Kurswochen. Am Ende des dritten Lehrjahres absolvieren sie dann eine praktische Prüfung, die darüber entscheidet, ob sie die Lehre bestehen oder nicht», sagt Jérôme Perler, der seit August als In­struk­tor die Lehrlinge betreut. Er hat ebenfalls eine Maurerlehre absolviert sowie als Vorarbeiter und Kranführer gearbeitet. Von Vorteil sind für Perler vor allem seine 26 Jahre Berufserfahrung. Dadurch könne er den Lehrlingen viele hilfreiche, praktische Tipps weitergeben.

Anzeichen einer Mauer

Nebenan hämmern und spachteln die Schnuppertag-Mädchen seit einer Stunde. Sie hantieren mit der Wasserwaage, und erste Mauern lassen sich schon erahnen. Die Mädchen haben nicht nur sichtlich Spass an der ungewohnten Arbeit, sondern sind auch glücklich, für einmal einen Einblick in einen anderen Beruf zu erhalten. «Ich war schon in einer Apotheke, in einer Kita, bei Radio Freiburg sowie im Gartencenter Floralia schnuppern. Der heutige Tag bietet natürlich noch einmal eine ganz andere Tätigkeit», so Lana Schafer aus Tafers. Obwohl die Mädchen alle eifrig mitmachen, können sich nur die wenigsten wirklich auch vorstellen, eine Maurerlehre zu beginnen. Das heisst aber keinesfalls, dass es keine Maurerinnen gibt.

Lehrtochter gesichtet

Derweil wird auch im Kurs der Maurerlehrlinge weitergearbeitet. In einer Ecke sticht eine junge Frau heraus. Im Gespräch mit den FN erklärt sie, wieso sie sich für eine Maurerlehre entschieden hat: «Für mich stand stets fest, dass ich keine Lehre in einem Büro machen möchte. Ich wollte vielmehr eine Lehre absolvieren, bei der ich draussen arbeiten kann», so Monja Marty. Die junge Frau schnupperte zunächst einmal in einer Schreinerei, dann stellte sie aber fest, dass es in diesem Sektor sehr schwierig ist, eine Lehrstelle zu finden. Daraufhin hat Monja Marty zwei Mal als Maurerin geschnuppert. Dies habe ihr so gut gefallen, dass sie sich für eine Maurerlehre entschieden habe, erzählt sie heute.

Unterstützung der Familie

Von der Rappo Hoch- und Tiefbau AG in Alterswil erhielt sie schliesslich eine Zusage. Nun ist sie im ersten Lehrjahr. Sie sei in ihrer Entscheidung von ihrer Familie unterstützt worden, die sehr stolz auf sie sei. Mit ihren männlichen Arbeitskollegen habe es ebenfalls nie Probleme gegeben. «Sehr positiv für mich war natürlich, dass in der Rappo AG zuvor schon einmal ein Mädchen eine Maurerlehre abgeschlossen hat», so Marty. «Ich bin zufrieden mit meiner Lehrstelle. Hoffentlich bleibt das auch noch nach den kalten Wintermonaten auf der Baustelle so.»

«In den letzten Jahren hatten wir pro Jahr immerhin eine bis zwei Maurer-Lehrtöchter.»

Pierre-André Bucher

Verantwortlicher für die Berufsbildung beim Freiburger Baumeisterverband

Zukunftstag

Starre Geschlechterbilder durch Seitenwechsel auflösen

Der nationale Zukunftstag findet in diesem Jahr schon zum 16. Mal statt. Es handelt sich dabei um ein interkantonales Kooperationsprojekt der Gleichstellungsfachstellen und -kommissionen sowie der Kantone. Ziel des Tages ist es, den Schülern und Schülerinnen der fünften bis siebten Klasse einen Einblick in die Berufswelt zu ermöglichen. Am Programm haben in diesem Jahr 2300 Unternehmen teilgenommen; daneben wurden zudem Spezialanlässe sowie Spezialprogramme durchgeführt. Ziel dieser Programme ist es, Mädchen einen Einblick in typische Männerberufe zu ermöglichen, etwa im Bereich der Landwirtschaft, der Informatik, aber auch im Baugewerbe. Jungs sollten am diesjährigen Zukunftstag im Gegenzug einen Eindruck von typisch weiblichen Berufen erhalten, so im Bereich Betreuung und Pflege, in der Sozialarbeit sowie im Lehrerberuf. Ziel dieses Seitenwechsels ist es, sich von starren Geschlechterbildern zu lösen. Den Schülern sollen somit mehr Möglichkeiten für die Berufswahl geboten werden.

jj

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