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Mädchenbeschneidung: Netzwerk wächst

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Zwei Mal im Jahr treffen sich Fachpersonen aus der spitalärztlichen Versorgung, der sexuellen Fachberatung und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der verschiedenen Communitys sowie Vertreterinnen von Bund und Kantonen im Rahmen des Netzwerks gegen Mädchenbeschneidung Schweiz. Die Ärztin aus dem Universitätsspital Basel berichtet aus ihrem Alltag in der Abteilung Gynäkologische Sozialmedizin und Psychosomatik, die Leiterin der Beratungs­stelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität erzählt Schwieriges und Ermutigendes aus ihren Alltagsgesprächen mit somalischen Frauen. Fachfrauen für sexuelle Gesundheit aus den Kantonen Aargau, Freiburg und Genf erzählen von Gesprächen mit eritreischen oder sudanesischen Frauen und darüber, wie sie das Thema Mädchenbeschneidung in die sexualpädagogische Arbeit in den Schulen integrieren würden. Als Mitglieder der Begleitgruppe des Netzwerks gegen Mädchenbeschneidung Schweiz stehen die Beispiele stellvertretend für den vielfältigen Arbeitseinsatz der Fachpersonen.

Immer mehr arbeiten mit

Die in einer Begleitgruppe vertretenen Organisationen sind quasi der verlängerte Arm der Versorgungs- und Präventionsarbeit der vier federführenden Trägerorganisationen Sexuelle Gesundheit Schweiz, Terre des Femmes Schweiz, Schweizerisches Kompetenzzentrum für Menschenrechte der Universität Bern und Caritas Schweiz. Sie leiten im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit und des Staatssekretariats für Migration seit dreieinhalb Jahren das Netzwerk. Die laufende Integration von zahlreichen Partnerorganisationen in die Begleitgruppe des Netzwerks stimmt zuversichtlich. Dazu gehören zum Beispiel auch die für die gesundheitliche Versorgung wichtigen Sprechstunden FGM (Female Genital Mutilation) in den Spitälern in Genf, Luzern, Aarau (im Aufbau) oder Basel. Ergänzt wird die Versorgungs- und Präventionsarbeit durch die Sensibilisierung von ausgebildeten Multiplikatorinnen.

75 Veranstaltungen

In den ersten drei Jahren erreichte das Netzwerk in fast 50  Weiterbildungen mehr als 1200 Fachpersonen, konnte 564 Beratungsanfragen behandeln und 75 Community-Veranstaltungen für 1400 Migrantinnen und Migranten mit speziell ausgebildeten Multiplikatorinnen in allen drei Sprachregionen durchführen. Die Webseite www.maedchenbeschneidung.ch wird jährlich rund 20 000-mal besucht. Regional ist das Netzwerk bestrebt, die drei Pfeiler Versorgung, Beratung und Community-Arbeit nach Vorlagen der kantonalen Strukturen zu verankern.

Nach mittlerweile dreieinhalb Jahren intensiver Aufbauarbeit steht die Versorgung von Betroffenen und die Prävention gegen Mädchenbeschneidung in Spitälern, Familienberatungsstellen und kantonalen Integrationsfachstellen also weit oben auf der Agenda, und das Bundesamt für Gesundheit und das Staatssekretariat für Migration haben das Projektmandat mittlerweile bis Sommer 2021 verlängert. Die Trägerorganisationen des Netzwerks sind überzeugt, dass die geleistete Arbeit zielführend war. Man ist sich aber auch bewusst, dass allenfalls ein erstes Samenkorn gesät werden konnte. Für eine erfolgreiche Prävention, die ein Umdenken und Hinterfragen einer für die Betroffenen in vielerlei Hinsicht schädlichen Tradition voraussetzt, sind weiterhin intensive Bemühungen notwendig.

Mädchenbeschneidung

Ein Problem, das auch in Europa aktuell ist

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fasst unter weiblicher Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation/Cutting, kurz FGM/ C) alle Praktiken zusammen, bei welchen die äusseren weiblichen Geschlechtsorgane aus nicht medizinischen Gründen teilweise oder vollständig entfernt oder verletzt werden. Die weibliche Genitalbeschneidung ist vor allem in westlichen, östlichen und nordöstlichen Regionen Afrikas, in einigen Ländern Asiens sowie im Nahen Osten verbreitet. Mit der Migration aus Ländern mit hohen Beschneidungsraten ist FGM/C in Europa zum Thema geworden. Viele praktizierende Gemeinschaften berufen sich auf Tradition und Religion oder erachten FGM/C als Garantie für Jungfräulichkeit und Treue. Die vom Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung eingesetzten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vermitteln zwischen betroffenen Gemeinschaften, Beratungsstellen und Fachpersonen. Sie regen die betroffenen Gemeinschaften dazu an, das tabuisierte Thema der Genitalbeschneidung zu diskutieren und diese Tradition kritisch zu hinterfragen, indem zum Beispiel Präventionsgespräche mit Familien geführt oder Informations- und Diskussionsveranstaltungen organisiert werden.

tr

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