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Madrider Abwehrsorgen vor dem Halbfinal-Derby

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Eine alte Weisheit besagt: Spiele gewinnt man im Sturm, Meisterschaften in der Abwehr. Für Real Madrid gilt das so nicht. Das Team von Zinédine Zidane steht in der spanischen Liga auf Platz 1, obwohl es mehr Tore kassiert als die vier Konkurrenten FC Barcelona, Atletico Madrid, Villarreal und Athletic Bilbao. Und es steht in der Champions League in den Halbfinals, obwohl es noch nie in dieser Saison ohne Gegentor geblieben ist.

In den letzten fünf Pflichtspielen musste Real Madrid zehn Gegentore hinnehmen. Fünf davon gegen die hochkarätig besetzten Teams von Bayern München und FC Barcelona. Aber auch die Abstiegskandidaten Sporting Gijon und La Coruña trafen gegen Sergio Ramos und Co. zweimal. «Madrid ist ein Sieb», titelte deshalb die spanische Zeitung «Mundo Deportivo» vor wenigen Tagen.

Zidane spielt die Probleme vor dem Hinspiel in der Champions League herunter. «Es ist unsere Philosophie, anzugreifen. Da gehen wir auch ein gewisses Risiko in der Abwehr ein.» Trotzdem dürfte der Franzose froh sein, steht ihm nun Raphaël Varane nach überstandener Oberschenkel- und Achillessehnenverletzung in der Innenverteidigung wieder zur Verfügung. Mit dem 23-Jährigen in der Startformation (20 Spiele) kassierte Real im Schnitt 0,85 Gegentore. Ohne ihn (14 Spiele) beträgt die Quote 1,57.

Atleticos Ausfälle

Während bei Real ein Leistungsträger in der Defensive zurückkommt, fallen bei Atletico Madrid die Verteidiger derzeit wie Domino-Steine um. Nach den Ausfällen von Juanfran und Sime Vrsaljko verletzte sich im Spiel gegen Las Palmas mit José Maria Gimenez der dritte Aussenverteidiger im Kader. Deshalb muss der Montenegriner Stefan Savic rechts verteidigen und spielt der 20-jährige Lucas Hernandez, der in der Champions League erst zu drei Einsätzen gelangt ist, in der zentralen Abwehr.

Trotzdem sagte Routinier Fernando Torres: «Wir haben keine Angst.» Vor gut einem Monat holte Atletico in der Meisterschaft auswärts gegen Real nach Rückstand ein 1:1. Das wäre auch am Dienstag ein gutes Resultat – und die Basis zum ersten Europacup-Triumph über den Rivalen. In den letzten drei Jahren scheiterte Atletico nämlich in der Champions League nur an einem Widersacher: Real Madrid. 2014 und 2016 im Final, 2015 im Viertelfinal.

sda

«Es ist unsere Philosophie anzugreifen. Da gehen wir auch ein gewisses Risiko in der Abwehr ein.»

Zinédine Zidane

Trainer Real Madrid

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