Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Malen, wenn das Geschirr sauber ist»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Marc Kipfer

Wie eine Explosion in einem kunterbunten Comic präsentiert sich ein Bild von Madeleine Jaccard. Vor einem Hintergrund aus glänzendem Gold prangt ein kurioses Arteriensystem, aus dem winzige Pilze, Bäume und noch viel sonderbarere Gebilde wuchern.

Die überraschende und eigenwillige Darstellung verborgener Mechanismen des menschlichen Körpers und der Natur im Allgemeinen ist typisch für Jaccards Werk. Sie entwickle bewusst eine Formensprache, deren sich wiederholende Symbole in freier Zeichnung sowie am Computer entstehen, sagt die Künstlerin aus La Chaux-de-Fonds.

Jaccard stellt ihre Werke ab Freitag in der Galerie Arte Laué im Zentrum von Avenches aus, zusammen mit Lisa Pfister aus Bürglen; die beiden Frauen lebten einst zusammen in einer Wohngemeinschaft in Basel.

Versöhnung mit dem Grün

Einige der gezeigten Werke von Lisa Pfister werden von Blautönen dominiert. «Blau war schon immer eine wichtige Farbe für mich», sagt die Künstlerin. Ihre Ausstellungspartnerin Madeleine Jaccard erzählte an der Vernissage vom Sonntag eine Anekdote, wonach Pfister ihr einst anvertraut habe, bei der Farbe Grün könnte sie «päägge». Das merkte sich Jaccard und schenkte ihrer Kollegin später einige Tuben grüne Farbe. Lisa Pfister scheint sich nun mit Grün versöhnt oder zumindest abgefunden zu haben, wie drei Acrylbilder im Eingangsbereich der Galerie beweisen. «Trotz meiner Vorliebe für Blau habe ich schon mit allen Farben des Spektrums gearbeitet», sagte Lisa Pfister an der Vernissage gegenüber den FN.

«Der Kopf muss frei sein»

Nebst ihren flächig wirkenden Acrylbildern, deren Strukturen und Muster sich erst bei genauem Hinsehen offenbaren, hat Lisa Pfister mit chinesischer Tusche experimentiert. Die Bilder, von der Künstlerin «Wellenklänge» genannt, zeigen unregelmässige Abfolgen vertikaler Linien, die aus der Ferne an Strichcodes erinnern. Aus der Nähe erkennt der Betracher, wie die Tuschestriche, die aus einer Bambusfeder stammen, gegen unten hin dünner werden, dabei aber nie ganz versiegen. Manchmal berühren oder kreuzen sie sich für eine Weile, ohne dass ein System dahintersteckt. Jedem Strich habe sie ihre volle Aufmerksamkeit gewidmet, sagt Lisa Pfister. Diese totale Konzentration willentlich herzustellen, sei für den Schaffensprozess zentral, bestätigt ihre Kollegin Madeleine Jaccard. Erst kürzlich hätten sie sich über ihre individuellen Strategien ausgetauscht, wie sich dieser Zustand erreichen lasse, erzählen die beiden Künstlerinnen. Dabei seien sie auf überraschende Parallelen gestossen. Vor allem müsse der Kopf frei sein, sagt Jaccard.

Pfister nickt. Lachend erwähnt sie eine alltägliche Situation: «Wenn in der Küche noch dreckiges Geschirr herumsteht, muss ich daran denken statt an das Bild vor mir.»

Galerie Arte Laué, Avenches. Route Centrale 51. Ausstellung: «Couleurs et mouvements à l’automne», jeweils Fr., 15-19 Uhr, Sa./So., 15-18 Uhr. Finissage am So., 1. Nov., 15-18 Uhr. www.galerieartelaue.ch

Mehr zum Thema