Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Mallorca von seiner idyllischen Seite

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Was, nach Mallorca, in diesen Touristenrummel soll die Reise führen? In das Land mit den zubetonierten Stränden, lauten Partys und Saufgelagen? Falsch. Auf unserer Radtour haben wir wider Erwarten eine unglaublich schöne und ruhige Insel entdeckt.

Die Routen führen ins Landesinnere, auf verkehrsarmen Nebenstrassen und Wirtschaftswegen. Wir fahren über Felder im satten, frischen Grün, gesäumt von ersten Frühlingsblumen. An einsamen Höfen vorbei, wo bisweilen nur ein Hund bellt, durch unzählige Oliven- und Orangenplantagen. Menschen bekommen wir in der ländlichen Inselmitte kaum zu Gesicht. Kein Wunder, arbeitet doch nur knapp ein Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Dies, obwohl 70 Prozent der Inselfläche landwirtschaftliche genutzt werden. Haupteinnahmequelle ist der Tourismus. Damit unbebaute Gebiete erhalten bleiben und Hotels nicht in den Himmel wachsen, hat eine Umweltschutzbewegung bereits 1973 die Bremse gezogen. Mit sichtlichem Erfolg: Die ländliche Inselmitte und das Tramuntana-Gebirge sind Idylle pur.

Radeln und Aufpassen

Am Karsamstag haben vor dem Hotel Java in Platja de Palma 24 Frauen und Männer–25- bis 75-jährig–die roten, soliden Eurobike-Räder in Empfang genommen. Tourenleiter Harry informiert, worauf zu achten ist: Ein Wegbeschrieb mit Informationen über Sehenswürdigkeiten, Kartenmaterial und die roten E-Kleber an Verkehrstafeln, Mauern und Hausecken sollen uns sicher zum nächsten Hotel führen.

Die Kleber zeigen die Richtung an und sind das A und O der Tour. Hat man eine Weile keinen gesehen, ist man garantiert auf dem falschen Weg–was Stress und Zeitverlust bedeutet. Am ersten Tag ist uns und einigen anderen genau das passiert. Ein Lehrstück für die kommenden Tage. Das Radfahren in diesem Stil fordert eben nebst dem Sportlichen auch Aufmerksamkeit, was das individuelle Radeln so spannend macht. Und sollte doch etwas schief gehen, ist Harry via Hotline jederzeit erreichbar.

Sport, Natur und Kultur

Eigentlich gibt es nichts Besseres, als auf diese Art ein Land zu erfahren. Die Routen mit 50 bis 60 Kilometern pro Tag sind so geplant, dass Zeit bleibt, am Mittag an einem schönen Örtchen die Pasta zu geniessen, oder kurz mal unter einen Baum zu liegen.

Wir übernachten in kleinen Städten wie Porto Christo, wo wir die Drachenhöhlen (Tropfsteinhöhlen) mit dem grössten unterirdischen See der Welt besuchen. Dort hat sich einer Einzigartiges einfallen lassen: Am Ende des einstündigen Rundgangs durch die Höhlen nehmen die 400 Besucher auf einer Tribüne Platz und lauschen der Musik, die da erklingt. Auf einem Boot tauchen die vier Musiker auf und spielen Vivaldi, Haydn und Bach. Ein unvergessliches Erlebnis.

Abfahrt nach Fornalutx

Zum spirituellen Zentrum der Insel, dem Kloster Lluc–einem beliebten Wallfahrtsort im Nordwesten auf 500 Metern Höhe–führt uns Harry mit seinem Bus, die Räder auf dem Anhänger. Eine beeindruckende Busfahrt vorbei an grossen Stauseen mit anschliessenderAbfahrt per Rad nach Fornalutx, in «eines der schönsten Dörfer Spaniens», wie es heisst. Bei strahlendem Frühlingswetter essen wir auf einer Terrasse Paella und frischen Fisch.Am siebten Tag rattern wir mit der Nostalgiebahn von Sóller, einem kleinen Ort am Meer im Westen der Insel, über Serpentinen auf die Höhen des Tramuntana-Gebirges, dann hinunter durch das Tal der Orangen in die Hauptstadt Palma. Dort führt uns ein kompetenter Stadtführer durch die wunderschöne Altstadt(Führung auch privat buchbar: pavelpatrovsky@hotmail.com).

 Für jedes Alter

Sport, Kultur, Natur heisst das bewährte Rezept. Unter den Teilnehmern gab es solche, die darauf schwören und seit Jahren mit Eurotrek beziehungsweise Eurobike unterwegs sind. Für ein Ärzte-Ehepaar aus Bochum etwa war es die fünfzehnte Tour. Und mit welcher Lebensfreude die beiden–64 und 69 Jahre alt–die Etappen schafften! Für ältere Semester war die Tour nicht ohne: Vorab die ersten drei Tage mit je rund 60 Kilometern waren bisweilen happig. Mit der Anreise an Ostern fehlt eben auch das Training. Ausserdem sind an Ostern einige Hotels übervoll, und die Belagerung der Buffets abends ist gewöhnungsbedürftig. Die Temperaturen um die 18 Grad sind allerdings ideal. Und: Was wäre die Radtour ohne Wetterglück?

 Auch Radrennfahrer aller Nationen tauchen im Frühling in Horden auf, darunter viele Profis zum Training: Mallorca ist die Radfahrerinsel par excellence. Der Schweizer Max Hürzeler ist mit seinen riesigen Velostationen omnipräsent. «In 15 Minuten hat man in diesen Stationen das passende Rennrad», sagt uns eine Rennradfahrerin, die auch mal an einem Tag 2000 Höhenmeter und 180 Kilometer zurücklegt. Eine Plage für uns «Sonntagsfahrer»? Nein, denn auch wir profitieren von den gut ausgebauten Velowegen und Beschilderungen auf der Insel.

Die Reise wurde mit Unterstützung von Eurotrek ermöglicht.

Malerisch: Die Tour führt vorbei an hübschen Dörfern und Orangenbäumen. Bilder zvgCala Blava an der Südküste, in der Nähe von Palma.Sóller, ein ruhiger Ort am Fusse des Tramuntana-Gebirges.

Mallorca: 700 000 Einwohner und sieben Millionen Touristen pro Jahr

M allorca gehört mit Ibiza und Menorca zu den Balearen. Rund 700 000 Menschen leben auf der Insel. Jährlich kommen sieben Millionen Touristen hinzu. Von der Schweiz aus ist Palma in eineinhalb Flugstunden zu erreichen.

Die südöstliche Bucht ist in fünfzehn Balnearios unterteilt. Der Nummer sechs, bekannt als «Ballermann», haben deutsche Touristen einen zweifelhaften Ruf beschert. Bisweilen herrscht auf der Insel Wasserknappheit. Mit Trinkwassergewinnung aus Meerwasser wird das Problem etwas entschärft. Überraschend ist, dass Fisch auf der Insel Mangelware ist. Die Gewässer rund um die Insel sind planktonarm und daher relativ fischarm. Die Inselküche beruht daher auf Schweinefleisch.

Eindrückliche Kathedrale

In der Altstadt Palma ist die gewaltige Kathedrale «La Seu» das bauliche Wunderwerk: ein prachtvoller gotischer Bau. Überraschend sind auch die vielen grosszügigen Plätze und Paläste: Zeugen der Herrschaft der Mauren vom 9. bis ins 13. Jahrhundert und der Könige von Aragón. 1983, nach der Wiederherstellung der spanischen Monarchie, wurden die Balearen autonom.

Von Mallorca angetan ist die Zürcherin Irma Schadegg: Vor 35 Jahren ist sie als Reiseleiterin ins Land gekommen und managt mittlerweile das historische Jugendstilhotel THP Felip am Hafen von Porto Christo. Sie habe nie Heimweh gehabt, sagt sie. Trotzdem müsse sie ab und zu die Insel verlassen. «Wenn mich der Inselkoller überkommt, fahre ich kurz entschlossen nach Palma, steige ins Flugzeug und fliege für ein paar Stunden nach Barcelona.» il

Tipps und Infos

Ohne Gepäck rund um die Insel

Seit über 20 Jahren organisiert Eurotrek Radreisen. Die grosse Mallorca-Rundfahrt ist eine der ältesten und beliebtesten Destinationen, vor allem im Frühjahr. Das Gepäck wird von Hotel zu Hotel transportiert.

Route:Die achttägige, individuelle Tour führt von der Hauptstadt Palma nach Sant Jordi, Porto Cristo, C`an Picafort, Inca und mit der Nostalgiebahn über das Tramuntana-Gebirge nach Palma zurück. Rund 280 Radkilometer.

Kosten:900 bis 1000 Franken mit Halbpension und Aufenthalt in sehr guten Hotels am Meer. Zusätzlich: Radmiete 98 Franken, Elektrobike 208 Franken. Plus Flugkosten.

Reisedaten:Anreise jeden Freitag bis zum 21. Juni und vom 4. September bis zum 18. Oktober 2015. Eurotrek führt über 70 geführte und individuelle Radreisen in ganz Europa durch.il

Mehr zum Thema