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«Man könnte es Schicksal nennen»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Fast sechstausend Kilometer Meer und Land liegen zwischen der Schweiz und Montreal in Kanada. Als Thierry Schmutz im Jahr 1985 ins Flugzeug stieg, um dort sein Studium als Chiropraktiker anzutreten, war diese Distanz gefühlsmässig noch grösser. Es gab kein Internet, keine Whats­app- oder SMS-Nachrichten, und Telefonanrufe waren ungemein teuer. «Es war ein sehr schwerwiegender Entscheid. Man musste sich wirklich sicher sein, dass man den richtigen Beruf gewählt hatte.»

Heute sitzt der 57-jährige Basler im hellgrün gestrichenen Zimmer seiner Praxis in Murten. Kanadische Kunst hängt an den Wänden, auf einem Regal steht eine indigene Figur. «Kanada ist meine zweite Heimat», sagt Thierry Schmutz. «Wenn es sein müsste, würde ich dorthin auswandern.» Nur im Notfall? Auf die Frage lacht er, doch nach einer kurzen Pause bejaht er sie. Fast alles, was er braucht, hat er hier in Murten.

Um es zu finden, überquerte er den Atlantischen Ozean. «Ich habe das Glück immer ein bisschen gesucht», sagt Thierry Schmutz. Erste Wegweiser dazu fand er schon früh. «Es ist eigentlich eine Freiburger Geschichte, obwohl ich kein Freiburger bin», beschreibt er die Anfänge seiner Lebensgeschichte. In Basel aufgewachsen, fuhr er mit seinen Eltern oft an Murten vorbei, um Verwandte zu besuchen. Oben auf dem Hügel in Burg, dort, wo man Murten von Osten her zuerst erblickt, verspürte er jeweils ein wenig Ehrfurcht: «Die plötzlich auftauchende Sicht auf den See und die Stadt imponierte mir.»

Mikrokassetten übers Meer

Die Begeisterung für seinen Beruf hat später eingesetzt als die für seinen Wohnort. Als Kind wollte er nämlich unbedingt Landwirt werden. Als ein Chiropraktiker seine Mutter aber von chronischen Schmerzen befreite, änderte sich sein Berufswunsch sofort. Zu dem Zeitpunkt war ein Chiropraktik-Studium in der Schweiz jedoch noch nicht möglich. Dem Beispiel seiner grossen Schwester – ebenfalls Chiropraktikerin – folgend, ging er also für vier Jahre nach Kanada.

«Dort haben wir neben dem Studieren natürlich auch ein bisschen gefestet», erinnert sich Thierry Schmutz. An einer Studentenparty lernte er Martine Randoll, seine Frau, kennen. Als er wieder zurück in die Schweiz zog, kommunizierten die beiden zwei Jahre via Mikro­kassetten, die sie sich per Post über den Atlantik hin und her sendeten. Dann, endlich, wurde die Kommunikation etwas einfacher und günstiger: Martine Randoll flog zu Thierry Schmutz in die Schweiz. Die beiden zogen in den Kanton Freiburg, wo sie drei Kinder grosszogen. Ihr Haus liegt genau dort, wo man vom Hügel aus den Blick auf Murten und den See hat. Das bringt Thierry Schmutz manchmal zum Schmunzeln: «Ich bin einfach genau da gelandet, wo ich schon seit der Kindheit immer sein wollte», sagt er. «Man könnte das Schicksal nennen, wenn man will.»

Kundschaft aus Mexiko

In die Praxis von Martine Randoll und Thierry Schmutz kommen Patienten jeder Altersklasse und aus allen erdenklichen Orten. Zwei ihrer Kunden seien nach Mexiko und Malaysia ausgewandert, kämen aber immer noch regelmässig zu ihnen in die Behandlung. Die Tätigkeit als Chiropraktiker hatte nicht immer einen so guten Ruf: In den 1930er-Jahren wurde beispielsweise im Kanton Luzern das Ausüben dieses Berufs mit einem Gefängnisaufenthalt bestraft, erzählt Schmutz. Heute wird die Behandlungsmethode von der Krankenkasse anerkannt.

«Meine Vision ist, dass auch nach mir und meiner Frau jemand unsere Chiropraktik-Praxis in Murten weiterführt», sagt Thierry Schmutz. Er und Martine Randoll engagieren sich für den Nachwuchs. Beide sind seit mehreren Jahren als Experten in der eidgenössischen Prüfungskommission tätig. Nach seiner Pensionierung möchte Thierry Schmutz in einem reduzierten Pensum arbeiten. Aber noch wichtiger: Er möchte wieder auf Glückssuche gehen. Dieses Mal vielleicht in Südamerika oder Asien.

Serie

Eine Stafette mit Porträts

In einer losen Serie stellen die FN verschiedenste Menschen aus ihrem Einzugsgebiet vor. Die Serie funktioniert wie eine Stafette: Es ist der Porträtierte, der das nachfolgende Porträt bestimmt.

jmw

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