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«Man muss als Grossrat die Augen offen haben»

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«Ich bin immer gerne in den Grossen Rat gegangen», sagt Josef Fasel beim Rückblick auf seine Parlaments­tätigkeit. Der 66-jährige Alterswiler hat auf eine erneute Kandidatur verzichtet, «weil ich das Gefühl hatte, dass 20 Jahre genug sind. Jetzt dürfen andere mal was tun, und zudem sollen die Jungen eine Chance haben, sich zu engagieren».

1996 ist Josef Fasel als Vertreter der Landwirte in den Grossen Rat gekommen. Als damaliger Präsident des Freiburger Bauernverbandes stellte er das Bindeglied zwischen Landwirtschaft und Politik dar. «Es gab kaum eine Diskussion im Grossen Rat über landwirtschaftliche Themen, die an mir vorbei gegangen ist», erinnert er sich. Möglich sei dieses Engagement ausserhalb des Betriebs nur gewesen, weil seine Frau Madelaine immer auch dazu gestanden und zu Hause nach dem Rechten geschaut habe. Als Mitglied der Kommission für Strassen und Wasserbau während 15 Jahren habe es immer wieder Berührungspunkte zu seinem Kerngebiet gegeben. «Für Eingriffe in beiden Bereichen braucht es Land, oft ist das Landwirtschaftsland.» Er habe deshalb viel Koordinationsarbeit leisten und auch viel bewegen können. Als Beispiel nennt er eine Verbauung an der Sense bei Zollhaus. Dort habe er vor etwa drei Jahren mitbekommen, dass der Fluss das Ufer auf der Strassenseite derart unterspülte, dass grosse Schäden drohten. «Bei einer Ortsbesichtigung konnte ich den Staatsrat überzeugen, dass Massnahmen notwendig sind.» So wurden viele Kubikmeter Kies aus dem Flussbett zur Verstärkung an die Böschung verschoben.

Eine gute Zeit

«Man muss als Grossrat die Augen offen halten. Es gibt Situationen, in denen auch einer allein viel bewegen kann.» Er habe diese 20 Jahre als gute Zeit erlebt. «Natürlich ist nicht immer alles so gelaufen, wie man es gern gehabt hätte.» Das müsse man akzeptieren und versuchen, Kompromisse zu finden. Dies hat er auch bei seinem zweiten grossen Thema – den erneuerbaren Energien – erfahren. «Ich habe das Thema noch vor Fukushima in den Staatsrat gebracht.» Er habe nicht nur davon reden wollen, Sorge zur Umwelt zu tragen, sondern wollte konkrete Vorschläge machen. Auf seine Motion hin wurde 2007 das Energiegesetz dahingehend geändert, dass Staat und Gemeinden für alle ihre neuen Gebäude CO2-neutrale Mittel zur Wärmeproduktion für Heizung und Warmwasser benutzen müssen. «Der begrenzte Rohstoff Erdöl ist einfach zu schade als Heizmittel», sagt er.

Er kann gut damit leben, dass er nun nicht mehr als Grossrat mitdiskutieren kann. «Ich werde ab und zu auf die Tribüne sitzen und zuhören, was läuft.»

In einer losen Serie ziehen die «Freiburger Nachrichten» Bilanz mit langjährigen Grossrätinnen und Grossräten, die am 6. November nicht mehr zur Wahl angetreten sind oder abgewählt wurden.

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