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«Man muss das Land lieben, in dem man verkauft»

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Laurastar, für diesen Namen gibt es unterdessen eine chinesische Übersetzung. Das ist wichtig, denn die chinesische Kundschaft fühlt sich sehr durch Marken angesprochen, sagt Jean Monney, CEO des Familienunternehmens mit Sitz in Châtel-St-Denis.

Monney war ursprünglich im Bereich Kleidung und Accessoires tätig. Auf den Firmen- und Produktnamen kam er durch eine italienische Designerin mit Vornamen Laura. Doch dann wechselte Laurastar die Strategie: Die Firma produziert seither Bügeleisen und Bügelsysteme im oberen Marktsegment.

Genau dies kommt in der wachsenden Mittelschicht Chinas immer besser an. Statt auf Pressing setzen Chinesen vermehrt auf Bügeln. Sie kleiden sich gerne gut ein, entsprechend wichtig ist ihnen auch die Pflege der Kleidung, so Monney.

«Die Schweiz und Deutschland geniessen in China hohes Ansehen als Garant für Qualität», sagt der Patron. Doch Laurastar lässt es nicht dabei bewenden: «Wir probieren ständig, unsere Marke noch auszubauen. Wir nehmen etwa an der Shanghai Fashion Week teil und wir arbeiten mit einem chinesischen Fashion-Model als Markenbotschafterin zusammen.»

Dabei ist es gar nicht entscheidend, dass Laurastar-Geräte eigentlich in Portugal hergestellt werden. Denn für die Entwicklung und das Design sind die rund 100 Angestellten in Châtel-St-Denis zuständig.

Der Firmenchef Jean Monney kannte China von einer privaten Reise. Als 2011 eine Freiburger Delegation an die Verbraucherwarenmesse nach Ningbo reiste, war Monney mit dabei. Dabei reifte der Entscheid, das Freiburger Unternehmen auf dem chinesischen Markt zu etablieren. «Man muss das Land lieben, in dem man verkauft», sagt Monney.

Die Vorbereitungen für den Marktauftritt waren für Laurastar zeitaufwendig: Das Unternehmen brauchte dafür rund drei Jahre. «Ein Jahr war für die Homologierung und die technische Abnahme nötig», so Monney. Dazu testete die Firma mit Präsentationen in Einkaufszentren, wie ihr Produkt bei der chinesischen Kundschaft ankommt. «Am Anfang ging es nicht so gut», erinnert sich Monney. Als er aber Schweizer als Ausbildner nach China schickte, wurden die Reaktionen positiv.

Seit 2014 verkauft Laurastar in China. Aus den ersten fünf bis sechs Verkaufsstellen sind heute 60 geworden. Um das Verkaufsnetz auszubauen, setzt Laurastar auf Handelsvertretungen im Land. Diese sind von der Entgegennahme der Ware bis zur Lieferung an die Verkaufsstellen zuständig. Und sie übernehmen auch den Kunden- und Reparaturdienst in China. Die Partner versprechen für dieses Jahr eine Verdoppelung der Laurastar-Verkäufe; damit wird China für das Freiburger Unternehmen neu zum grössten Exportmarkt vor Australien.

Interessant ist nicht nur das Volumen, sondern auch die Kaufkraft der Chinesen. Gemäss Michael Monney, kaufmännischer Direktor, kosten die Geräte 400 bis 600 Franken, Bügelsysteme 1000 bis 2200 Franken. In China sei der Preis aber doppelt so hoch.

Vieles regeln chinesische Partner vor Ort, rund alle drei Monate fliegt aber ein Vertreter des Familienunternehmens nach China. «Kohärenz ist uns wichtig. Wir wollen nicht, dass es in China aus dem Ruder läuft», sagt Jean Monney.

Bis vor wenigen Jahren war China noch ein schwer zugänglicher Markt. Da das chinesische Wirtschaftswachstum aber mit dem Bevölkerungszuwachs Schritt halten muss, fallen immer mehr Schranken. Freiburg baut seit fünf Jahren Beziehungen zur Provinz Zhejiang auf. Seit diesem Jahr kann dieWirtschaftsförderungFreiburger Firmen Unterstützung vor Ort anbieten.

Der Fall der Chinesischen Mauer

Diese Regelung gilt ab sofort.» Diese Aussage eines DDR-Funktionärs löste 1989 den Fall der Berliner Mauer aus. Aus dem Mund von Joël Savary kommt dieser Satz für die Freiburger Wirtschaft dem Fall der Chinesischen Mauer gleich.

Vor 40 Mitgliedern der Freiburger Handels- und Industriekammer informierte Savary über die «Initiative Freiburg-Zhejiang»: ein Wirtschaftsförderungsprogramm mit der drittreichsten chinesischen Provinz. Die Veranstaltung am Donnerstag markierte den Startschuss dieses Programms. Wenn eine Freiburger Firma ausgehend von Zhejiang in China Geschäfte tätigen will, dann stehen ihr ab sofort eine Reihe von Unterstützungsmassnahmen zur Verfügung.

Ein Freiburger Aussenbüro

Savary erklärte, aus welchen Punkten diese Unterstützung im Wesentlichen besteht. So findet ein interessierter Unternehmer dank der Initiative Kontakte vor Ort vor. Diese reichen bis zur Einbettung in offizielle Delegationen. Auch steht einem Interessenten aus Freiburg im Gebäude der Wirtschaftsförderung der Provinz Infrastruktur wie Büros oder Konferenzsäle zur Verfügung. Die Freiburger Wirtschaftsförderung hat somit seit Beginn dieses Jahres in der Provinzhauptstadt Hangzhou einen Aussenstandort.

Eine Firma, die bei der Freiburger Wirtschaftsförderung ein valables Projekt für den chinesischen Markt einreicht, kann auf finanzielle Unterstützung zählen. So wird ein Betrag von bis zu 50 Prozent der Projektkosten oder maximal 25 000 Franken bereitgestellt. Weiter beteiligt sich der Kanton an den Infrastrukturkosten für einen Arbeitsplatz für maximal ein Jahr in China.

Dazu muss eine Firma gemäss Savary einige Voraussetzungen erfüllen: «Sie muss Aktivitäten im Kanton Freiburg haben und aufzeigen, dass sie mit ihrem Projekt Arbeitsplätze schafft oder aufrechterhält.» Zhejiang soll Freiburger Firmen als Türöffner für den chinesischen Markt dienen. Möglich sind auch weitergehende Kontakte für andere Regionen in China. Die Unternehmer können sich etwa an Nicolas Musy wenden, der am Donnerstag den chinesischen Markt vorstellte (siehe Kasten). Er ist Freiburger, und als Gründer und Direktor des Swiss Center Shanghai hilft er Firmen beim Eintritt in den chinesischen Markt.

«Wir wollen den Freiburger Firmen neue Perspektiven bieten», sagte Volkswirtschaftsdirektor Beat Vonlanthen (CVP). Er erwähnte die bisher geleistete Aufbauarbeit seiner Direktion in China. Es begann mit einer Absichtserklärung zur Zusammenarbeit vor fünf Jahren; damals war eine Freiburger Delegation Ehrengast der Verbraucherwarenmesse in Ningbo. Zwei Jahre später wurde daraus eine Partnerschaftsvereinbarung.

Mit der Eröffnung eines Büros in der Provinzhauptstadt wird diese Partnerschaft nun in die Tat umgesetzt. Wie Vonlanthen ankündigte, reist er mit einer Freiburger Delegation im April nach Hangzhou, um die «Initiative Freiburg-Zhejiang» auch in China offiziell zu lancieren. Unternehmer mit China-Plänen sind eingeladen, mitzureisen. Jean-Claude Mossier, Direktor der Freiburger Wirtschaftsförderung, erklärte, dass diese Art von Förderung eines neuen Absatzmarktes im kantonalen Gesetz über die Wirtschaftsförderung festgehalten ist. «Das Geld ist budgetiert und steht zur Verfügung», so Mossier gegenüber den FN. Was, wenn die Nachfrage grösser ist als erwartet? «Dann haben wir ein schönes Problem.»

Nicolas Musy vom Swiss Center Shanghai erklärte Freiburger Unternehmern das Potenzial des chinesischen Marktes. Bild Aldo Ellena

China: Ein Markt mit grossem Potenzial

D er Freiburger Nicolas Musy berät seit bald 30 Jahren Schweizer Betriebe, die in den chinesischen Markt eintreten. Daraus gründete er das Swiss Center Shanghai. Musy erklärte am Donnerstag in Freiburg das Wachstum der chinesischen Wirtschaft. Diese wachse zwar nicht mehr im zweistelligen Prozentbereich, aber immer noch dreimal mehr als jene der europäischen Länder. «Jedes Jahr wächst das chinesische BIP um 1000 Milliarden Franken», so Musy. «Fünfmal mehr als in Indien, zweimal mehr als in den USA.» China sei heute weniger als Produktionsstandort, sondern eher als Konsummarkt interessant. Wie Musy aufzeigte, wächst die Mittelklasse (Einkommen von 16 000 bis 34 000 Dollar) innert zehn Jahren von 6 auf 50 Prozent der bald 1,5 Milliarden Einwohner. Und: Nirgends in der Welt wächst der Einkauf über das Internet so rasant wie in China. uh

 

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