Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Man muss Menschen mögen»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Zehn Jahre Qualifizierungsprogramm im Hotel des Alpes in Düdingen

Autor: Von IMELDA RUFFIEUX

Die Idee war an sich einfach: In einem Gastrobetrieb sollten arbeitslose Menschen die Chance erhalten, die Branche anhand praktischer Arbeit fundiert kennenzulernen und sich so eine Basis für eine spätere Anstellung zu erarbeiten. Obwohl es so ein Programm vorher im Kanton Freiburg nicht gegeben hat, stiess das Konzept der Initianten Marie-Louise Rudaz, Marie-Theres Meuwly und Tobias Zbinden vor zehn Jahren überall auf offene Ohren.Angesichts der damaligen Wirtschaftslage mit einer Arbeitslosenquote von knapp fünf Prozent war das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit bereit, das Konzept als arbeitsmarktliche Massnahme zu unterstützen.

Konzept laufend angepasst

«Das Schwierigste damals war, dass noch niemand Erfahrung über den Betrieb eines solchen Programms hatte. Es war eine Herausforderung, das Konzept in die Praxis umzusetzen, aus Fehlern zu lernen und die Strukturen immer wieder anzupassen», erinnerte sich Marie-Louise Rudaz. Sie ist Präsidentin des Trägervereins «Gastro Projekt Freiburg» und arbeitet in der Administration mit. Es sei sehr schön, dass so viele Leute durch das Programm die Chance erhalten haben, beruflich wieder Fuss zu fassen.

Ein eingespieltes Team

An der Feier zum zehnjährigen Bestehen vom Samstag war man sich einig: das Konzept ist ein Erfolg. Ein Erfolg allerdings, der nicht von allein kommt, sondern mit viel Arbeit verbunden ist. Dass es nicht einfach ist, einen Gastbetrieb professionell zu führen, wenn die Mitarbeiter ständig wechseln, kann auch ein Aussenstehender nachvollziehen.«Wir sind ein eingespieltes Team von Fachleuten, das den Leistungsauftrag, erwerbslose Menschen in die Berufswelt wieder einzugliedern, sehr ernst nimmt», erklärte Regina Stauffer. Sie arbeitet seit neuneinhalb Jahren im des Alpes, zuerst als Chef de Service und später als Betriebsleiterin.Sie erinnerte daran, dass man die erwerbslosen Menschen zuerst dazu bringen müsse, wieder freiwillig zu lernen. Dieses Lernen müsse interessant gestaltet und kontrolliert werden.

Umsatz entwickelte sich erfreulich

Gestartet ist das Programm mit elf Plätzen, mittlerweile sind es 20. Die Teilnehmer waren zuerst sechs Monate im Betrieb, heute verbringen sie dort noch drei Monate. Das Leitungsteam setzt sich heute aus zehn Personen (680 Stellenprozente) zusammen. Mittlerweile werden auch Lehrlinge ausgebildet: jeweils zwei in der Küche und im Service. «Die anfängliche Sorge um den Umsatz ist heute zur Freude geworden», hielt die Betriebsleiterin fest.

Dem Arbeitssuchenden und dem Arbeitsmarkt angepasst

Die gebürtige Deutsche ist schon seit 33 Jahren im Hotelfach tätig und mit Leib und Seele bei der Arbeit. «Man muss Menschen mögen», sagt sie und meint dies sowohl im Hinblick auf ihre Arbeit als Fachperson wie auch als Lehrmeisterin und als Gastgeberin. Glückwünsche kamen am Samstag von Marc Genilloud, Leiter des kantonalen Amtes für den Arbeitsmarkt. Er erinnerte an die Ausgangslage vor zehn Jahren und die Schwierigkeit, eine arbeitsmarktliche Massnahme auf die Beine zu stellen, die sowohl das Alter, die Ausbildung, den beruflichen Werdegang und die Motivation des Arbeitssuchenden berücksichtige, wie auch den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes angepasst sei.Das Programm im des Alpes habe diese Voraussetzungen erfüllt und sei deshalb ein wertvoller und unverzichtbarer Partner. Er dankte dem Verein für sein Engagement, das über die Kantonsgrenzen hinaus Anerkennung gefunden habe.

Vom Risiko zur Erfolgsgeschichte

Tobias Zbinden unterstrich in seiner Ansprache den Wert einer guten Ausbildung und dankte allen, die vor zehn Jahren das Risiko eingegangen sind und das Projekt mitgetragen haben.Hildegard Hodel, Gemeindepräsidentin von Düdingen, sprach von einer zehnjährigen Erfolgsgeschichte. Das Programm bringe die Fähigkeiten von Menschen zum Vorschein. Die Gäste profitieren von der Qualität der Arbeit, und die hervorragende Betriebsführung sei Vorbild für andere Gastbetriebe. «Der Gast und der Auszubildende erfahren hohe Wertschätzung und Respekt.»Mit einem Seitenhieb an Politiker und ihre Versprechen vor den Wahlen forderte sie diese auf, weniger stehen bzw. sitzen zu bleiben und mehr Ziele ins Auge zu fassen und vorwärts zu gehen. Die Gemeindepräsidentin wünschte dem Verein zum Schluss, dass der Pioniergeist der ersten Stunde auch weiterhin anhält.Als äusseres Zeichen des Jubiläums liessen die Mitglieder des Leitungsteams zehn grosse bunte Ballons mit Wünschen für die Zukunft in den Himmel steigen. Zum Motto der Feier – Begegnung – passten auch die Werke von Brigitte und Werner Keist. Musikalisch wurde der Anlass umrahmt vom Jazzduo Tobias Stritt und Simon Gross.

Mehr zum Thema