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«Man weiss nicht, was einen erwartet»

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Autor: Lukas Schwab

Auf den ersten Blick ist Hari ein ganz normaler Hund: Er begrüsst Besucher mit wedelndem Schwanz und lässt sich gerne streicheln. Dass der achtjährige belgische Schäferhund als ausgebildeter Katastrophensuchhund eben erst aus dem Erdbebengebiet auf Sumatra zurückgekehrt ist, merken ihm Aussenstehende nicht an. Für Carla De Pretto, seine Hundeführerin und Besitzerin, sind die Strapazen der vergangenen Tage jedoch erkennbar: «Er ist sehr ruhig, schläft viel und hat deutlich abgenommen.»

Sucharbeit als Spiel

Trotz der Anstrengung mache die Sucharbeit Hari sichtlich Spass, erklärt De Pretto. «Für ihn ist es ein Spiel.» So erhält er, wenn er Menschengeruch wahrnimmt und bellt, jeweils eine Belohnung. «Einen Unterschied zwischen Training und Ernsteinsatz kennt er nicht», ist sie überzeugt.

Für De Pretto selber war die Abweichung zwischen Training und Rettungseinsatz hingegen spürbar. «Obwohl man sich mental auf den Einsatz vorbereitet, hatte ich ziemlich zittrige Beine, als ich erfuhr, dass es losgeht», erzählt sie. Viel Zeit zum Nachdenken hatte sie aber nicht: 24 Stunden nach der Ankündigung, sich bereitzuhalten, sass sie bereits im Flugzeug nach Sumatra.

Viele bleibende Eindrücke

In Pandang nahm Carla De Pretto erstmals das gewaltige Ausmass der Zerstörung wahr. «Bei der Fahrt durch die Stadt und dem Anblick der zerstörten Häuser wurde mir bewusst, wie heftig das Erdbeben gewesen sein muss», erzählt sie. Einige dieser Bilder werde sie wohl nie mehr vergessen.

Als der erste Einsatz unmittelbar bevorstand, sei sie nervös gewesen. Plötzlich ging es um Menschenleben und die Angst, den Hund nicht richtig zu lesen, kam auf. «Anders als im Training weiss man im Ernstfall nicht, was einen erwartet», erzählt sie. In dieser Situation seien die Berater und Equipenleiter eine grosse Hilfe gewesen. «Durch ihre Unterstützung habe ich Sicherheit und Vertrauen gewonnen.»

Als Hari schliesslich loslief, habe sich die Nervosität aber schnell verabschiedet. «Wenn es losgeht, gilt die volle Konzentration dem Hund, alles andere tritt in den Hintergrund», erklärt sie. Einzig die Angst vor einem Nachbeben habe noch Platz gehabt: «Innerlich hatte ich immer den Fluchtweg im Kopf.» Neben den psychologischen Aspekten machten den Helfern und den Hunden vor allem das Klima zu schaffen: «Die enorme Hitze und Feuchtigkeit waren eine grosse Belastung.»

Rettungen blieben aus

Was einem durch den Kopf geht, wenn ein Hund einen Fund anzeigt, ist laut De Pretto schwer zu beschreiben. «In erster Linie hofft man, jemanden lebend zu bergen», erklärt sie. Beim Einsatz in Sumatra ist dies leider nicht gelungen. «Wir hatten zwar Anzeigen, Leben konnten aber leider keine gerettet werden.» Obwohl dies natürlich ernüchternd sei, habe sie die Dankbarkeit und die Solidarität der Bevölkerung berührt.

Ob auch Hari im Einsatz einen Fund angezeigt hat, will De Pretto nicht verraten. «Das ist sozusagen ein Ehrenkodex, Funde sind ein Erfolg des Teams, nicht des Einzelnen», erklärt sie.

Die Verarbeitung des Einsatzes habe auf der Heimreise so richtig begonnen und werde noch eine Weile andauern, sagt De Pretto. Ein erstes Fazit zieht sie dennoch: «Ich habe innert kürzester Zeit enorm viel erlebt, und es war schön, helfen zu können. Ich würde jederzeit wieder gehen.»

Jahrelanges Training

Der Weg bis zur Einsatzfähigkeit eines Katastrophenhundeteams ist lang und erfordert viel persönliches Engagement. Um stets einsatzbereit zu sein, wird ein- bis zweimal wöchentlich auf Übungsgeländen der Armee oder Zivilschutzanlagen trainiert. «Bis mittels eines Tests über die Einsatzfähigkeit von Hund und Hundeführerin entschieden wird, braucht es in der Regel drei bis vier Jahre Ausbildung.» Sie selber hat ihren Einsatztest vor zwei Jahren bestanden.

Carla De Pretto ist mit Hunden aufgewachsen und war stets von der Möglichkeit fasziniert, einen Hund als Helfer für etwas Gutes einzusetzen. «Dieses Hobby ist meine grosse Leidenschaft», erklärt sie mit funkelnden Augen.

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