Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Mängelliste als Chance für die Zukunft

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Im Eingangsbereich haben Benutzer die Möglichkeit, mittels Klebezetteln ihre Wünsche für die zukünftige Gestaltung der Kantons- und Universitätsbibliothek (KUB) anzubringen. «Öffnungszeiten am Sonntag», «eine Ecke zum Entspannen», «höhere Lavabos» und «klimatisierte Räume» steht da etwa geschrieben.

«Wir planen eine ganz neue Philosophie», sagt KUB-Direktor Martin Good. «In Zukunft wird es mehr Platz für die Benutzer und weniger Platz für die Lager haben.» Wie er sagt, gehe es beim Um- und Ausbauprojekt, das am 10. Juni zur Abstimmung steht (siehe Kasten unten), nicht in erster Linie darum, Probleme zu beheben.

«Achtung Kopf!»

Doch Probleme bietet die Zentralbibliothek mit dem Hauptgebäude aus dem Jahr 1910 und einer Erweiterung von 1974 zuhauf. Martin Good ist eine gross gewachsene Person. Und wenn der Direktor Besucher durch seine Bibliothek führt, muss er da und dort den Kopf einziehen, weil Lüftungskanäle in den Gängen weit nach unten ragen. Das gilt auch für den Multimediasaal mit CDs und DVDs. «Eigentlich wurde dieser Raum als Magazin angelegt. Er ist nicht benutzerorientiert», so Good.

Doch selbst da, wo Magazine auch weiter als solche genutzt werden, macht Good auf Mängel aufmerksam. Er zeigt einen Raum mit wertvollen Beständen mittelalterlicher Manuskripte. «Es ist zu warm und zu feucht hier», meint er fast entschuldigend. «Die Klimaanlage ist gerade ausgestiegen. Ersatzteile gibt es in Amerika.»

Schlechte Isolation

Auch da kommt er zum Schluss, dass der Raum für eine solche Lagerung nicht geeignet ist. Er klopft an die dünne Fensterscheibe hinter der Klimaanlage und bemerkt, dass isolationstechnisch einiges im Argen liegt. «Das neue Projekt sieht eine passive Klimatisierung vor», erklärt Good. «Das Lager wird in den Boden verlegt. Da herrschen viel bessere klimatische Bedingungen, und es braucht deutlich weniger Energie.» Unübersehbar sind die Probleme in den alten, über 100-jährigen Magazinen. Da haben sich Risse in den Wänden und Böden gebildet, und selbst beim Stehen fühlt man, dass der Boden durchhängt. «Der Boden senkt sich ab», bestätigt Good. «Statische Probleme sind schon länger bekannt. Aber letzten Sommer mussten wir die Räume mit 250 Stahlstützen sichern. Es ist ein Sanierungsfall.»

Nebst dem Gebäude selber entspricht auch die zentrale Lagerung nicht mehr heutigen Bedürfnissen. Viele Bücher sind in Rollregalen gelagert. «Es hat hier die tollsten Sachen», meint Good. «Aber nur für jemanden, der weiss, was er will.» Entsprechend sieht das Konzept der Bibliothek vor, einen grossen Teil der Lager ins künftige Kulturgüterdepot nach Domdidier umzusiedeln. Dafür sollen statt den heutigen 40 000 künftig 300 000 Bücher für eine Freihand-Nutzung zur Verfügung stehen.

Arbeitsplätze in Nischen

Neben den Bücherregalen im Untergrund stehen vereinzelt Tisch und Stühle. Sie dienen als Arbeitsplätze für Einzelpersonen und Gruppen. Diese Benutzer sollen in Zukunft nicht mehr in dunkle Ecken gedrängt, sondern in modernen und hellen Räumen arbeiten können. Von hellen Räumen kann auch das für die Fotosammlungen zuständige Personal bislang nur träumen. Die Lager befinden sich hinter dicken Luftschutzmauern, und Ablageflächen sind rar.

Mit der neuen Bibliothek sollen zwei weitere Probleme behoben werden: die ungenügenden Fluchtwege und die Behindertenzugänglichkeit. Wer mit einem Rollstuhl in die KUB will, wird bislang durch eine Seitentüre hineingelassen und gelangt über zahlreiche Gänge und Lifte in die Haupträume der Bibliothek.

Der Seiteneingang für Gehbehinderte dient zugleich der Anlieferung von Bibliotheksmaterial. Es kam schon vor, dass Lieferanten sich dann mit einer Parkbusse an ihrem Fahrzeug wiederfanden. Bei der «KUB des 21. Jahrhunderts» wird es dafür einen reservierten Parkplatz haben.

Zur Abstimmungsvorlage

Die grösste Kulturinstitution des Kantons

Die Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg spielt eine zentrale Rolle für die Ausbildung, die Kultur und das Freiburger Kulturerbe. Mit ihrer Infrastruktur ist sie nicht mehr in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen, heisst es in den Unterlagen zur Abstimmung vom 10. Juni. Das Gebäude der Zentralbibliothek an der Joseph-Piller-Strasse in Freiburg stammt aus dem Jahr 1910. 1974 wurde es erweitert, als die Universität 3500 Studierende zählte. Heute sind es 10 000 Uni-Studenten, und die Bibliothek verzeichnet 250 000 Eintritte und 500 000 Ausleihen im Jahr. Nun soll eine moderne Bibliothek im Dienste der gesamten Bevölkerung und aller Hochschulen geschaffen werden. Mit dem Neu- und Umbau werden folgende Ziele verfolgt: einen öffentlichen Freihandbereich schaffen; Zeitschriften und digitale Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich machen; Empfangs- und Betriebseinrichtungen verbessern; ein Lernzentrum schaffen; Aufbewahrungs- und Schutzbedingungen für Kulturgüter verbessern. Mit dem Projekt vergrössert sich die Nutzfläche von 10 600 auf 14 600 Quadratmeter. Die Zahl der Arbeitsplätze steigt von 300 auf 900. 300 000 Bücher und Zeitschriften sind in Zukunft frei zugänglich. Die Gesamtkosten betragen 79 Millionen Franken. Abzüglich der Vorstudien und Bundesbeiträge stimmt das Volk über einen 60-Millionen-Kredit ab.

uh

Mehr zum Thema