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Männliche Härte als Risikofaktor

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Selbstmord von Männern ist noch immer ein Tabuthema. Doch schon seit der Einführung der Todes­fallstatistik im Jahr 1876 ist feststellbar, dass Suizide bei Männern zwei bis drei Mal häufiger vorkommen als bei Frauen. Aus diesem Grund – und anlässlich des weltweiten Tags der Suizidprävention am kommenden Sonntag – lud die Suizid-Prävention Freiburg ­gestern zu einem Weiterbildungstag ins Freiburger Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen an der Murtengasse ein, der unter dem Motto «Warum die Männer?» stand. Rund 50 interessierte Fachpersonen folgten dieser Einladung – interessanterweise hauptsächlich Frauen, wie auch Patrick Haemmerle, Präsident der Suizid-Prävention Freiburg, in seiner Begrüssung konstatierte. Als Gastredner waren Markus Theunert, Psychologe und Leiter des nationalen Programms ­MenCare Schweiz, Lionello Zanatta, Mitgründer und Direktor der Organisation Ex-pression, sowie der Psychiater und Psychotherapeut Théodore Hovaguimian zugegen. Markus Theunert versuchte, die Zusammenhänge zwischen männlichen Erziehungsmustern und Suizidalität zu ergründen. Lionello Zanatta befasste sich mit dem Zusammenhang zwischen häuslicher Gewalt, Selbstzerstörung und Suizidrisiko. Théodore Hovaguimian ging der Frage nach, wieso sich Männer zum Sterben verstecken.

Das Prinzip der Körperferne

«Aktuell werden 73 Prozent aller Selbstmorde von Männern begangen», sagte Markus Theunert. Ein Zusammenhang mit dem gängigen Männerbild von Härte, Erfolg und Leistungsbereitschaft sei unübersehbar. Das beginne schon bei der Erziehung. Männer würden etwa dazu erzogen, nicht zu weinen, und lernten so regelrecht, ihre innere Emotionalität gefangenzuhalten. Auch auf den Schulhöfen dieser Welt gelte es für einen Jungen als grösster Fehler, weibisch oder schwul zu wirken – und diese Stereotypen wirkten bis ins Erwachsenenleben hinein. Und nicht zuletzt seien die Väter als mögliche Identifikationsfiguren oft abwesend – weil sie ja arbeiten müssten.

«So wird die Körperferne zum Sozialisationsprinzip gemacht», betonte Theunert. Statt «Ich bin mein Körper» gelte «Ich habe einen Körper». Dies führe zu einem instrumentellen Gesundheitsverständnis, einer Spaltung zwischen dem Ich und dem Körper. Aber auch gesellschaftliche Zwänge würden das Ihre dazu beitragen, dass in der Grundbefindlichkeit vieler Männer Versagensangst dominiere.

Das Trauma überwinden

Wolle sich der Mann emanzipieren – und so letztlich auch sein erhöhtes Suizidrisiko senken –, dann sei es für ihn unumgänglich, diese Spaltung zwischen Ich und Körper zu überwinden, seine eigene Emotionalität wieder zuzulassen und sich als erziehender Vater genügend Zeit für seine Söhne zu nehmen. Er sei nämlich überzeugt, so Theunert, dass sich Traumata – auch das patriarchale Trauma – von Generation zu Generation weiter fortpflanzten, wenn man sie nicht irgendwann überwinde.

«Aktuell werden 73 Prozent aller Selbstmorde von Männern begangen.»

Markus Theunert

Leiter MenCare Schweiz

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