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Mary Shelley und die freie Wahl

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Im vergangenen Frühling hat Direktorin Corinne Charpentier die Kunsthalle Fri-Art in Freiburg verlassen; diesen Sommer ist nun die letzte Ausstellung zu sehen, die ihre Handschrift trägt. Für die Kollektivausstellung hat Charpentier die Gründerinnen der in Frankreich ansässigen feministischen Kunstzeitschrift «Petunia» als Gastkuratorinnen eingeladen. Valérie Chartrain, Dorothée Dupuis und Lili Reynaud-Dewar haben dazu 19 internationale Künstlerinnen und einen Künstler gebeten, sich mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft und in der Kunst auseinanderzusetzen.

Inspirierende Biografie

Für ihre Ausstellung haben die Künstlerinnen den Titel «Pro Choice» gewählt, in Anlehnung an den Slogan «Pro Life» der amerikanischen Abtreibungsgegner. Entsprechend geht es in den ausgestellten Werken um das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Zwängen und freier Wahl, in dem Frauen sich bewegen. Ausgangspunkt ist die Biografie von Mary Shelley (1797–1851), der Erfinderin von «Frankenstein» und Begründerin der modernen Science-Fiction-Literatur. Als Wegbereiterin der Emanzipation und der weiblichen Entscheidungsfreiheit in Kunst und Kultur sei sie als Leitfigur der Ausstellung prädestiniert, schreibt die Kunsthalle: «Ihr politisches Engagement, ihre Ansichten über die sexuelle Freiheit, ihre Auflehnung gegen die bürgerlich-konservative Moral ihrer Zeit und ihre Nähe zu vielen Schriftstellern waren entscheidend.»

Auch Frankenstein selbst, der mit verirrtem wissenschaftlichem Ehrgeiz aus totem Fleisch eine widernatürliche, lebende Kreatur schafft, rege in Zusammenhang mit «Pro Choice» zum Nachdenken an: «Die Ausstellung will die reaktionären Zusammenhänge zwischen künstlerischer Produktion und biologischer Reproduktion, zwischen Schöpfung und Mutterschaftsimperativ zerschlagen.» So zeigen die Künstlerinnen in der Ausstellung nicht nur Arbeiten zu feministischen Fragestellungen, sondern auch die unzähligen Strategien, die beim Schaffensprozess offenstehen: von der Reproduktion über die Kopie bis zur Erfindung eines Alter Egos. Mal verspielt, mal selbstironisch, mal philosophisch nähert sich die Ausstellung der Debatte um Essenzialismus und Konstruktivismus an, die den Feminismus bis heute entzweit.

 Kunsthalle Fri-Art, Kleinrahmengasse 22, Freiburg. Bis zum 18. August. Mi. und Fr. 12 bis 18 Uhr, Do. 12 bis 20 Uhr, Sa. und So. 14 bis 17 Uhr.

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