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Massiver Stellenabbau bei Ilford

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«Es ist wichtig, dass wir die Kosten auf ein für uns angemessenes Niveau senken können», sagte Paul Willems, CEO der Ilford Imaging in Marly, gestern vor den Medien. Konkret bedeutet dies einen Stellenabbau von rund 40 Prozent; 92 Arbeitsplätze gehen dabei verloren.

Die Nachricht, dass der englische Investor Paradigm Global Partners LLP aussteigt, hatte Ilford Ende Juni in akute Geldnot gestürzt. Um einen Konkurs zu vermeiden, kauften Paul Willems und Finanzdirektor Jean-Marc Métrailler die Firma Ende August auf (die FN berichteten). «Die Restrukturierung ist eine weitere Massnahme, um sicherzustellen, dass wir das Unternehmen selbstständig weiterführen können», sagte Willems.

Alle Bereiche betroffen

26 Personen hätten bereits eine Arbeit gefunden, 66 Mitarbeiter erhielten noch eine Kündigung, sagte Personalchefin Susanne Badini. 27 der betroffenen Personen sind über 58-jährig. 16 Personen erhalten einen neuen Vertrag mit reduzierten Arbeitszeiten. Viel mehr wissen aber auch die Angestellten noch nicht: «Die Kündigungen werden wir nächste Woche persönlich aussprechen», so Badini.Von der Reorganisation betroffen ist das ganze Unternehmen, manche Abteilungen aber weniger als andere.

«Unsere Kernkompetenzen wollen wir so gut als möglich erhalten», sagte Willems. Dazu gehören unter anderem die Forschung und die Entwicklung in den Bereichen Beschichtung, Farbstoffe und Tinte. Die grössten Auswirkungen hat der Stellenabbau auf die Konfektionierung, also die Endbearbeitung des Papiers. «Ein Teil dieser Produktion wird nach Deutschland in die Tecco GmbH ausgelagert», so Susanne Badini. Durch diese Massnahme würden in der Tecco–einer Firma, welche die Ilford Group AG im April aufgekauft hatte–aber keine zusätzlichen Stellen geschaffen, stellt Willems klar: «Die Tecco hat die Kapazitäten, um diese Arbeiten zusätzlich auszuführen.»

Obwohl die Massnahmen sehr hart sind–langfristig scheint die Ilford auf gutem Weg zu sein. «Mit einem potenziellen Investor sind die Verhandlungen schon weit fortgeschritten», sagte Willems. Dabei handle es sich um ein japanisches Unternehmen aus derselben Branche, das auch die Tecco übernimmt. Der Investor kaufe nur rund 25 Prozent der Aktien, «der Grossteil bleibt beim Management», sagte Willems. So verschaffe man sich zwar Luft, die Suche nach Investoren gehe aber weiter: «Wir sind froh, wenn wir bis im Frühjahr 2014 einen Investor finden, der mehr Mittel in die Firma stecken kann», sagte Métrailler.

Ein nächster wichtiger Schritt neben der Investorensuche ist der Landverkauf (die FN berichteten). Damit könnte Ilford seine Zahlungsunfähigkeit beenden. Um sich aber auch weiterhin zu behaupten, müsse Ilford neue Märkte erschliessen, sagte Willems. «Es gibt durchaus Märkte, welche auch in Zukunft Kapazitäten bieten, beispielsweise die Plakatwerbung.» Gemäss Jean-Marc Métrailler hat Ilford momentan einen Jahresumsatz von rund 30 Millionen Franken. «Gut wäre, wenn wir auf 40 Millionen Franken kämen.»

Reaktionen: «Leider keine Überraschung»

E ntlassungen sind immer schwierig und der Staatsrat ist in Gedanken bei den Angestellten von Ilford, welche ihre Stelle verlieren», sagte Volkswirtschaftsdirektor Beat Vonlanthen gestern auf Anfrage. Dennoch sei die Meldung von Ilford langfristig positiv zu werten: Wichtig sei, dass das Unternehmen den Konkurs verhindern könne und auch in Zukunft überlebensfähig bleibe. «Dass dafür solche Restrukturierungsmassnahmen ergriffen werden mussten, war unvermeidlich», so Vonlanthen. Er versicherte aber, dass der Kanton die Angestellten auch weiterhin mit seinen Diensten unterstützen werde. Kritischer zeigte sich Armand Jaquier, Generalsekretär der Gewerkschaft Unia. «Leider ist der Stellenabbau für uns keine Überraschung.» Zwar kenne er keine Details, jedoch sehe der Sozialplan für die Angestellten auf den ersten Blick «ziemlich beschei den» aus. rb

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