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«Max ist für uns ein echter Glücksfall»

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«Max ist für uns ein echter Glücksfall»

Weissstorch Max ist erfolgreicher Wegbereiter für 20 weitere Jungstörche

Die Ausstellung «Faszinierender Vogelzug» im Naturhistorischen Museum Freiburg ist nur möglich durch die jahrzehntelange Forschung und das Studium der Vögel. Ein besonderes Projekt wurde im vergangenen Jahr vom Naturhistorischen Museum mit der Besenderung des Weissstorchs Max gestartet.

Von RUTH SCHMIDHOFER
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Vogelzug zu dokumentieren. Seit 100 Jahren werden Vögel mit farbigen oder nummerierten Ringen gekennzeichnet. Die Farben und Nummern sind international koordiniert, da sich Vögel ja bekanntlich an keinerlei politische Grenzen halten. Die Farben kann man mit dem Fernglas erkennen, während die Vögel mit einer nummerischen Beringung erst wieder eingefangen werden müssen, bevor die Ornithologen irgendwelche Schlüsse ziehen können. Aber keine dieser Methoden gibt Aufschluss über die Flugroute, sondern lässt höchstens Angaben über Start und Ziel zu.

Satellitentechnik macht
genaue Überwachung möglich

Mit Hilfe der Satellitentelemetrie sind genaueste Angaben über Zugroute, Aufenthaltsorte und Aufenthaltsdauer möglich. Spätestens seitdem der Jungstorch Max mit einem Sender ausgerüstet wurde, weiss auch eine breitere Schicht Bescheid über diese Möglichkeit.

Störche werden besendert, kurz bevor sie flügge werden. Sie erhalten eine Art «Gsteltli» auf den Rücken geschnallt, woran der Sender (ein 3-4 Zentimeter grosses Klötzchen) befestigt wird. Die Sender sind entweder Batterie betrieben oder, was die Lebensdauer um ein Vielfaches verlängert, mit einer kleinen Solarzelle ausgerüstet.

Wenn dann der junge Storch im Herbst gegen Süden losfliegt, kann er jederzeit über Satellit geortet werden. So können die Ornithologen lückenlos die Reise des Storchs nachvollziehen.

Max als Wegbereiter
für 20 weitere Weissstörche

Der Jungstorch Max – er ist nun wieder auf dem Weg zurück nach Hause – ist bisher ein äusserst erfolgreicher Versuchsträger. Er hatte keinen Unfall und es kam bisher auch zu keinem technischen Ausfall. Leider kommen sonst fast keine Jungstörche von ihrer Reise in den Süden zurück in die Schweiz. Sie geraten in Hochspannungsleitungen oder werden von Jägern abgeschossen, obwohl ein Jagdverbot besteht.

In Fortsetzung des Projekts «Max» werden demnächst 20 junge Weissstörche besendert, um sie im Herbst auf ihrer Reise in den Süden begleiten zu können. Die Fachleute erhoffen sich insbesondere Angaben über die Rastplätze und die Zugroute. «Wir wollen wissen, ob die Störche bei Abfalldeponien Rast machen, wo sie sich womöglich vergiften könnten, ob es in bestimmten Regionen Jäger gibt, ob Hochspannungsleitungen oder andere Gefahren lauern. Wir wollen herausfinden, warum so viele Störche nicht mehr zurückkommen», erläutert Emanuel Gerber. Projektleiter Adrian Aebischer schätzt, dass rund 90 Prozent aller Jungstörche irgendwo auf der Strecke bleiben.

Aus den Erkenntnissen des Projekts könne man dann konkrete Verbesserungen angehen, meint Adrian Aebischer. Je nach Land und Region müsse man mit verschiedenen Organisationen oder Regierungsstellen Möglichkeiten zum Schutz der Vögel ausarbeiten. Der beste Weg führe dabei sicher über die Natur- und Tierschutzorganisationen.

Weltweit grösste Besenderungsaktion

Das Vorhaben, 20 Störche zu besendern und sie via Satellit auf ihrem Zug zu überwachen ist bisher das weltweit grösste Besenderungsprojekt. Auf die Kosten eines solchen Vorhabens angesprochen, erklärt der Ornithologe Adrian Aebischer: «Das wird schnell einmal sehr teuer. Pro Sender muss man rund 2000 Franken rechnen und die Datenerfassung via Satellit ist auch nicht gratis. Insgesamt kommt es wohl auf weit über 100 000 Franken.»

Das Projekt wird in erster Linie vom Naturhistorischen Museum Freiburg und der Schweizerischen Gesellschaft für den Weissstorch (Altreu) getragen. Natürlich gebe es auch noch Sponsoren und Privatleute, die das Projekt mitunterstützen, ergänzt Emanuel Gerber.

Auf das gute Echo bei diesem anspuchsvollen Projekt angesprochen, erklärt Adrian Aebischer so: «Der Storch ist eine Luxusart, dafür interessieren sich die Leute schon. Würden wir dasselbe Projekt mit Spatzen oder anderen einfacheren Vögeln durchführen, würden sich nur wenige dafür einsetzen. Aber die Studien mit den Störchen kommen natürlich allen Vogelarten zugute» .

«Unterschiedliches Zugverhalten»

Das Thema des Vogelzugs ist sehr vielschichtig. Quasi jede Vogelart hat ihre eigene Zugroute und ihr eigenes Zugverhalten. Emanuel Gerber, Vize-Direktor des Museums, hat den FN einige Fragen beantwortet.

Herr Gerber, können Sie einige Beispiele für die Migration von Vögeln geben?

Die Berg- oder Alpendohlen beispielsweise begeben sich im Sommer täglich von der Brutsiedlung in niedrigere Regionen (zum Beispiel Bulle), wo sie Futter finden, und kehren abends wieder zurück. Der Storch wiederum brütet in Europa und zieht im Winter nach Afrika. Ebenso ins Kapitel der interkontinentalen Migration gehören der Star und der Neuntöter.

Weshalb überwinden Vögel die oft doch sehr grossen Distanzen und nehmen all die Risiken auf sich?

Vögel ziehen nicht, weil es Spass macht, sondern weil es notwendig ist. Sie sind aufgrund der klimatologischen Bedingungen und des Nahrungsmittelvorkommens dazu gezwungen, auf die Reise zu gehen.

Woher wissen die Vögel, wann und wohin sie fliegen müssen?

Das geschieht auf drei Ebenen: Er-stens ist dieses Wissen teilweise angeboren. Sie haben eine innere Uhr und auch die Zugrichtung ist vererbt. Zweitens lernen die Jungvögel von den Alten: So merken sie sich auf dem ersten Flug bestimmte Landmarken oder andere Merkmale, um sich beim nächsten Mal orientieren zu können. Vögel sind sehr lernfähig. Und drittens können Vögel sehr vieles mit ihren Sinnesleistungen erkennen. Sie können beispielsweise das Erdmagnetfeld spüren und den Sonnenstand in Bezug auf das Tageslicht beurteilen. Bei Gegenwind suchen sich die Vögel günstigere Luftschichten oder sie pausieren bei besonders schlechten Bedingungen. Andererseits gibt es auch Vögel, die den Wind für sich nutzen. Einige fliegen gar im Jetstream und erreichen da enorme Geschwindigkeiten, bis zu 180 Stundenkilometer. Die Kombination all dieser Fähigkeiten ermöglicht den Zugvögeln einen erfolgreichen Flug ins Sommerquartier und zurück.

Wo lassen sich Zugvögel nieder, wenn sie eine planmässige Rast einlegen?

Wir wollen mit der Ausstellung ja einerseits das Phänomen der Zugbewegungen aufzeigen, doch wollen wir auch die Bevölkerung für den Schutz der Zugvögel sensibilisieren. Die Vögel erbringen auf ihren Flügen eine enorme Leistung. Da brauchen sie an ihren Rastplätzen – meist sind es Feuchtgebiete – dann genügend Futterreserven, um in zwei bis vier Tagen ihre Fettreserven wieder aufbauen zu können. In unserer Gegend ist das Südostufer des Neuenburgersees ein ganz wichtiger Rastplatz für Vögel.

Interview: Ruth Schmidhofer

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