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Mehr als die Hälfte fiel von der Passerelle

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Die Erfolgsquote der Passerelle, des alternativen Zugangs zur Universität, ist in Freiburg im Vergleich zu anderen Kantonen tief. Das Kollegium St. Michael hat erste Massnahmen ergriffen.

55,4 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten haben im letzten Jahr die Passerelle-Prüfung im Kanton Freiburg nicht bestanden. Dies geht aus einer Antwort des Staatsrats zu einer Anfrage der Grossräte Grégoire Kubski (SP, Freiburg) und Gabriel Kolly (SVP, Corbières) hervor. Diese Erfolgsquote ist im Vergleich zum kantonalen Fünfjahresschnitt von rund 61 Prozent ungewöhnlich tief. Auch im Vergleich zu anderen Kantonen schneidet Freiburg schlecht ab. Der Kanton Waadt verbuchte im Vorjahr eine Erfolgsquote von 65,4 Prozent. Zwei von drei Antretenden haben dort das Billett für die Uni erhalten. 

Eben dieser Fakt scheint laut den Anfragestellern viele Auszubildende, welche die Prüfung absolvieren wollen, dazu zu bewegen, dies im Nachbarkanton zu tun. Wie das Kollegium St. Michael ermächtigt die Schweizerische Maturitätskommision auch das Gymnase pour Adultes in Pully, die Prüfung durchzuführen.

Kantonale Differenzen

Wie der Staatsrat betont, geben zwar die Maturitätskommission und das Bildungsdepartement die Richtlinien für die Passerelle vor. Die genauen Modalitäten können die Kantone jedoch selber bestimmen. In der Waadt beispielsweise können Schülerinnen und Schüler, die den Kurs beim ersten Versuch nicht bestehen, diesen nicht mehr als Ganzes wiederholen. Sie können allerdings für einzelne Prüfungen mit einer Benotung unter 5 noch einmal antreten.

Andere Kantone beschränken den Zugang zur Passerelle mit einem notenbasierten Numerus Clausus oder verlangen bei der Berufs- oder Fachmaturitätsprüfung einen Notendurchschnitt über 5 für den Zugang zum Test. Erfahrungsgemäss verbessert sich dadurch die Erfolgsquote an der Abschlussprüfung.

Auch Freiburg führte zu Beginn des Schuljahres 2019/2020 eine Aufnahmeprüfung für die Passerelle ein. Nach einem Jahr hat die Bildungsdirektion diese allerdings wieder abgeschafft.

Vergleicht man den Fünfjahresschnitt in der Waadt nach dem zweiten Prüfungsversuch mit dem entsprechenden Fünfjahresschnitt von Freiburg, sehen die kantonalen Differenzen weniger drastisch aus: In der Waadt bestehen die Prüfung am Schluss 68,6 Prozent, in Freiburg sind es 60,7 Prozent. Der Staatsrat betont, dass Freiburg keine ausserkantonalen Passerellen finanziert. Das Waadtländer Gymnasium für Erwachsene nehme keine Schülerinnen und Schüler auf, die im Kanton Freiburg wohnhaft sind. Laut dem Staatsrat bestehe jedoch die Möglichkeit, dass Freiburgerinnen und Freiburger eine Waadtländer Privatschule besuchen und dann die national anerkannte Prüfung ablegen.

Falsche Vorstellungen

Trotzdem ist sich der Staatsrat bewusst, dass eine Erfolgsquote von unter 50 Prozent eine Analyse nötig macht. Neben den erwähnten kantonalen Unterschieden führt die Freiburger Regierung die geringe Erfolgsquote nach Absprache mit Schülerinnen und Lehrern auf mehrere Faktoren zurück. Einige Schülerinnen und Schüler seien der Meinung, dass die Option, Englisch als Zweitsprache wählen zu können, zu besseren Resultaten führen würde. Im Sinne des Sprachzusammenhalts ist in Freiburg bis anhin jedoch nur Französisch beziehungsweise Deutsch als Zweitsprache möglich.

Laut Rückmeldungen von Lehrpersonen seien einige Lernende an der Passerelle aber auch einfach fehl am Platz und zu wenig über die Anforderungen informiert, so der Staatsrat. Viele betrachten die Vorbereitungskurse für die Prüfung laut der Kantonsregierung als Übergangsjahr und bringen ungenügende Grundkompetenzen und wenig Motivation mit. Dies trotz des dichten Kursprogramms, das in der Theorie immerhin vier Jahre Gymnasium in einem Jahr zusammenfasst.

Hinzu komme, dass die Schülerinnen und Schüler oft zusätzlich einer Erwerbstätigkeit nachgehen und deshalb angeben, zu wenig Zeit zum Lernen ausserhalb des Stundenplans zu haben.

Massnahmen: Kurse und Einstufungstests

Aufgrund der schwachen Prüfungsergebnisse im Vorjahr hat das Kollegium St. Michael bereits einige Massnahmen umgesetzt. Neu informieren die Verantwortlichen an einer speziellen Sensibilisierungs- und Informationsveranstaltung zu Beginn des Schuljahres über die Anforderungen für den Passerelle-Lehrgang. Weiter wird der «Stützuntericht Duo/Trio» neu auch für Schülerinnen und Schüler der Passerelle zugänglich. Diese Sonderkurse führen Maturandinnen und Maturanden mit guten Schulleistungen. Hinzu kommen neue Arbeitsräume, Veränderungen am Prüfungsablauf und regelmässige Zwischenbilanzen und Analysen mit den Lehrpersonen.

Momentan prüfen die Verantwortlichen einen obligatorischen Einstufungstest. Dieser würde sich laut dem Staatsrat zwar nicht auf die Zulassung auswirken. Er könnte aber nützlich sein, um die Schülerinnen und Schüler über ihr Niveau zu informieren und sie auf die Anforderungen vorzubereiten.

Ein schwieriger und seltener Weg

Die Ergänzungsprüfung «Passerelle» besteht seit 2005. Sie soll Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden und seit 2017 auch Personen mit Fachmaturitätsausweisen die Möglichkeit geben, an universitären Hochschulen zu studieren. Die Zulassung kann sowohl mit der Prüfung durch die Schweizerische Maturitätskommission als auch bei privaten oder kantonalen Passerelle-Lehrgängen mit eigenen anerkannten Prüfungen erworben werden. Die Passerelle wurde eingeführt, um die Flexibilität im Schulwesen zu erhöhen. Jedoch sind heute nur drei Prozent der Studierenden über diesen Weg an die Universitäten gelangt. Eine aktuelle Studie zeigt aber auch, dass der spätere Studienerfolg – also ein Bachelorabschluss –  der Passerelle-Absolventinnen und -Absolventen vergleichbar ist mit jener von Maturanden. Für die Eintrittsjahrgänge 2012–2015 beträgt dieser für Erstere 66,7 Prozent und für Letztere 70,3 Prozent.

Kommentar (1)

  • 19.06.2024-Christoph Schütz

    Wenn 55.4% der SchülerInnen die Passerelle-Prüfung nicht bestehen, ist das gemäss FN eine “ungewöhnlich tiefe Erfolgsquote”. Nachsitzen, liebe FN-Redaktion. Oder wenigstens den gemeldeten Fehler nun doch noch korrigieren. Und vielleicht das nächste Mal auch ein anderes Bild zur Illustration, anstatt der “Poya-Passerelle”.

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