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Mehr Dialoge bedeuten mehr Frieden

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Hoher Besuch in Freiburg: Auf seiner Reise durch die Schweiz, Frankreich und Deutschland war der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., gestern Nachmittag in der Saane­stadt zu Gast. Dabei wurde das Oberhaupt der orthodoxen Kirchen erst von Domprobst Claude Ducarroz in der Kathedrale St. Nikolaus empfangen, ehe es sich an der Universität in einer Rede an die Bevölkerung richtete. In der mit vielen Besuchern gefüllten Aula Magna – unter ihnen zahlreiche politische, kirchliche und akademische Würdenträger – sprach sich der Patriarch für einen stärkeren interchristlichen und interreligiösen Dialog, aber auch für mehr Austausch zwischen der Theologie und der modernen Gesellschaft aus.

Erstrebenswerte Dialoge

«Der Dialog fördert Wissen und Wissenschaft, offenbart die Wahrheiten und die Gefühle, hebt Furcht und Vorurteile auf, pflegt die Verbundenheit und erweitert Horizonte», erklärte der 77-Jährige: «Der Dialog bereichert, denn wer den Dialog verweigert, bleibt ärmer zurück.» In Beispielen aus der Geschichte zeichnete Bartholomäus I. den regen Austausch des Ökumenischen Patriarchates mit anderen christlichen und religiösen Strömungen nach. «Unter all diesen Dialogen ist der erfolgreichste und fruchtbarste jener mit der römisch-katholischen Kirche. Er ist niemals unterbrochen worden», sagte der Patriarch, dessen Besuche bei Papst Johannes Paul II., Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus sinnbildlich an die Leinwand der Aula projiziert wurden.

Der Geist des Dialoges, der so typisch sei für das Ökumenische Patriarchat, beschränke sich dabei nicht auf den interchristlichen Dialog: «Das Ökumenische Patriarchat, das am Kreuzungspunkt der Kulturen und der Religionen liegt, hat sich immer bemüht, als Brücke zwischen Christen, Muslimen und Juden zu dienen», sagte der Patriarch und betonte, dass der interreligiöse Dialog zu einem friedvolleren Zusammenleben zwischen Völkern und Kulturen beitrage.

«Oft hören wir die Aussage, unsere Welt sei in der Krise», sagte Bartholomäus I.: «Sicherlich durchschreiten wir heute vielfältige Krisen – politische, ökonomische, soziale. Trotz alledem waren die Menschen nie in der Geschichte so fähig zum Dialog wie heute.» Furcht und Verdacht seien dabei aber immer schlechte Ratgeber: «Sie können nur ausgetrieben werden, nachdem wir die Menschen auf einer tieferen Ebene kennengelernt haben.»

Der Besuch des Patriarchen in der Westschweiz hatte in erster Linie akademische Gründe: Das Orthodoxe Zentrum in Chambésy bei Genf und das dort beheimatete Institut für Höhere Studien in orthodoxer Theologie feiern dieses Jahr einen runden Geburtstag.

Letzteres wurde 1996 gegründet, nachdem die türkischen Behörden 1971 das Institut für orthodoxe Theologie von Chalki auf der Istanbul vorgelagerten Insel Heybeliada geschlossen hatten. Die Schliessung führte zu massiven internationalen Protesten; bis heute verweigert die Regierung dem Patriarchat jedoch jegliche rechtliche Anerkennung. Das Institut in Chambésy arbeitet seit jeher eng mit dem Institut für Ökumenische Studien der Theologischen Fakultät der Uni Freiburg zusammen, auf deren Einladung der Patriarch in Freiburg weilte.

Zur Person

Für Religionsfrieden und den Umweltschutz

Bartholomäus I., der mit bürgerlichem Namen Dimitrios Archondonis heisst, wurde am 29. Februar 1940 auf der türkischen Ägäisinsel Imbros geboren. Seit 1991 amtet er als griechisch-orthodoxer Ökumenischer Patriarch und Erzbischof von Konstantinopel. Als «Erster unter Gleichen» steht er damit den Bischöfen der gesamten orthodoxen Christenheit vor. Patriarch Bartholomäus I. gilt als reformorientiert. Er setzt sich für die Ökumene, den Dialog sowie den Frieden zwischen den Religionen ein. Weiter engagiert er sich für den Schutz der Umwelt als Schöpfung Gottes, was ihm in der Presse auch den Übernamen «der grüne Patriarch» einbrachte. Für sein Engagement wurde das mehrsprachige Kirchenoberhaupt – neben Griechisch, Türkisch, Lateinisch, Englisch, Italienisch und Französisch spricht der Patriarch auch Deutsch – mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt: So trägt er etwa die Ehrendoktorwürde von über 25 Universitäten in Europa und den USA. Mit 300 Millionen Angehörigen bilden die orthodoxen Kirchen die drittgrösste christliche Gemeinschaft der Welt. In der Schweiz ist die orthodoxe Diaspora in den letzten Jahrzehnten deutlich gewachsen: Rund 150 000 Menschen gehören ihr an.

mz

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