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Mehr Inhalt, weniger Verpackung

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Es ist ein Zeichen, das keine weiteren Worte braucht: Die Freiburger «Assises culturelles», auf Deutsch Konsultativkonferenz über die künftige Kulturpolitik, ist am Donnerstagabend im Gastspielhaus Equilibre eröffnet worden–jenem Gebäude, mit dessen Einweihung 2011 ein jahrelanger Prozess, der ebenfalls mit einer Konferenz begonnen hatte, abgeschlossen wurde.

Sowohl für die Besucher des Abends–die Sitzreihen waren mit zahlreichen Künstlern und Veranstaltern aus allen kulturellen Sparten gefüllt–als auch für die vier geladenen Gäste war aber auch schnell klar: Nun muss ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. Darin wird das Equilibre sicher weiterhin das Bühnenbild bestimmen. Doch die Kulturschaffenden werden sich hüten, ihm die Hauptrollen und Lorbeeren zu überlassen.

«Kunst» oder «Kultur»?

Eingeladen zur ersten Standortbestimmung in Sachen Kultur hatten die Vertreter vonStadt, Agglo und Coriolis. René Schneuwly als Agglo-Vorstandspräsident, Coriolis-Präsident Carl-Alex Ridoré und Stadt-Syndic Pierre-Alain Clément hielten sich am Abend jedoch im Hintergrund und liessen zunächst vier Kennern der Freiburger Kulturszene das Wort: Jazz-Musiker Max Jendly, Kunstlehrer und Grossrat Olivier Suter, Daniel Fontana, künstlerischer Leiter im Bad Bonn, und Regisseur Samuel Guillaume lieferten ihre ganz persönlichen Wünsche für die Kulturkonferenz.

«Das Ziel ist, so viele Meinungen, Vorschläge und Kritiken wie möglich zu hören, zu sammeln und zusammenzufassen», so Carl-Alex Ridoré über das Programm. Gemeinsam mit der Koordinatorin Natacha Roos werde die frisch gewählte Arbeitsgruppe (siehe Kasten) wie ein Trichter funktionieren, der diese Strömungen aufnehmen und kanalisieren solle. Im Herbst werde eine zweite Debatte konkretere Themen aufgreifen.

Bereits an der Zusammensetzung der Arbeitsgruppe übten mehrere Teilnehmer Kritik. Kantonsarchivar Alexandre Dafflon war «schockiert» darüber, dass Archive und Museen keinen Vertreter erhalten haben. Was die generelle Frage aufwerfe, wie «Kultur» überhaupt definiert werde. «Sieht man sich die Arbeitsgruppe an, geht es vor allem um künstlerisches Schaffen», so Dafflon.

Dem Applaus nach zu urteilen, der auf seine Worte folgte, sprach der Archivar vielen aus dem Herzen. «Es wird nicht nur eine Arbeitsgruppe, sondern zudem mehrere Expertengruppen zu bestimmten Themen geben», versicherte Natacha Roos in ihrer Antwort. Carl-Alex Ridoré meinte: «Wir haben das Verfahren bewusst offen gelassen–alles andere wäre deplatziert gewesen.»

Alle Freiburger ansprechen

Über die Frage hinaus, was genau Kultur ist oder sein sollte, stand vor allem das Spannungsfeld zwischen professionellen und nicht-professionellen Kulturschaffenden im Mittelpunkt. Dabei verfolgen manche das Ziel, mit Eigenkreationen auf dem nationalen und internationalen Parkett zuspielen. Andere wiederum würden den Akzent lieber auf Kulturvermittlung, Kontakt zumPublikum und Ausbildung junger Künstler legen.

Schliesslich legten mehrere Teilnehmer, wie Theaterleiter Pierre-Alain Rolle oder Jean-Baptiste de Weck vom Club Unesco, ein Wort für all jene ein, die nicht anwesend wa- ren: Jugendliche und Familien, Migranten und Eingebürgerte, und auch die ländliche Bevölkerung, deren Kulturschaffen stark zum Erhalt der Freiburger Traditionen beitrage.

Arbeitsgruppe: Neun Männer, drei Frauen

A m Donnerstagabend haben René Schneuwly, Carl-Alex Ridoré und Pierre-Alain Clément die Arbeitsgruppe – neun Männer und drei Frauen – vorgestellt, die in den kommen- den acht Monaten die Kultur und ihre Möglichkeiten, aber auch Risiken und Probleme ausloten sollen:

Patrick Boschung (aktuelle Musik), Geschäftsführer im Bad Bonn.

Antonio Bühler (Tanz), Co-Direktor von Da Motus!, Coriolis-Vorstandsmitglied.

Julien Chavaz (Musik, szenische Künste), Fri-Son, künstlerischer Leiter der «Opéra Louise».

Maïté Colin (alternatives Milieu), Anyma-Leiterin, verantwortlich für StreeTV.

Alain Deschenaux (Chöre und Ensembles, Wirtschaft), Landwehr-Präsident, Direktor der Nordmann Fribourg Holding AG.

Mathieu Fleury (Jazz-Musik, Verbraucher), Präsident von La Spirale, Sekretär des Verbraucherschutzes der Westschweiz (FRC).

Julien Friderici (Musik, szenische Künste), Direktor des Nouveau Monde.

Riccardo Lucchini (sozio-kulturelles Milieu), Präsident Livrechange, Soziologie-Professor in Freiburg.

Nicolas Porchet (Ausbildung, bildende Künste), Dekan der Berufsfachschule für Technik und Kunst Eikon.

Myriam Prongué (darstellende Künste), Präsidentin Belluard-Festival, Direktorin Schlachthaus Bern.

Gisèle Sallin (szenische Künste), Direktorin des Théâ tre des Osses.

Philippe Savoy (Chor- und Orchesterleitung, Ausbildung), Chorleiter, Lehrer am Konservatorium. cf

 

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