Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Mehr Marktfahrer als Schafe

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Morgens um 7.30 Uhr in Riffenmatt: Es herrscht noch erstaunlich wenig Betrieb. Die Zufahrtsstrassen zum Dorf sind wie leer gefegt. Auf den zu Parkplätzen umfunktionierten Wiesen stehen erst wenige Autos. «Um 8.30 Uhr ist das Wichtigste vielleicht schon vorbei», hatte Marktchef Bruno Bracher vorgängig angekündigt. Das Wichtige waren in diesem Fall rund 170 Schafe, die den Sommer zusammen mit Hirt Paul Bähler und drei Herdenschutzhunden im Gebiet Schafarnisch verbracht hatten. Nun sollen sie durch das Dorf in einen Pferch getrieben werden, wo sie auf ihre rund 15 Besitzer aus Guggisberg und Umgebung aufgeteilt werden. Nicht mehr dabei ist die Schafzuchtgenossenschaft Rüschegg-Gambach. Der Wolf hatte für Unstimmigkeiten gesorgt, so dass die Rüschegger Genossenschaft der Riffenmatter Schafscheid seit mehreren Jahren fernbleibt.

Endlich kommen sie

«Düet mer de nid wieder d’Schaf erchlüpfe», bittet eine Marktfahrerin einen Mann mit einer Fotokamera inständig. Worauf dieser verdutzt antwortete, er besuche die Schafscheid zum ersten Mal. Im vergangenen Jahr wurden die Schafe durch eine Fotokamera offenbar dermassen aufgescheucht, dass sie mitten durch die Marktstände rannten. Plötzlich, gegen 8.45 Uhr, nähert sich das Bimmeln von kleinen Glöckchen. Die Aufregung unter den Besuchern steigt spürbar. Da ist sie, die Schafherde. Vorneweg der Hirte mit drei stattlichen Herdenschutzhunden, dann eine Schar weisser und brauner Schafe. Die Herde zieht überraschend zügig durch das Dorf. Nach wenigen Sekunden ist das Schauspiel vorbei.

Während im Dorf selber der Marktbetrieb normal weitergeht, schart sich ein bunt gemischtes Publikum um den Pferch. Zwei kleine blonde Mädchen steigen auf die Absperrung und versuchen, die Schafe zu streicheln. «Sie hatten schulfrei und wollten unbedingt die Schafe sehen», erzählt ihre Mutter. Auf der anderen Seite des Pferchs fachsimpeln Bauern und Schafzüchter über Tierhaltung und Agrarpolitik.

Im Pferch packen nun zwei Männer ein Schaf nach dem anderen sanft aber bestimmt und binden es an der Abschrankung fest. «So werden die Schafe auf ihre Besitzer aufgeteilt», erklärt Wilhelm Dürrenmatt, Präsident des Schafzuchtvereins Guggisberg. In einem separaten Gehege steht Hirte Paul Bähler mit seinen Hunden. 33 Jahre sei er mit den Schafen auf den Schafarnisch gezogen. Jetzt sei Schluss: Zu viel Ärger habe er in den letzten Jahren mit respektlosen Wanderern und verständnislosen Behörden gehabt. Es ist Bähler anzumerken, wie traurig ihn der Abschied stimmt. «Wenn ich am Morgen zur Herde kam, dann lagen dort die Hunde und die Schafe friedlich beisammen.» Das habe ihn berührt. Auf seine Hunde lässt er nichts kommen: «Sie sind meine Helden.» Er habe keine gerissene Schafe mehr, obwohl der Wolf diesen Sommer mindestens einmal die Herde besucht habe. Trotzdem sei der Sommer enorm anstrengend gewesen. «Ich musste jeden dritten Tag Wasserkanister für meine Tiere auf den Berg tragen.» Er freut sich nun auf ein Glacé. «Nach drei Monaten am Berg habe ich schon fast Entzugserscheinungen.»

Unter den Autos, die auf den Parkplätzen um Riffenmatt stehen, sind auch vereinzelte Freiburger Nummernschilder zu sehen. «Es ist schwierig abzuschätzen, ob wir mehr Freiburger Besucher haben, seit die Schafscheid Zollhaus nicht mehr existiert», erklärt Marktchef Bruno Bracher. Sicher sei, dass an der Schafscheid keine Freiburger Tiere geschieden würden. Ihm seien auch keine Marktfahrer bekannt, die wegen des Endes der Schafscheid Zollhaus neu nach Riffenmatt kämen.

Zahlen und Fakten

170 Schafe und 200 Marktstände

Die Schafscheid in Riffenmatt findet seit mindestens 300 Jahren statt. Dieses Jahr wurden knapp 170 Schafe auf rund 15 Besitzer aufgeteilt. Als die Schafbesitzer von Rüschegg teilnahmen, waren es noch zwei- bis dreimal so viele Schafe. 200 Marktfahrer konnten dieses Jahr ihre Stände in Riffenmatt aufstellen. 100 weitere erhielten eine Absage. Zur Besucherzahl existieren keine genauen Zahlen. Schätzungen gehen von rund 10000 Besuchern aus.sos

Meistgelesen

Mehr zum Thema