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Mehr Zeit für den samstäglichen Schieber

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Autor: Helene Soltermann

Nach 20 Jahren im Gemeinderat, davon 15 Jahre als Ammann, zieht sich Daniel Mäder aus der Gemeindepolitik zurück. Zimperlich ist er nicht. Irgendwann sei für ihn fertig, sagt er. «Und deswegen bleibt die Welt nicht stehen.» Nur einmal habe er geglaubt, die Welt höre auf, sich zu drehen. «Am 22. November 1963. Am Tag, an dem Kennedy gestorben ist.» Aber auch damals – zu dieser Zeit drückte der heute 60-jährige Mäder die Schulbank – habe er gemerkt, dass es halt doch weitergehe. Sowieso: Für ihn als «U70» mache die Zeit im Gemeinderat ein Drittel seines Lebens aus. «Das ist genug.»

Mühe mit Wahlbeteiligung

Der fünfköpfige Gemeinderat startet mit zwei neuen Mitgliedern in die nächste Legislaturperiode. 34 Prozent der Gempenacher Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben den Rat Ende März gewählt. Als Lokalpolitiker habe er Mühe mit der tiefen Wahlbeteiligung. «Da werden die Möglichkeiten nicht wahrgenommen!» Gemeinderäte zu finden, wird laut Mäder in der kleinen Gemeinde mit den knapp 500 Einwohnern immer schwieriger. Der Zusammenhalt sei nicht mehr wie früher. «Früher hat man im Dorf noch ein paar Worte gewechselt, etwa über das Heu oder das Mähen», erzählt er. Heute bleibe kaum Zeit für ein Gespräch am Strassenrand. «Wenn ich mit dem Traktor durch Gempenach fahre, muss ich aufpassen, dass ich mit den Rückspiegeln nirgends anecke.» Wehmütig sei er deswegen nicht. «Aber der Mensch neigt dazu, Vergangenes hervorzugraben. Je älter man wird, desto mehr.»

Alte Schrift entziffern

An der Geschichte seiner Gemeinde ist Mäder besonders interessiert. Sobald er mehr Zeit hat, möchte er die Dorfgeschichte von Gempenach aufzeichnen. Vor sich auf dem Tisch hat er eine Gemeindechronik von Büchslen, der Nachbargemeinde von Gempenach. Dort ist Mäder aufgewachsen. Er blättert im Buch und sagt: «Das ist doch schön, nachzulesen, wie Familien entstanden sind.» Der Name seiner Familie sei bis zur Schlacht von Murten zurückzuverfolgen, weiss er. Erst kürzlich hat er ein Lehrmittel über alte Schriften bestellt, um diese besser entziffern zu können.

Die Zeit schreibt die Geschichte, so auch jene von Gempenach, meint Mäder. «Bis vor einigen Jahren war ich ein Gegner von Fusionen. Heute bin ich überzeugt, dass eine Fusion innerhalb des Schulkreises die beste Lösung ist.» Gempenach hat sich vor Jahren mit Agriswil, Büchslen, Ried und Ulmiz zum Schulkreis ABGRU zusammengeschlossen. Agriswil hat mittlerweile mit Ried fusioniert, Büchslen wird es bald mit Murten tun. Laut Mäder wäre es für die restlichen drei Gemeinden Ried, Ulmiz und Gempenach am besten, sich zusammenzuschliessen.

«A prendre ou à laisser!»

Als Gemüsebauer verkauft Mäder jede Woche seine Ware auf dem Markt im bernischen Bümpliz. Obschon Gempenach an der Kantonsgrenze liegt, fühlt sich Mäder als echter Freiburger. «Unser einziger politischer Verbindungspunkt mit den Bernern ist die ARA Kerzers, in der auch Berner Gemeinden vertreten sind.» Gewisse Probleme mit dem eigenen Kanton könnten nicht abgestritten werden, räumt er ein. Manchmal nerve es ihn, wenn er vom Kanton französische Briefe erhalte. Aber er könne damit umgehen. Französisch lernte Mäder, als er nach der Schule die Lehre als Koch im Welschen gemacht hat. «Und wenn ich mich manchmal trotzdem nerve, rufe ich beim Kanton an und rede dann halt deutsch. C’est à prendre ou à laisser!» Erst mit einer Vertretung im Staatsrat wäre der Seebezirk beim Kanton besser gestellt, ist Mäder überzeugt. «Seit dem Rücktritt von Staatsrat Hans Bächler hat man es aber verschlafen, Kandidaten aufzubauen.»

Er sei einmal von der SVP angefragt worden, als Unabhängiger für den Grossen Rat zu kandidieren. Dafür habe er jedoch keine Zeit. «Ich habe einen Landwirtschaftsbetrieb, der laufen muss», sagt er.

Jassen statt politisieren

In seiner Freizeit will er künftig nicht mehr aktiv politisieren. Den Männerchor, bei dem Mäder immer gerne mitgesungen hat, gibt es zwar nicht mehr. Heute singe er «manchmal auf dem Traktor, wenn es mir gut geht oder wenn ich zwäg bin». Doch jassen tut er gerne, und das will er auch künftig tun. «Vier von uns jassen einmal pro Woche zusammen», sagt er. So trifft er sich gerne samstags mit Freunden zu einem Schieber.

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