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Mehrsprachig studieren

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Mehrsprachig studieren

Kongress evaluiert Praxis und Standards

Wie könnte ein Leitbild von zwei-/ mehrsprachigen Hochschulen aussehen? Welche Qualitätsstandards müssten erfüllt sein? Diese Fragen erörtert gegenwärtig ein Kongress an der Universität Freiburg.

Von WALTER BUCHS

Infolge der zunehmend weltweiten Vernetzung von Wissen und Information, der weiter steigenden Mobilität und der Austauschprogramme im Bildungsbereich beherbergen Universitäten und Hochschulen ein sprachlich immer gemischteres Publikum. Gewisse Institutionen gehen noch weiter, indem sie Ausbildung, Forschung und Verwaltung in zwei oder mehreren Sprachen sicherstellen.

Zu ihnen gehört sei der Gründung auch die Universität Freiburg. Die Rechtswissenschaftliche sowie die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät bieten heute zweisprachige Studiengänge an, während in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät gewisse Fächer schon immer bloss in der einen oder anderen Sprache angeboten wurden. Ziel der Uni Freiburg ist es, einmal in allen Fakultäten zweisprachige Abschlüsse anzubieten.

Von der Theorie zur Praxis

Auf Einladung des Lern- und Forschungszentrums Fremdsprachen (LeFoZeF) und der Rektoratskommission «Zweisprachigkeit der Universität Freiburg» findet nun gestern und heute eine Tagung zum Thema «Mehrsprachige Universitäten und Hochschulen – Praxis und Standards» statt. Wie die Veranstalter festhalten, besteht das Ziel dieses Kongresses darin, Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern Europas und aus Übersee zusammenzubringen, deren Universitäten und Hochschulen zwei- oder mehrsprachige Studiengänge anbieten.

Die Zusammenkunft der rund 80 Teilnehmenden aus zwölf Ländern, welche 28 Institutionen vertreten, soll den Austausch von Theorien, Praktiken und Qualitätssicherung auf dem Gebiet mehrsprachiger Studiengänge in gemischtsprachigen Gebieten ermöglichen. Wie Claudine Brohy und Michael Langner vom
LeFoZeF an einem Mediengespräch sagten, hat es an verschiedenen Hochschulen bereits Veranstaltungen zur Thematik gegeben. Die Tagung in Freiburg sei aber die erste, die sich hiezu klare Arbeitsziele gesteckt hat. Im Hinblick auf die Erstellung eines Leitbildes von zwei-/ mehrsprachigen Hochschulen sollen Bausteine für Konzepte gesammelt werden. Es geht auch um Fragen mehrsprachiger Hochschuldidaktik, der Qualitätsstandards und allfälliger Zertifizierung. In sechs Workshops werden diese Fragen heute Samstag erörtert. Ziel ist dabei die Erarbeitung einer gemeinsamen Position der Arbeitsgruppe zum jeweiligen Thema. Dabei sind Fragen der Organisation (Reglemente, Kommissionen, Qualitätskontrolle) auf das grösste Interesse gestossen.

Ein Ziel der Tagung besteht schliesslich darin, ein Netzwerk mehrsprachiger Hochschulen aufzubauen. Dieses könnte unter anderem dazu beitragen, bei der Bearbeitung der verschiedenen anstehenden Fragen eine Arbeitsteilung vorzunehmen.

Multikulturalität leben

An einem der beiden Hauptvorträge der Tagung behandelt Beat Vonlanthen, Vizedirektor des Staatssekretariats für Wissenschaft und Forschung, St. Antoni, heute Vormittag die Frage: «Mehrsprachigkeit – ein Thema für die (Hochschul-)Politik? Dabei kommt er laut Manuskript zum Schluss, dass «gelebte Mehrsprachigkeit ein existentielles Element für die Willensnation Schweiz» ist. Die mehrsprachige Schweiz könne nur dann langfristig überleben, wenn es ihr gelinge, die sprachlichen und kulturellen Minderheiten weiterhin ernst zu nehmen und sie in einem Klima der Toleranz und des gegenseitigen Verständnisses positiv einzubinden. Es liege im Interesse eines friedlichen Zusammenlebens der Völker, ihre kulturelle und sprachliche Diversität bewusst zu leben. Dabei stünden die Bildungsinstitutionen ganz zentral in der Verantwortung. Ein wichtiges Mittel scheine ihm dabei die Förderung der Mobilität zu sein.

Für Beat Vonlanthen steht weiter fest, dass «gelebte Mehrsprachigkeit einen wichtigen Gegenpol zur Tendenz zu einem globalen sprachlichen Einheitsbrei» darstellt. Durch die Globalisierung der Wirtschaft und der Kultur bestehe die Gefahr, dass die Vorteile der Multikulturalität über Bord geworfen würden. Es sei deshalb sinnvoll, wenn die Bürger der europäischen Länder sich nicht ausschliesslich auf Englisch konzentrieren, sondern auch mindestens zwei weiterer europäischer Sprachen mächtig sind.

Für den Referenten heisst gelebte Mehrsprachigkeit keineswegs, die englische Sprache aus dem Angebot zu verbannen. Das wäre sogar unklug und falsch. Vielmehr müssten die mehrsprachigen Staaten, wie die Schweiz, aber auch Freiburg, zusätzlich zu den gelebten «Partnersprachen» des Landes auch rechtzeitig Englisch in die Lehrpläne integrieren. Nur so können die internationale Mobilität und der Studierendenaustausch gefördert werden. In einer langfristigen Perspektive sieht Beat Vonlanthen aber auch den vermehrten Einbezug der spanischen, der japanischen und der chinesischen Sprache.

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