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«Mein oberstes Ziel war es, dem Paar ein unvergessliches Hochzeitsfest zu bereiten»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Hermann Boschung könnte Bücher füllen mit all den Geschichten, die er im Laufe seines Jahre gesammelt hat. Nicht nur, was er in seinem Beruf als Käser und Käsereiinspektor für Erfahrungen gemacht hat, sondern vor allem auch, was er während seiner Jahrzehnte langen Karriere als Tafelmajor an unzähligen Hochzeiten und anderen Anlässen erlebt hat. Der 83-jährige Schmittner ist ein Talent im Umgang mit Texten: Aus dem Stegreif heraus zitiert er Gedichte, Witze, besinnliche Texte, Parabeln und Lebensweisheiten – passend zu jedem Anlass, mal in Dialekt und mal auf Hochdeutsch.

Heute Abend erzählt der Grossvater von zwölf Enkelkindern auf Einladung des Kulturvereins Wier Seisler in Tafers aus seinem Leben.

Eine kleine Kostprobe von Hermann Boschung:

Spontan eingesprungen

«Niemand aus meiner Familie kann das. Und alle wundern sich, warum nur ich diese Leidenschaft habe, Texte auswendig zu lernen und vorzutragen», sagt Hermann Boschung mit einem Lachen über sein liebstes Hobby. Bühnenluft hat er bereits bei einem Welsch­landjahr als knapp 18-Jähriger geschnuppert. Nach dem Vorbild eines Kollegen, der die ganze Gruppe unterhalten hatte, begann Hermann Boschung, Texte zu sammeln, sie auswendig zu lernen und aufzusagen. Er fing bei Unterhaltungsabenden der Jungmannschaft Alterswil an (siehe auch Kasten), spielte Theater und wurde schliesslich Tafelmajor.

Durch Zufall, wie er erzählt. Ein Milchlieferant erzählte ihm eines Tages, dass der Conférencier nur wenige Tage vor seiner Hochzeit abgesagt habe. Der damals 23 Jahre alte Hermann Boschung sprang zusammen mit dem Musikanten Josef Bertschy spontan ein. Der Rest ist sozusagen Geschichte. Weil er seine Sache gut machte, wurde er immer wieder engagiert, oft zusammen mit den Brüdern Ruedi und Fredy Hagi unter dem Namen Hagi-Boys, zu deren Musik er sang und mit denen er Sketche aufführte.

Über 800 Auftritte

Mit der Zeit hat er sich ein stattliches Repertoire an Texten erarbeitet, mit denen er an Turnerabenden genauso gut ankam wie an Hochzeiten oder an anderen Festen. Genau hat er sie nicht gezählt, doch schätzt er, dass er im Laufe der Jahre an mindestens 800 Anlässen als Conférencier aufgetreten ist. In mehreren Heften hat er seine Texte notiert oder aufgeklebt, schön geordnet nach Themen. Einige von ­ihnen sind älter als 50 Jahre, aber immer noch – oder wieder – aktuell.

Ein Tafelmajor sei wichtig, damit ein Anlass zu einem wirklichen Fest werde und die ­Ambiance harmonisch sei und bleibe. Er führe durch den Abend und halte die Gesellschaft zusammen, ohne aufdringlich zu sein oder sich in den Vordergrund zu drängen. Sein grosses Vorbild sei in dieser Hinsicht Robert Burri senior gewesen. «Mein oberstes Ziel war es, dem Hochzeitspaar einen unvergesslichen Abend an seinem schönsten Tag zu bereiten.»

Eine gewisse Spannung

Er habe das Vertrauen geschätzt, das ihm die Hochzeitspaare entgegengebracht hätten. «Wir haben uns etwa zehn Tage vor der Feier einmal getroffen und kurz ein paar Sachen besprochen», erzählt er. Alles andere habe das Paar jeweils ihm überlassen. Lampenfieber habe er vor so einem Einsatz zwar nie verspürt, doch eine gewisse Spannung sei jeweils schon da gewesen, ob es ihm auch dieses Mal gelingen würde, den Draht zu den Gästen zu finden.

Er erinnert sich noch ganz genau an einen bestimmten Moment an einem Hochzeitsfest in Rechthalten, als er am Eingang des Saals stand und auf die grosse Gesellschaft schaute. «Da wurde mir auf einmal bewusst, dass all diese Leute etwas von mir erwarten, dass ich ihnen etwas bieten muss.» Eigentlich ist er sehr textsicher. «Wenn ich mal einen Hänger hatte, habe ich einfach impro­visiert, und niemand hat das gemerkt», sagt er mit einem ­Lachen.

Man müsse spüren, wann es Zeit sei, einen Witz zu bringen, und wann ein besinnlicher Text angebracht sei, sagt er. «Ich hatte Glück, dass es mir immer gelungen ist, eine Verbindung zur Gesellschaft aufzubauen.» Er erzählt von einem Hochzeitsfest im Bernbiet, an dem die Gäste sehr ruhig und zurückhaltend gewesen seien und «kaum einen Wank» gemacht hätten. Da habe er sich fieberhaft überlegt, was er noch bringen solle, und sich schliesslich für besinnliche Texte entschieden. «Am Ende des Abends haben sich die Leute herzlich bei mir bedankt und gesagt, sie hätten noch nie ein so schönes Fest gehabt. Das hat mich sehr gefreut.»

Er habe sich stets auch den Rat seines Conférencier-Kollegen Toni Hofstetter zu Herzen genommen: bei allen Sprüchen und Witzen nie unter die Gürtellinie zu gehen und immer ein gewisses Niveau zu wahren.

Auch mal eine Überraschung

Oft musste er auch spontan reagieren, etwa, wenn die Gäste selbst etwas vorbereitet hatten. Dann habe er sich zurückgenommen und einfach diese Darbietungen angesagt. A propos Überraschung: Ein Hochzeitsfest wird er nie vergessen, weil die Veranstaltung eine ungewöhnliche Wendung nahm. «Das Fest war in vollem Gange, als plötzlich die Tür aufging und die Ex-Frau des Hochzeiters mit dem Kind hereinkam, von dem er offensichtlich vorher nichts wusste …»

Früher war alles anders

Viel hat sich im Laufe der Jahre geändert. «Früher fanden die Hochzeitsfeste nachmittags und nicht abends statt und das Brautpaar verabschiedete sich dann auf die Hochzeitsreise.» Zur Hoch-Zeit der grossen Hochzeiten, an denen 180 und mehr Gäste üblich waren, gab es viele Tafelmajore im Sensebezirk. Die Leute hätten damals eine viel grössere Verwandtschaft gehabt und auch mehr geheiratet als heute.

Hermann Boschung erzählt, dass im früheren Bahnhofbuffet Düdingen oft mehrere Hochzeiten gleichzeitig stattfanden – einmal waren es gar vier. Später verschwanden immer mehr grosse Säle. «Viele Leute heiraten gar nicht mehr in Restaurants, sondern organisieren das Fest in privaten Räumen.» Mit der Zeit hätten Familienmitglieder oder die Trauzeugen die Rolle des Tafelmajors übernommen, und es habe immer mehr Darbietungen aus der Gästeschar gegeben. «Vielleicht ist die Zeit der Tafelmajore vorbei – vielleicht kommt sie wieder.»

Gasthof St.  Martin, Tafers. Do., 23. Januar, 20 Uhr. Platzreservation möglich: info@gasthofstmartin.ch oder Tel. 026 494 53 13.

Zur Person

Ein engagierter Familienmensch

Hermann Boschung ist 1936 im Weiler Eggelried bei Wünnewil geboren und dort aufgewachsen. Seine Eltern seien ihm und seinen sieben Geschwistern Vorbild gewesen, sagt er. Er habe nicht gewusst, welchen beruflichen Weg er einschlagen solle, weil ihn vieles interessiert habe, erzählt er. Also hat er in der Landwirtschaft, bei der Kehricht­abfuhr und auf dem Bau gearbeitet. Durch Zufall ist er als junger Bursche zu einem Sommerjob bei einem Käser in Lyss gekommen; zu Meisterleuten, über die er noch heute des Lobes voll ist. Er hat bei ihnen die dreijährige Käserlehre absolviert und arbeitete dann nach dem Militärdienst erst in der Käserei Tafers, in Äschlenberg und Wolperwil. Später besuchte er die Molkereischule in Grangeneuve, und 1964 bestand er die Meisterprüfung. 1971 bekam er die Stelle als Käsereiinspektor. Das habe ihm gut gefallen, auch wenn es nicht immer leicht gewesen sei, vor allem, wenn er im Stall oder in einer Käserei Mängel beanstanden musste. «Es brauchte viel Diplomatie», erinnert sich Hermann Boschung. Ihm sei stets wichtig gewesen, korrekt zu bleiben und so mit den Leuten umzugehen, dass er ihnen immer in die Augen blicken konnte. «Zwischenmenschliche Töne sind wichtig, im Beruf, in der Freizeit und in der Familie», sagt Hermann Boschung, der sich auch im Gemeinderat und im Pfarreirat von Schmitten und in anderen Gremien engagiert hat. Das sei nur möglich gewesen, weil seine Frau ihm den Rücken freigehalten habe. Er sei ein Familienmensch, sagt Hermann Boschung von sich selbst. Der Vater von fünf Kindern und Grossvater von zwölf Enkelkindern wird von allen nur «Opi» genannt. Ihm zu Ehren hat seine Tochter Barbara Andrey im Juni 2019 einige Texte aus seinem umfangreichen Archiv online gestellt. Sie erscheinen in regelmässigen Abständen unter dem Titel «Opi’s Universum».

 

https://barbara-andrey.ch/opis-universum.html

 

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