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Meister des 16. Jahrhunderts neu präsentiert

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Meister des 16. Jahrhunderts neu präsentiert

Das Museum für Kunst und Geschichte richtet seine Räume anders ein

Freiburg blieb von den Bilderstürmen der Reformationszeit weitgehend verschont. Die Kirchen und auch das Museum für Kunst und Geschichte hüten deshalb einen reichen Schatz an Kunstwerken aus vorreformatorischer Zeit.

Von ANTON JUNGO

«Die spätmittelalterlichen Skulpturen und Malereien gehören zu den wichtigsten Beständen unseres Museums», betont Verena Villiger, Vizedirektorin des Museums für Kunst und Geschichte. Sie schreibt diese Überfülle an farbenprächtigen Kunstwerken der Tatsache zu, dass Freiburg im Gegensatz etwa zu Basel, Zürich oder Bern von den Bilderstürmen der Reformation verschont blieb.

Verena Villiger vermutet, dass die Statuen und Bildtafeln, die das Museum aufbewahrt, meist aus grösseren Ensembles stammen. Unter anderem waren sie Bestandteil von Flügelaltären, mit denen die spätmittelalterlichen Kirchen ausgestattet waren. Zu einem unbekannten Zeitpunkt – wohl dem Zeitgeschmack folgend – wurden die meisten Altäre demontiert, Bildtafeln und Skulpturen wurden als Einzelteile weiter verwendet.

Schwierige Zuschreibung

Wie die Vizedirektorin ausführt, sind aus Archivdokumenten zahlreiche Namen von Künstlern (z. B. durch Werkaufträge usw.), die zur Zeit der Spätgotik in Freiburg gearbeitet haben, bekannt: Martin Gramp, Hans Geiler, Hans Roditzer, Hans Gieng, Wilhelm Ziegler und Hans Boden. In den seltensten Fällen kann aber eine Skulptur einem bestimmten Künstler zugeschrieben werden. Die wenigsten Statuen sind signiert. Dies im Gegensatz zu den Bildtafeln, die oft das Signet ihres Schöpfers tragen.

Im Rahmen der Neueinrichtung des Ratzehofes werden auch die Meister des 16. Jahrhunderts im ersten Stock des Museums für Kunst und Geschichte in vier Räumen neu präsentiert. Die Ausstellung mit den Werken aus diesem Höhepunkt der Schweizer Kunstgeschichte wurde gestern Abend offiziell eröffnet.
Die Werke sind noch mit den bisherigen – ungewissen – Zuschreibungen an einzelne Meister oder Werkstätten ausgestellt. «Wir werden uns bemühen, in den nächsten Jahren zusammen mit der Universität Freiburg und dem kantonalen Kulturgüterdienst die wissenschaftliche Erforschung dieser Schlüsselwerke unseres kulturellen Erbes voranzutreiben», betont Verena Villiger.

Gieng und Geiler

Einen Ehrenplatz im ersten Raum hat eine so genannte Johannesschüssel von Hans Gieng. Das Andachtsbild mit abgeschlagenem Haupt Johannes des Täufers, präsentiert auf einem Teller, wollte die Gläubigen dazu bewegen, der Leiden einer wichtigen Mittlerfigur des christlichen Glaubens zu gedenken. Der vermutlich aus Schwaben stammende Hans Gieng wird 1525 in Freiburg erstmals erwähnt. Er hat Mitte des 16. Jh. verschiedene Brunnen für die Stadt Bern und vor allem für Freiburg geschaffen. Seine Figur auf dem Freiburger Johannes-Brunnen lässt den Rückschluss zu, dass auch die ausgestellte Johannesschüssel aus seiner Hand stammt.

Im zweiten Raum wird eine grosse, einheitliche Gruppe von Skulpturen präsentiert, die Hans Geiler oder seiner Werkstatt zugeschrieben werden. Auffallend sind die schlanken, noblen Frauengestalten mit ihrer s-förmigen Haltung. Im Mittelpunkt steht eine Madonna mit Kind, die einmal wohl das Zentrum eines Flügelaltars bildete. Von Hans Geiler stammt mit Sicherheit der Freiburger Georgs-Brunnen. Leider lässt der in einer Rüstung steckende Heilige gemäss Verena Villiger nicht viele Rückschlüsse auf andere Figuren zu.
Im Zentrum des dritten Raums stehen die Bildtafeln eines Flügelaltars, aus der Abtei Altenryf. Das Werk stammt von Wilhelm Ziegler aus Franken, der ab 1522 in Freiburg bezeugt ist.

Anklänge an Renaissance

Auf Grund der Grösse und der Qualität der Bildtafeln wird angenommen, dass der Flügelaltar ursprünglich wohl als Hauptaltar in der Klosterkirche stand. Später wurde er in die Gästekapelle des Klosters verlegt. Die vier erhaltenen Tafeln stellen Szenen aus dem Marienleben dar. Der Künstler hat sich bei seinem Werk an Stiche von Albrecht Dürer gehalten. Auffallend sind seine teils unproportionierten Figuren. Im Werk Wilhelm Zieglers wird schon der Übergang von der Spätgotik zu Renaissance deutlich.

Während einigen Jahren hat Wilhelm Ziegler auch mit Hans Boden zusammengearbeitet und sie haben ihre Bilder auch gemeinsam signiert. Von Hans Boden, der später wegen eines Tötungsdelikts Freiburg fluchtartig verlassen musste, ist das Bild des hl. Theodul, Bischof von Sitten, ausgestellt. Im Hintergrund hat der Künstler die Anekdote dargestellt, die berichtet, dass Theodul vom Papst eine Glocke geschenkt erhielt. Er zwang den Teufeln ihm das Geschenk über die Alpen ins Wallis zu tragen.

In einem weiteren Raum schliesslich sind 14 geschnitzte Miniaturen ausgestellt, die biblische Szenen darstellen. Die mit vielen Details ausgestalteten Schnitzarbeiten sind in einer Art Kasetten untergebracht. Ob es sich um ein eigenständiges Andachtsobjekt handelte oder um Modelle für ein grösseres Werk, ist bis jetzt nicht bekannt. Die Schnitzereien erinnern ein wenig an den Hochaltar in der Augustiner-Kirche in der Freiburger Unterstadt.

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