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Meister in Musik und Mechanik

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Johann Ulrich sitzt am Stubentisch in seinem Haus in der Nähe des Bahnhofs Schmitten. Die Pendeluhr tickt, in einem Gestell stehen Modellflugzeuge und Autos, an der Wand hängt ein Zeitungsausschnitt, der ihn beim Auftritt als Schacher Sepp am Plaffeier Freilichtspiel von 2016 zeigt. Kaum einen Kilometer von seinem heutigen Heim entfernt ist Ulrich aufgewachsen, in einer Familie mit zwölf Kindern, er war das neunte. Die Erzählungen aus seiner Kindheit zeigen, wie früh seine beiden Leidenschaften, die Musik und die Mechanik, geboren wurden. «Mein Vater spielte Mundharmonika und Es-Horn, er hat mir gezeigt, wie es geht, als ich noch ein Junge war, und ich habe es schnell begriffen», sagt der 74-Jährige. So sei es immer gewesen: «Sobald ich bei einem Instrument verstanden hatte, wo das C ist, konnte ich es spielen.» Zuerst lernte er Gitarre, später Tambur, Posaune, Saxofon, Mandoline – und, und, und. Sein Hauptinstrument ist jedoch bis heute seine Stimme. Auch der Gesang kam von seinem Vater: «Fürs Maisingen brachte er uns Kindern immer dreistimmige Lieder bei.»

Dem Internat entwischt

Ein weiteres Ereignis in der Jugend prägte Ulrich: Nach der Primarschule war vorgesehen, dass er ins katholische Internat nach St-Maurice im Wallis gehen sollte. Der Koffer war bereits gepackt, der Pater bereits bei den Eltern im Haus in ­Schmitten. «Wir waren schon auf dem Weg zum Roller, als der Pater mir sagte, ich solle noch eine Runde um das Haus machen, um Abschied zu nehmen. Als ich unser Auto sah und alles ums Haus, rannte ich davon. Ich dachte, das kann ich nicht alles verlassen.»

Sein Vater hatte ihm nicht nur das Musizieren beigebracht, sondern auch viel Hand­werkliches. Statt also im Internat zu studieren, begann Johann Ulrich eine Feinmechaniker-Lehre. Das sagte ihm aber zu wenig zu, er brach ab, machte ein Jahr lang Gelegenheitsjobs und begann dann die Lehre als Automechaniker. «Das fand ich interessanter.»

Frühe Liebe

Bereits früh, noch vor der Rekrutenschule, lernte er seine spätere Frau kennen, richtig funkte es jedoch erst nach der RS. Ebenfalls früh begann Ulrich seine Gesangsausbildung: Am Konservatorium in Freiburg liess er sich zum Kammersänger schulen. Später machte er Masterkurse und sang in diversen Kirchen Solistenmessen. Beruflich wechselte er mehrmals die Stelle und eröffnete schliesslich 1986 eine eigene Garage, da war er 42 Jahre alt und Vater dreier kleiner Töchter.

Ungefähr zur selben Zeit wie sich Johann Ulrich selbstständig machte, besuchte er einen Kurs für italienischen Gesang in Zürich: «Sie zeigten uns Vokalise-Übungen, bei denen man die Stimmbänder aufbaut und richtig braucht.» Dies sei eine Art Erleuchtung für ihn gewesen. Zur Veranschaulichung singt er vor: eine Passage aus der Oper Carmen mit seiner eher flachen Stimme als Sängerknabe, anschliessend mit einer vollen, kräftigen Opernstimme, welche die ganze Stube ausfüllt.

Nach dem Kurs in Zürich erhielt er die Gelegenheit, eine Opernausbildung zu machen; alle zwei Monate reiste er für drei, vier Tage nach Italien, um die Technik zu trainieren und neue Arien zu lernen. «Es war streng, neben der Arbeit und der Familie», sagt er. Die Musik zum Beruf zu machen, das sei nie infrage gekommen, das Risiko als Familienvater zu gross. Er trat jedoch x-fach auf, sang auf Opernbühnen in der ganzen Schweiz und begleitete Kirchenchöre in der Region. Zudem hatte er regelmässig Gesangsschüler.

Als wäre das nicht genug, macht er irgendwann auch noch den Flugschein. «Mein Vater hat mir einmal gesagt, ich sei ein ewiger Student. Ich war einfach immer sehr wissbegierig.»

Langsam zum Ziel

Auch heute füllen seine beiden Leidenschaften sein Leben aus: Er dirigiert den Requiem-Chor in Plaffeien und tritt regelmässig als Solist in Kirchen auf. In seiner Stube zeigt er auf Autoschlüssel, die er in seiner Werkstatt geflickt hat, und Modellautos, die er gebaut hat. «Ich bin vielleicht ein bisschen ein Kauz.» Und er sei immer eher langsam gewesen, schon in der Schule und später bei der Arbeit. «Dafür war es dann gut, wenn es fertig war.»

FN-Serie

Eine Stafette mit Porträts

In einer losen Serie stellen die «Freiburger Nachrichten» verschiedenste Menschen aus ihrem Einzugsgebiet vor. Die Artikelserie funktioniert wie eine Stafette: Es ist der jeweils Porträtierte, der das nachfolgende Porträt bestimmt.

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