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Von Menschen verursachte Klimaerwärmung macht Wetterextreme häufiger

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Am Montag hat der Weltklimarat (IPCC) den ersten Teil des neuen Sachstandsberichts vorgelegt. Es sei demnach eindeutig, dass der Einfluss des Menschen die Atmosphäre, die Ozeane und die Landflächen erwärmt hat.

Starkregen und Hochwasser in der Schweiz und in Deutschland sowie Hitzewellen in Südeuropa haben das Wetter in den vergangenen Wochen geprägt. Tatsächlich nehmen die Häufigkeit und die Stärke von extremen Niederschlägen und Hitzewellen seit 1950 zu, und solche Extremereignisse werden dem IPCC-Bericht zufolge in Zukunft noch häufiger und heftiger.

Hauptursache sei der durch den Menschen verursachte Klimawandel. «Bei einigen der jüngst beobachteten Hitzewellen ist es extrem unwahrscheinlich, dass sie ohne menschlichen Einfluss so aufgetreten wären», sagt Sonia Seneviratne, Professorin an der ETH Zürich und koordinierende Leitautorin des Kapitels zu den Änderungen in Wetter- und Klimaextremen, in einer Mitteilung der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT).

Beispiellose Veränderungen

Über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 66 Ländern, darunter fünf aus der Schweiz, arbeiteten im ersten Teil des sechsten Sachstandsberichts die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels auf. Seit dem letzten Sachstandsbericht vor sieben Jahren sei die Sicherheit vieler Aussagen dank mehr Daten, besserem Verständnis der physikalischen Prozesse und verbesserten Modelle deutlich gestiegen, so die SCNAT. Vieles sei klarer geworden, unter anderem die Rolle des Menschen.

Das Ausmass der jüngsten Veränderungen im gesamten Klimasystem und der gegenwärtige Zustand vieler Aspekte des Klimasystems sind dem IPCC zufolge seit vielen Jahrhunderten bis Jahrtausenden beispiellos.

Von 2013 bis 2019 erhöhten sich die durchschnittlichen Konzentrationen des Treibhausgases CO2 um knapp 5 Prozent, von Methan um 3,5 Prozent und von Lachgas um 2,5 Prozent. «Der Bericht zeigt, dass die atmosphärische CO2-Konzentration im Jahr 2019 47 Prozent höher war als zu Beginn der Industrialisierung und insgesamt höher als je zuvor in den letzten 2 Millionen Jahren», liess sich Gian-Kasper Plattner von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), einer der Leitautoren des Berichts, zitieren. Die globale Oberflächentemperatur lag zwischen 2011 und 2020 um durchschnittlich etwa 1,1 Grad Celsius höher als in vorindustrieller Zeit (1850 bis 1900).

Rasche Eindämmung nötig

Die Forschenden äussern sich im Bericht auch zur Gletscher- und Poleisschmelze und zum Anstieg des Meeresspiegels. So seien der Anstieg des Meeresspiegels und das Abschmelzen der Eiskappen bereits heute für Hunderte oder Tausende von Jahren unumkehrbar, sagte Plattner. Dem IPCC-Bericht zufolge wird der Rückzug der Gletscher auch dann noch Jahrzehnte andauern, wenn sich die globalen Temperaturen stabilisieren. Doch je rascher die Treibhausgasemissionen eingedämmt werden, umso mehr können die Erwärmung und deren Folgen minimiert werden.

«Nur wenn der Kohlendioxidausstoss schon in den nächsten Jahren stark sinkt und bis Mitte Jahrhundert netto null erreicht, wird die globale Erwärmung mit mehr als 50 Prozent Wahrscheinlichkeit auf unter 1,6 Grad Celsius und höchstwahrscheinlich unter 2 Grad bleiben», so Erich Fischer von der ETH Zürich, ebenfalls einer der Leitautoren des Berichts.

Beim pessimistischsten im Bericht betrachteten Emissionsszenario würden sich die Temperaturen hingegen etwa um 4,5 Grad, im Extremfall um bis zu 5,7 Grad erhöhen. Bereits bei einer Erwärmung von nur 1,5 Grad würden Starkniederschläge oder Hitzewellen in den meisten Regionen häufiger und erreichten Intensitäten von bisher ungekanntem Ausmass.

«Ursache der globalen Klimaerhitzung und zusätzlicher Hitzewellen, Dürren, Feuer, Starkniederschläge und Überschwemmungen sind die ausser Rand und Band geratenen, vom Menschen verursachten CO2-Emissionen aus der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas», sagte auch Fortunat Joos, Professor für Klimaphysik an der Universität Bern, gemäss dem Science Media Center: «Wir sind zusammen mit der fossilen Energiewirtschaft gerade dabei, das Klimasystem in wenigen Jahrzehnten weit über den natürlichen Bereich der vergangenen Millionen Jahre hinauszukatapultieren», so der Berner Forscher, der nicht am aktuellen Bericht mitgewirkt hat.

Auswirkungen auch in der Schweiz

Auch die Schweiz wird sich den Entwicklungen nicht entziehen können: Denn laut dem Bericht erwärmen sich die Landmassen grundsätzlich stärker als das globale Mittel, und Wetterextreme werden regional unterschiedlich ausgeprägt sein. «Hitzewellen, Starkniederschläge und landwirtschaftliche und ökologische Dürren werden im westlichen Zentraleuropa und somit auch in der Schweiz mit zunehmender globaler Erwärmung vermehrt auftreten und intensiver werden», so Seneviratne.

Im kommenden Jahr sollen zwei weitere Teile zu den Folgen des Klimawandels und zu Möglichkeiten der Anpassung sowie zu Wegen zu einer Minderung der Treibhausgasemissionen folgen. Den Abschluss bildet ein Synthesebericht. Im Hintergrund steht dabei die Frage, wie das Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens noch erreicht werden kann, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad, mindestens aber deutlich auf unter zwei Grad zu begrenzen.

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