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Merlacher Ortsplanung steht auf der Kippe

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In Merlach steht eine Konsultativabstimmung an der Urne über die Ortsplanungsrevision an. Der Hauptgrund für die Revision sind die Ausbaupläne des Fünfsternehotels Vieux Manoir. 93 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben sich an der Gemeindeversammlung vom Montag einstimmig für die Konsultativabstimmung entschieden. Werner Zürcher, ehemaliger SVP-Grossrat und Merlacher, stellte den Antrag. «Es macht mir Sorgen, dass der Gemeinderat so viel Aufwand mit dem ‹Gschtürm› hat», sagte Zürcher im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal in Merlach.

Konsultativabstimmungen sind rechtlich nicht bindend, sollen aber den Puls in der Bevölkerung fühlen. Schlussendlich liegt die Entscheidung beim Gemeinderat. Auch Sache des Gemeinderats ist der Text für den Urnengang. Werner Zürcher machte dazu keinen Vorschlag.

Der Dorn im Auge

Streitpunkt bei der Ortsplanungsrevision zwischen einem grossen Teil der Bevölkerung und den Hotelbesitzern sind die voraussichtlichen Bauvorhaben des Hotels Vieux Manoir und die dafür nötige Umzonung: Die Revision beinhaltet eine Umzonung auf dem Gelände des Hotels Vieux Manoirs in eine sogenannte «Wohnzone mit Beherbergungsmöglichkeit». Gemäss dem Zonennutzungsplan sollen knapp 17 000 Quadratmeter Fläche umgewandelt werden. Der grösste Teil des Landes, über 11 000 Quadratmeter, ist heute Dorfzone. Die weiteren Flächen sind aktuell verschiedenen Zonen zugeordnet: So hat es Sonderzonen, Seeuferschutzzonen und Waldzonen, die ebenfalls in eine «Wohnzone mit Beherbergungsmöglichkeit» wechseln sollen.

Dies stösst zahlreichen Merlachern sauer auf: Laut Gemeinderat Claude Lerf sind gegen die Ortsplanungsrevision 14 Einsprachen eingegangen; neun davon von Einzelpersonen oder Paaren, drei Einsprachen haben 146 Bürgerinnen und Bürgern unterschrieben (siehe FN vom 15. Februar). Merlach zählt 458 Stimmbürger. Zwei Einsprachen stammen von den Hotelbesitzern. «Generalisierend kann man sagen, dass die Bürger die Schaffung der Zone mit Beherbergungsmöglichkeit und die Gebäudehöhe kritisieren», sagte Lerf. Der Gemeinderat merkte an, dass die Einsprecher nicht zum Vornherein gegen eine Weiterentwicklung des Hotels Vieux Manoirs seien. Seitens der Hotelbesitzer ginge es um einzelne Details, die sie abgeändert haben wollten.

Urnengang Ende Mai

Gemeindepräsident Walter Zürcher sagte an der Versammlung, dass die Konsultativabstimmung bereits Ende Mai stattfinden soll. Der Ausgang sei ja bereits jetzt klar, bei so vielen Einsprechern, sagte ein Merlacher Bürger. Würden sich die Merlacher dennoch für die Revision der Ortsplanung entscheiden, müsste der Gemeinderat Verhandlungen aufnehmen und versuchen, die beiden Parteien, also Einsprecher und Besitzer des Vieux Manoirs, an einen Tisch zu bringen. Liesse sich ein Kompromiss finden, könnte Merlach die Revision erneut auflegen.

Wie der Antragsteller Werner Zürcher nach der Versammlung den FN sagte, wohnt er seit rund 70 Jahren neben dem Hotel. Es habe eine Zeit gegeben, als dieses sehr gut gelaufen sei. «Ich weiss nicht, wieso dies jetzt nicht mehr möglich sein soll.» Zudem sei ein Ausbau auch ohne Umzonung möglich. Rosmarie Fasnacht von der Interessengemeinschaft (IG) Merlach begrüsst die Konsultativabstimmung. «Und wenn wir die Umzonung stoppen können, haben wir das Ziel erreicht», sagte sie im Namen der IG Merlach, die Einsprache gegen die Umzonung erhoben hatte. Fasnacht betonte, dass sie nichts gegen das Hotel und auch nichts gegen den Gemeinderat hätten. «Wir haben einfach etwas gegen diese Überdimensionierung.»

«Eine Katastrophe»

Der Oberamtmann des Seebezirks, Daniel Lehmann, konnte und wollte zur Konsultativabstimmung keine Stellung nehmen. Der Geschäftsführer von Murten Tourismus, Stephane Moret, sagte auf Anfrage, dass eine definitive Schliessung des Vieux Manoirs für die Region eine Katastrophe und ein Riesenverlust wäre. «Das Vieux Manoir ist eine Visitenkarte für die Region, das auch verschiedene andere Betriebe zum Laufenbringt.»

 

Finanzen: Weniger Steuereinnahmen

D ie Jahresrechnung 2013 von Merlach schliesst bei einem Aufwand von rund 2,7 Millionen Franken mit einem Defizit von rund 17 000 Franken. Im Budget vorgesehen war ein Ertragsüberschuss von 7000 Franken. Grund für das Defizit sind geringere Steuereinnahmen. «Im Bereich Einkommens- und Vermögenssteuer fielen die Einnahmen um 325 000 Franken geringer aus als budgetiert», sagte der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Emil Gerzner. Jedoch seien die Ausgaben geringer und die Einnahmen bei der Liegenschaftsgewinn- und Handänderungssteuer um rund 236 000 Franken höher als budgetiert ausgefallen. Gerzner präsentierte auch die Finanzplanung 2014 bis 2018. Darin zeigte sich, dass die Verschuldung ansteigt. Gerzner sprach auch eine allfällige Steuererhöhung an, falls sich die Finanzen in den nächsten Jahren nicht verbesserten. emu

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