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Métraillers Erfolg macht Ergänzungswahl nötig

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Autor: Nicole Jegerlehner

Freiburg Die CVP hat in den Wahlen vom Wochenende einen Sitz im Freiburger Gemeinderat verloren (siehe Interview oben). Einen grossen Verlust verzeichnet die Partei auch im städtischen Parlament: Dort hat sie mit einem Wähleranteil von 21,3 Prozent nur siebzehn Sitze geholt, sechs Sitze weniger als bei den letzten Wahlen. Einige gestandene Ratsmitglieder wurden abgewählt. Seit 2001 hat die CVP sogar elf Sitze verloren.

«Sehr tief gefallen»

«Wir sind sehr tief gefallen», sagt Laurent Dietrich, Präsident der CVP Stadt Freiburg. Die Partei habe es nicht geschafft, ihr wichtige Themen wie das Cardinal-Gelände und die Mobilität positiv darzustellen. «Das sind langfristige Themen, die zu Beginn oft negative Fragen aufwerfen.» Dietrich erachtet auch die Zusammenarbeit zwischen Parlament und Gemeinderat als zu schwach. «Zudem haben wir Bürgerlichen es nicht geschafft, eine gemeinsame Liste zu gestalten.»

Während die CVP Verluste hinnehmen musste, gewann die FDP mit einem Wähleranteil von 12,6 Prozent zwei Sitze dazu – auf Kosten der CVP. Die Freisinnigen sind im Parlament nun zu zehnt; sie sind fast so stark wie 2001, als die FDP noch auf elf Sitze kam.

Die «freie und unabhängige Liste» von Jean-Jacques Métrailler hat auf Anhieb zwei Sitze erreicht. «Ich bin überrascht», sagt Métrailler, der unabhängig bleiben will. «Vielleicht forme ich eine Gruppierung innerhalb des Parlaments, und unzufriedene Mitglieder anderer Parteien können sich mir anschliessen.» Er werde Sachpolitik betreiben und je nach Vorlage abstimmen, sich aber nicht nach Parteimeinungen richten.

Die Grünliberale Gisela Kilde findet sich ebenfalls alleine wieder: Ihre Partei, die in Freiburg erstmals angetreten ist, gewann nur einen Sitz. «Wir hätten gerne mehr Sitze geholt, doch dafür waren wir wohl in der Stadt zu wenig präsent», sagt Kilde. Sie werde sich der CVP-Fraktion anschliessen, «alleine zu politisieren macht ja keinen Sinn».

Erst 79 der 80 Sitze verteilt

Weil Métrailler, der auch für den Gemeinderat kandidiert hatte, der einzige Kandidat auf seiner Liste war, sind bisher erst 79 der 80 Sitze verteilt. Die Stadt muss nun eine Ergänzungswahl organisieren. Métrailler hofft auf eine stille Wahl: Dazu kommt es, wenn er als Einziger eine Liste einreicht. Bereits jetzt ist aber klar, dass es nicht zur stillen Wahl kommt: «Wir präsentieren auf jeden Fall eine Kandidatin oder einen Kandidaten», sagt Christoph Allenspach, Präsident der SP Stadt Freiburg. Er kann sich vorstellen, dass die Linke sich auf einen gemeinsamen Kandidaten einigt. «Da gibt es noch einen Sitz zu holen, um die linke Mehrheit im Parlament auszubauen.» Die Ergänzungswahl findet laut Richard Jordan vom Oberamt des Saanebezirks am 15. Mai statt.

Linke Mehrheit

Die Linke konnte sich die Mehrheit im Generalrat holen: Zurzeit hat sie 41 Sitze inne, die Bürgerlichen – wird auch der Sitz von Métrailler ihnen angerechnet – 38 Sitze. Auch wenn die Bürgerlichen in der Ersatzwahl den offenen Sitz holen sollten, bleibt die Mehrheit im linken Lager.

2001 hatte die Linke erstmals überhaupt die Mehrheit im Stadtfreiburger Parlament erreicht, diese aber bei den letzten Wahlen bereits wieder verloren. «Die Mehrheit im Generalrat ist das Allerschönste an diesen Wahlen», sagt Allenspach. «Das war nicht selbstverständlich.» Damit ist die Linke nun in Regierung und Parlament in der Mehrheit.

Die SP ist nun die mit Abstand stärkste Partei im Generalrat. Sie hat mit einem Wähleranteil von dreissig Prozent 25 Sitze geholt, drei Sitze mehr als bei den letzten Wahlen. «Das ist unglaublich», sagt Allenspach, «damit hatten wir nicht gerechnet».

CSP verliert einen Sitz

Die Linke hat im Rat zwei Sitze dazugewonnen. Doch die CSP hat einen Sitz verloren. «Wir sind trotzdem zufrieden», sagt Fraktionspräsident Maurice Page: «Die Linke hat sowohl im Gemeinderat als auch im Generalrat die Mehrheit geholt.» Vielleicht habe sich die CSP im Wahlkampf zu wenig zeigen können, da sie sich für die gemeinsame Gemeinderatsliste mit SP und Grünen eingesetzt habe. Page selber ist abgewählt worden: «Persönlich bin ich natürlich ein wenig enttäuscht.»

Die Namen der 79 Gewählten:

Liste 1: Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) 17 Sitze (-6): Jean Bourgknecht (1962) 1666 Stimmen, Stanislas Rück (bisher, 1963)1588, Alexandre Sacerdoti (1950) 1533, Cécile Thiémard (bisher, 1955) 1520, Marc-Antoine Gamba (bisher, 1961) 1513, Charles de Reyff (1969) 1502, Jean-François Feyer (bisher, 1964) 1498, Jean-Pierre Siggen (1962) 1483, Martine Morard (bisher, 1952) 1469, Laurent Dietrich (bisher, 1972) 1448, Isabelle Teufel (bisher, 1962) 1437, Marc Bugnon (1965) 1425, Claude Schenker (bisher, 1970) 1408, Pierre Kilchenmann (1977) 1407, Bernard Baeriswyl (bisher, 1941) 1392, Thierry Gachet (bisher, 1972) 1391, Sandra Daguet (bisher, 1980) 1382.

Die ersten fünf Ersatzleute: Georges Rhally (bisher, 1956) 1377, Jean-Luc Bettin (bisher, 1978) 1359, Benoît Hemmer (1967) 1354, Louis Both (1977) 1353, André Schoenenweid (1961) 1353.

Liste 2: Sozialdemokratische Partei (SP) 25 Sitze (+3): Thierry Steiert (bisher, 1963) 2668 Stimmen, Pierre-Alain Clément (1951) 2626, Dominique Jordan Perrin (1962) 2474, Andrea Burgener Woeffray (bisher, 1956) 2465, Guy-Noël Jelk (bisher, 1964) 2423, Xavier Ganioz (1973) 2393, Manon Delisle (1964) 2370, Laurent Moschini (bisher, 1970) 2359, Marine Jordan (1974) 2342, Christoph Allenspach (bisher, 1954) 2336, Katharina Karlen Moussa (bisher, 1958) 2329, Lise-Marie Kummer (1974) 2326, François Miche (bisher, 1982) 2313, Pius Odermatt (bisher, 1961) 2303, Christine Müller (bisher, 1951) 2301, Marc-David Henninger (bisher, 1987) 2296, Adeline Jungo (1982) 2286, Marie-Angèle Poupon (1979) 2282, Elisabeth Reber Jung (1961) 2275, Elias Moussa (1984) 2264, Alexandre Grandjean (bisher, 1979) 2263, Adde Sidi Nur Manguay (bisher, 1960) 2263, Pierre Horner (bisher, 1961) 2262, Pierre-Alain Perrittaz (1966) 2262, Maria Helena Molliet (bisher, 1957) 2259.

Die ersten fünf Ersatzleute: Martin Kuhn (1970) 2250, Jérôme Hayoz (1979) 2248, Christine Kolly (1966) 2240, Antoine Marmy (1986) 2238, Frédéric Widmer (1979) 2230.

Liste 3 FDP.Die Liberalen 10 Sitze (+2): Antoinette de Weck (bisher, 1956) 1443 Stimmen, Thomas Zwald (bisher, 1963) 1174, Claudine Esseiva (1978) 1104, Vincent Jacquat (bisher, 1976) 1066, Jean-Daniel Schumacher (1956) 1036, Jean-Jacques Marti (bisher, 1952) 1030, Marie-Christine Dorand (bisher, 1959) 1029, Jean-Noël Gex (1955) 1022, Jean-Pierre Wolhauser (1954) 993, Anne-Sophie Guillaume (1970) 938.

Die ersten fünf Ersatzleute: Marie-Gertrude Morel-Neuhaus (1946) 937, Thierry Vauthey (1965) 930, Nicolas Leupin (1973) 925, Béatrice Acklin Zimmermann 923, Raphaël Casazza (1977) 918.

Liste 4: Christlich-soziale Partei (CSP) 6 Sitze (-1): Madeleine Genoud-Page (1957) 1053 Stimmen, Philippe Wandeler (bisher, 1952) 939, Béatrice Ackermann-Clerc (bisher, 1957) 910, Pierre-Olivier Nobs (bisher, 1966) 842, Cosima Frieden (bisher 1987) 751, Vincent Pfister (1983) 732.

Die ersten fünf Ersatzleute: René Marty (bisher, 1951) 666, Eva Heimgärtner (bisher, 1957) 644, Maurice Page (bisher, 1962) 639, Diego Frieden (1984) 594, Raymond Baraké (1952) 586.

Liste 5: Schweizerische Volkspartei (SVP) 9 Sitze (unverändert): Daniel Gander (bisher, 1945) 995 Stimmen, Stéphane Peiry (bisher, 1970) 963, Kevin Grangier (1985) 908, Louis Castella (bisher, 1934) 905, Pierre Marchioni (bisher, 1942) 893, Pascal Wicht (bisher, 1984) 882, Marina Flores (1968) 852, Hans Werhonig (1937) 804, Richard Wolf (1950) 804.

Die ersten fünf Ersatzleute: Bernard Dupré (1951) 801, Christophe Giller (1980) 796, Christoph Pfister (1945) 790, Jean-Pierre Angéloz (1943) 780, Jaime Andrade (bisher, 1948) 772.

Liste 6: Grünliberale (glp) 1 Sitz (+1): Gisela Kilde (1970) 517 Stimmen.

Die Ersatzleute: Fabienne Etter (1974) 511, Charly Pache (1976) 487, Daniel Wismer (1965) 461.

Liste 7: Grüne 10 Sitze (+1): Oliver Collaud (bisher, 1975) 1487 Stimmen, Eva Kleisli (bisher, 1960) 1400, Christa Mutter (1960) 1329, Gilles Bourgarel (bisher, 1958) 1287, Laurent Thévoz (1948) 1275, Elena Strozzi (bisher, 1970) 1270, Eva Gerber (bisher, 1961) 1231, Andreas Burri (bisher, 1960) 1219, Rainer Weibel (bisher, 1949) 1205, François Ingold (1977) 1196.

Die ersten fünf Ersatzleute: Karine Siegwart (1964) 1171, Maria Teresa Escolar Mettraux (bisher, 1964) 1169, Juliet Harding (1968) 1153, Yolande Peisl-Gaillet (1969) 1149, Rêzan Zehre (bisher, 1975) 1145.

Liste 8: Freie und unabhängige Liste 2 Sitze (+2): Jean-Jacques Métrailler (1950) 927 Stimmen.

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