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Michael Fehrs «Simeliberg»: Eine Tragikomödie aus dem «Krachen»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Im letzten Sommer Juli erhielt der Berner Autor Michael Fehr für einen Auszug aus «Simeliberg» den zweiten Preis am renommierten Bachmannwettbewerb–nun liegt das Buch vor: Eine dialektal eingefärbte und bewusst klischierte Krimi-Satire aus einem Schweizer Hinterwäldler-Krachen.

Schwarzweiss ist hier Programm: In dem Flecken heissen die anständigen Leute «Wyss», «Witt» und «Blank» und der Bösewicht «Schwarz». Nur der Gemeindeverwalter heisst unentschieden «Griese» (Grau)–kein Wunder, er ist ja ein Deutscher. Und als solcher wird er–so viel sei vorweggenommen–am Schluss an allem schuld gewesen sein.

Der arme Griese wird von den Hinterwäldlern genötigt, den Landmann Schwarz den Behörden zuzuführen. Denn dem Schwarz spinnt’s nicht nur, der lebt auch–eine der grössten Schweizer Sünden–im Dreck. Und womöglich hat er seine Frau, die erstaunlich normal war, umgebracht.

So transportiert denn Griese den verwahrlosten Bauern in die Stadt aufs Sozialamt. Vorher aber zeigt ihm Schwarz eine Geldkassette voller Tausender. «Wir müssen über die Bücher», warnt Griese telefonisch die Fürsorge vor, «es ist Geld um den Weg.»

Der Ausdruck ist typisch für den «Simeliberg»-Sound: aus «Gäld umewäg» (Geld da) wird «Geld um den Weg», aus «strub» (hässlich) wird «straub», aus «abliire» (auswickeln) wird «ableiern». Vordergründig wirkt das urchig–genau besehen ist es eher infantil, nur Vorschulkinder würden Dialekt so ins Hochdeutsche übertragen.

Nach dem Simeliberg aus Fehrs Büchlein würde sich freilich niemand sehnen: Hier ist nichts heimelig, sondern alles unheimlich. Woher etwa kommt das viele Geld? Was soll Schwarz’ Geschwafel über eine kommunistische Siedlung, die er auf dem Roten Planeten gründen will? Wofür braucht er eine Kiste voller Maschinenpistolen?

Laut ist doppelt lustig

Neben der seltsamen Sprache dürfte den Leser das Schriftbild des Buchs irritieren: Mit Ausnahme von Anführungs- und Schlusszeichen fehlt jegliche Interpunktion. Wo beim Lesen Punkt und Komma eine natürliche Sprechpause signalisieren, beginnt einfach eine neue Zeile.

Das sieht nicht nur aus wie ein Gedicht–mitunter tönt es auch so. Das liegt an Michael Fehrs Produktionsweise: Er ist stark sehbehindert und dichtet übers Ohr, er schreibt keine Buchstaben, sondern diktiert in ein Aufnahmegerät. So lädt der Text denn ein, ihn laut zu lesen, am besten in behäbigem Provinz-Singsang. Dann ist das Lesevergnügen grad noch mal so gross. sda

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