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Milchbauern halten den Druck aufrecht

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Autor: walter buchs

Von Neyruz her kommend bewegte sich am Freitagvormittag kurz nach 9 Uhr ein Traktorenkonvoi mit 142 Fahrzeugen aus verschiedenen Westschweizer Kantonen in Richtung Villars-sur-Glâne. Auf der Höhe des Milchverarbeiters Cremo wurden die Fahrzeuge zwischen den beiden Kreiseln auf einem der Fahrstreifen abgestellt.

Cremo-Entscheid kritisiert

«Es sind gut und gerne 500 Liter drin», sagte Rudi Berli von der Westschweizer Bauernorganisation Uniterre der Nachrichtenagentur sda, als verschiedene Produzenten aus ihren Kannen Milch in eine mit Strohballen und einer Plastikblache geformte Wanne gossen. Damit wird unterstrichen, dass der Preis für (Industrie-)Milch, den der Produzent heute erhält, bei weitem nicht mehr kostendeckend ist.

Nachdem die aufmüpfigen Westschweizer Milchproduzenten am Montag vor der Elsa in Estavayer-le-Lac demonstriert hatten und in den folgenden Tagen an verschiedenen weiteren Standorten der Westschweiz, wurde das Areal der Cremo gestern keineswegs zufällig gewählt. Am Donnerstag wurde bekannt gegeben, dass sich Cremo mit ihren Hauptmilchlieferanten geeinigt hatte, die Milchmenge vorübergehend um fünf Prozent zu kürzen (FN vom Freitag).

Für die Bauerngewerkschaft Uniterre ist dieser Entscheid nicht akzeptabel. «Wir sind einverstanden, dass es dringend nötig ist, die Milchmenge zu senken. Diese Massnahme muss aber an eine Erhöhung des Produzentenpreises gekoppelt sein», unterstreicht Rudi Berli der sda gegenüber. Die Direktion der Cremo war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Preisanpassung als Hauptforderung

Wie auch an der gestrigen Veranstaltung mehrfach betont, bleibt die Hauptforderung der Uniterre-Mitglieder stets die gleiche: Ein Produzentenpreis pro Liter Milch von einem Franken gegenüber 62 Rappen, wie ihn die Branchenorganisation Milch vergangene Woche beschlossen hat. Nach Meinung der Uniterre ist dieser Preis notwendig, um die Produktionskosten zu decken. Von der milchverarbeitenden Industrie wird zudem verlangt, dass sie auf transparentere Weise bekannt gibt, welche Milchmenge sie verarbeiten kann. Zudem ruft Uniterre die Bevölkerung auf, Milch direkt beim Bauer zu kaufen und ihm dafür einen Franken pro Liter zu bezahlen.

FMV gege Milkstreik

«Ich habe grosses Verständnis für die Bauern, denn die Situation ist ganz schwierig», beteuert Hanspeter Stirnimann, Präsident des Freiburger Milchverbandes (FMV), den FN gegenüber. Der FMV begrüsse alle Massnahmen, welche die politischen Kräfte und die Bevölkerung auf die Probleme der Milchbauern aufmerksam machen, sei aber ganz klar gegen illegale Aktionen wie Milchstreik. Für Stirnimann ist auch klar, dass ein Bauer nicht lange für 57 Rappen pro Liter Milch produzieren kann. Gleichzeitig lässt er durchblicken, dass eine Mengenregelung Voraussetzung ist, um dann einen besseren Preis zu erzielen.

Wie die Kantonspolizei mitteilte, hat die Protestaktion vom Freitagvormittag im Raum Moncor den Verkehr vorübergehend behindert, kurzzeitig auch blockiert. Kurz nach 13 Uhr seien die Bauern mit ihren Fahrzeugen in Richtung Matran-Posieux weggefahren. Es habe keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben.

Im Gegensatz zu ihren europäischen Kollegen (siehe Kasten) wollen die Uniterre-Mitglieder ihre Proteste fortsetzen. Gemäss Medienmitteilung sind heute Samstag Anlässe in Bulle und Genf geplant.

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