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Mirjam Ballmer will in den Gemeinderat

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Noch nie sass eine Grüne oder ein Grüner im Gemeinderat der Stadt Freiburg. Bei den Wahlen im März möchte die Partei dies ändern. Heute Abend nominiert sie an einer Versammlung ihre Kandidatinnen und Kandidaten. Oliver Collaud hat sein Interesse bereits bekannt gegeben; nun stellt sich auch Mirjam Ballmer in die Startlöcher.

Sie möchten in den Gemeinderat von Freiburg einziehen. Was reizt Sie an diesem Amt?

Mirjam Ballmer: Mit den Wahlerfolgen der letzten Jahre wollen wir Verantwortung übernehmen und mithelfen, die Stadt Freiburg fit zu machen für die künftigen Herausforderungen.

Welche Herausforderungen meinen Sie?

Da ist einmal die jetzige Corona-Krise, die grosse soziale und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringt. Da ist aber auch die Klimakrise: Wir müssen den Klimawandel mit allen Mitteln verlangsamen und Massnahmen ergreifen, um uns an die Klimaveränderungen anzupassen.

Ein wichtiges Thema der Grünen ist der Verkehr. Die Verkehrspolitik polarisiert aber die Gesellschaft. Gibt es da eine Möglichkeit, die beiden ideologischen Gruppen zu versöhnen?

Eine abschliessende Versöhnung ist ein hehres Ziel. Um eine Versöhnung in der Verkehrspolitik zu schaffen, müssen wir aufzeigen, dass der Verkehr eine hohe Belastung für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt ist. Da liegt viel Arbeit vor uns, auch wenn ich anerkenne, dass der aktuelle Gemeinderat dieses Thema schon angegangen ist. Die Klimakrise ist aber nicht nur durch den Verkehr verursacht, und sie geht einher mit der Biodiversitätskrise. Auch da kann die Stadt viel tun und gleichzeitig die Lebensqualität steigern. Diese Themen würde ich noch stärker angehen.

Welche Themen ausserhalb der Klimapolitik sind Ihnen wichtig?

Die Fusion Grossfreiburgs ist aus meiner Sicht für die Entwicklung der Stadt, der Region und des Kantons wichtig und liegt mir am Herzen. Sie würde nicht nur der Stadt, sondern auch dem Kanton mehr Gewicht als Verhandlungspartner verleihen und viele Möglichkeiten bieten im Bereich der Partizipation, der Transparenz, der verbesserten Planung, der Finanzierung des Kulturbereichs und vielem mehr.

Wo macht der aktuelle Gemeinderat heute zu wenig?

Bisher hat keine Partei die Klimathematik an erste Stelle gesetzt. Wir Grünen haben ein klares Projekt und wollen Regierungsverantwortung übernehmen. Die Stadt ist bereits viele wichtige Themen angegangen. Aber bei Bildung, Gleichstellung und Armutsbekämpfung gibt es noch viel zu tun.

Sie geben Ihre Kandidatur für den Gemeinderat bereits im Vorfeld der heutigen Versammlung der Grünen bekannt, während andere Mitglieder sich noch bedeckt halten. Was versprechen Sie sich von diesem Vorpreschen?

Bisher ist die Kandidatur von Oliver Collaud bekannt. Ich finde, es ist für die Mitglieder angenehmer, wenn sie im Vorfeld wissen, was auf sie zukommt und sie sich so ihre Überlegungen machen können. Ich erhoffe mir an der Versammlung eine aktive Diskussion.

Sie hätten Ihre Bereitschaft, für den Gemeinderat zu kandidieren, auch in einem internen Mail statt in den Medien bekannt geben können.

Solche internen Mails bleiben selten intern. Mir ist Transparenz wichtig.

Bisher hatten SP, Grüne und CSP in der Stadt Freiburg zusammengespannt und sich so die Mehrheit im Gemeinderat gesichert. Nun treten die Grünen alleine an. Wird Ihre Partei genügend Stimmen auf sich vereinen, um einen Sitz zu erreichen?

Alle drei Parteien treten mit eigenen Listen an. So kommt die Linke aus ihrer Stärke heraus mit drei Listen. Das bringt den Wählenden eine grössere Auswahl. Und damit steigt für sie auch die Lesbarkeit, die Profile werden geschärft. Ob unser Wähleranteil gross genug ist für einen Sitz, wird sich zeigen. Ich mag da nicht Kaffeesatz lesen.

Der Alleingang der Grünen ist eine Ohrfeige für Pierre-Olivier Nobs – die Wiederwahl des CSP-Gemeinderats ist ohne die Unterstützung von SP und Grünen gefährdet. Warum gehen die Grünen so vor?

Wir haben uns nicht gegen eine gemeinsame Liste entschieden, sondern für eine eigene. Wir wollen unser eigenes Profil und unser eigenes Projekt zeigen. Unsere Liste ist aber sicher kein Angriff. Ich sehe auch kein Hindernis, um in der Wahlkampagne als Linke zusammenzuarbeiten.

Die Grünen reiten auf einer Erfolgswelle. Wird die Partei überheblich und vergisst ihre früheren Partner?

Unser Wähleranteil ist stetig gestiegen. Es ist legitim, Anspruch auf einen Sitz zu erheben. Unsere guten Resultate verpflichten uns auch gegenüber unserer Wählerbasis, Verantwortung zu übernehmen und etwas zurückzugeben. Darum stellen wir uns zur Wahl.

Hat der Alleingang der Grünen in der Stadt Freiburg Auswirkungen auf die Zusammenarbeit der Linken auf kantonaler Ebene und bei Nationalratswahlen?

Die Diskussionen laufen. Ich hoffe sehr, dass wir unsere linke Allianz weiterführen können.

Zur Person

Geografin und Grossrätin

Die 38-jährige Mirjam Ballmer ist seit langem im Politgeschäft. Bereits mit 24 Jahren wurde sie in Basel-Stadt in den Grossen Rat gewählt, wo sie neun Jahre lang blieb. 2008 bis 2010 war sie im Vorstand der Grünen Schweiz und von 2012 bis 2016 Co-Präsidentin der Grünen Basel-Stadt. Seit 2016 ist sie Vorstandsmitglied der Grünen der Stadt Freiburg, seit Januar Co-Präsidentin der Kantonalpartei. Ballmer rückte 2018 in den Grossen Rat nach, wo sie Mitglied der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission ist. Im gleichen Jahr wurde sie in die Konstituierende Versammlung Grossfreiburg gewählt. Die studierte Geografin ist stellvertretende Generalsekretärin der Konferenz für Wald, Wildtiere und Landschaft. Mirjam Ballmer ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern.

njb

Zahlen und Fakten

Drei Linke, zwei Bügerliche

2006 traten in der Stadt Freiburg erstmals linke Parteien mit einer geeinten Liste zu den Gemeinderatswahlen an – und holten die Mehrheit. Damals sassen zwei CVP-, zwei SP- und ein CSP-Mitglied in der Stadtregierung. 2011 verdrängte die Freisinnige Antoinette de Weck den CVP-Politiker Charles de Reyff aus dem Amt. 2016 bestätigte sich diese Zusammensetzung des Gremiums. Thierry Steiert und Andrea Burgener (beide SP), Pierre-Olivier Nobs (CSP) und Laurent Dietrich (CVP) treten im März 2021 wieder an, de Weck nicht mehr. Diesmal stellen SP, Grüne und CSP getrennte Listen auf; dies könnte die Wiederwahl von Nobs gefährden.

njb

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