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Misstrauen zerstört, Vertrauen baut auf

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Die westliche Welt steckt in einer Vertrauenskrise. Nichts geht mehr. Viele Probleme harren einer Lösung. Deren Komplexität scheint erschlagend und das politische Personal unfähig, Lösungen hervorzubringen. Terrorismus, Migration, wirtschaftliche Entwicklung verbreiten Unsicherheit. Diese bildet zusammen mit Orientierungslosigkeit einen Nährboden, auf dem das Misstrauen zunehmend gepflegt wird. Angesichts des eingetretenen Stillstandes, des fehlenden Wachstums und der vorherrschenden Ratlosigkeit droht das Misstrauen so zum alleinigen Programmpunkt erhoben zu werden. Trotz völliger Inhaltsleere reicht dies neuerdings sogar zum Wahl- oder Abstimmungssieg aus, siehe Brexit oder Trump.

Und was sind die Konsequenzen? Offenen und ehrlichen Menschen der westlichen Welt dürfte es zu dämmern beginnen, dass man nicht folgenlos die Klaviatur des Misstrauens bespielen kann. Das Vertrauen unter den Mitgliedern der Gemeinschaft ist das konstitutive Element, der Kitt der Demokratien und offenen westlichen Gesellschaften. Wer Misstrauen sät, zersetzt diesen Gesellschafts-Kitt.

Gerade weil Trump und Brexit krasse Beispiele für die zersetzende Kraft des offen ausgedrückten Misstrauens sind, drohen die subtileren Entwicklungen zur Untergrabung des Vertrauens übersehen zu werden. Die Art und Weise, wie zum Beispiel Europa seit 2007 auf die Schulden- und Wirtschaftskrise reagiert, bietet dabei besten Anschauungsunterricht, wie Misstrauen schleichend passiv gefördert werden kann: Symptome werden bekämpft (prominentes Beispiel: Euro-Krise) und das ehrliche Benennen und Lösen fundamentaler Probleme wird zugunsten kurzfristiger Popularität aufgegeben.

Die Schweiz bildet leider keine Ausnahme. Hier ist es einerseits die SVP, die seit 1992 mit ihrem öffentlich zelebrierten Misstrauen gegen die EU, gegen Ausländer, gegen Migration oder gegen die offene Volkswirtschaft beträchtlichen Schaden angerichtet hat. Anstatt das Vertrauen aufzubauen, dass unser Land die Kraft und die Ideen hat, diese grossen Herausforderungen im besten Gemeinschaftsinteresse zu meistern, werden Institutionen und die «classe politique» schlecht geredet. Mit dem Resultat, dass heute eine totale Blockade des öffentlichen Diskurses und eine Angsthasen-Stimmung zu diesen Themen herrschen.

Ironischerweise verhalf die SVP andererseits damit der SP zu einem beispiellosen Erfolg im Ausbau der Staatsaktivitäten, zusammen mit einer wankelmütigen Mitte. Grundlage dafür war das Misstrauen gegenüber den Reichen, den Managern, den Unternehmern, der Globalisierung, kurz der erfolgreichen freien Wirtschaft. Plötzlich wurden sozialdemokratisch inspirierte Regulierungen ermöglicht, für die es zuvor in der liberalen und bürgerlichen Schweiz keinen Platz hatte. Das Misstrauen wird im Staat sozialistischer Prägung dadurch gefördert, dass die wohlfeilen Deklarationen des politischen Personals in der Wirklichkeit nicht umsetzbar sind. Unhaltbare Versprechungen eines sich überfordernden Staates erweisen sich letztlich als nicht vertrauensfördernd.

Die Erwartung, dass der Staat durch Regulierung Vertrauen schaffen soll, ist fundamental verkehrt. Vertrauen lässt sich nicht dekretieren. Das Vertrauen in die Gemeinschaft basiert einzig und allein auf dem höchstpersönlichen Befinden freier Individuen. Und dieses Befinden reagiert empfindlich, wenn Misstrauen gesät wird. Gerade autokratisch oder mit Einheitsdoktrin geführte Gesellschaften belegen, dass Misstrauen um sich greift, wenn die Lebenswirklichkeit der Menschen von oben kontrolliert und gesteuert wird. Schwindet das Vertrauen als Gemeinschafts-Kitt, stirbt auch der Gemeinschaftssinn. Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger gedeiht am besten durch Respekt vor deren Mündigkeit, Skepsis gegenüber staatlichem Machbarkeitsglauben, ehrliches Anstreben nachhaltiger Lösungen, Erhalten möglichst freier Entscheidungsgrundlagen für unsere Nachkommen und Offenheit gegenüber Fremdem und Neuem. In unserer Demokratie liegt es an uns, unser politisches Personal ständig daran zu erinnern, auf Vertrauen zu setzen statt Misstrauen zu säen.

Silvan Jampen ist als Unternehmens­jurist tätig und wohnt mit seiner Familie in Kerzers. Im Rahmen der FN-Gastkolumne äussert er seine persönliche Meinung zu gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Themen.

 

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