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«Mister Hohle Gasse» ist ein Sensler

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«Mister Hohle Gasse» ist ein Sensler

Autor: irmgard Lehmann

Da steht der Freiburger Hans Grossrieder am Eingang der Hohlen Gasse. Die schwarze Mappe in der Hand, gefüllt mit den vielen Dokumenten, die das Handeln und Wirken der letzten Jahre bezeugen. Broschüren, Zeitungsberichte, Fotos.

Der Schmittner hebt seine Stimme, kräftig und klar. Erzählt in reinem Senslerdeutsch mit einer Leidenschaft, die aufhorchen lässt. Wahrhaftig die Hohle Gasse, das ist sein Ding. Kein Wunder, dass der Sensler in Küssnacht nicht mehr der Grossrieder ist, sondern einfach «Mister Hohle Gasse». Ein Passant begrüsst ihn mit «Hallo Tell».

Modern gestaltete Präsentation

Seit fünf Jahren steht an der Hohlen Gasse ein schön gestalteter Informationspavillon. Dort kommentiert Hans Grossrieder die historische Szene. In den fünf Schaufenstern heben und senken sich Bilder: Die Hohle Gasse als historischer Verkehrsweg. Das Leben Wilhelm Tells von der Grussverweigerung bis zu Tat. Wilhelm Tell in der Oper von Rossini. In der Literatur von Goethe und Schiller – Schiller hat «Wilhelm Tell» geschrieben, ohne dass er jemals am Ort war. Bilder über den Lothar, der 1999 in der Gasse wütete.

Bei den Kantonen Gehör gefunden

In fünf Sprachen kann die Tonschau per Knopfdruck abgerufen werden. Auf diese Einrichtung ist der Sensler besonders stolz. Für die Realisierung hat er sich stark ins Zeug gelegt. Er ist auf Betteltour gegangen und hat bei allen Kantonen angeklopft. «Das Anliegen fand nicht überall auf Anhieb Anklang», erinnert er sich.

Doch Grossrieders Beharrlichkeit zahlte sich aus. Alle Kantone haben Gelder locker gemacht. «Der Kanton Waadt hat gar 10 000 Franken gespendet», bemerkt er freudestrahlend. Gespendet habe auch der Kanton Freiburg.

Spendenkässeli und ein echter Tell

«Von 2003 bis 2006 haben wir rund 1,3 Millionen Franken zusammengebracht», betont er. Nun konnte Grossrieder beziehungsweise die Stiftung zur Tat schreiten und einen Infopavillon, einen überdachten Rastplatz und einen rollstuhlgängigen Parallelweg bauen. Heute habe die Gassenanlage wieder ihre frühere Bedeutung, freut sich der Sensler. Schweizweit und über die Grenzen hinaus sei der historische Ort bestens bekannt. «Dieses Jahr haben rund 45 000 Leute den Ort besucht», sagt er sichtlich erfreut.

Im Pavillon hat der findige Sensler ein Spendekässeli angebracht: «Seit ich hier das grosse Foto mit Schulkindern, hingehängt habe, fallen viel mehr Fünfliber ins Kässeli als vorher», meint er mit einem schalkhaften Lächeln. Doch nicht genug. Für die Inszenierung des historischen Ortes hat der einstige Scharführer im Dorf einen echten Tell aufgestöbert: Otto Weiss, ein Rentner, taucht in voller Montur auf, immer dann, wenn Gäste dies wünschen. Ein Tell, der mutigen Besuchern auch mal den Apfel vom Kopf schiesst. Ein Tell, der immer trifft, aber sein Geheimnis bewahrt.

Gründung der Stiftung vor 75 Jahren

Die Hohle Gasse verbindet den Vierwaldstättersee mit dem Zugersee. Viele Jahrhunderte war Küssnacht-Immensee ein wichtiger Handelsweg. Doch Ende des 19. Jahrhunderts tauchte auch in Küssnacht das erste Auto auf. «Anstelle der einsamen Waldkapelle (1638 neu errichtet) finden die fremden Besucher einen Tummelplatz der Automobile, an dem sich das Getute der Hupen harmonisch vereinigt mit unendlichen Wolken Staub und penetrantem Gestank», heisst es in der Broschüre «Durch diese Hohle Gasse muss er kommen» (Autor Franz Wyrsch).

In den 1930er-Jahren drängten täglich bis zu 1000 Vehikel durch die Gasse. Geschichtsbewusste Persönlichkeiten haben die Gefahr erkannt und gehandelt. Der Ringier-Verlag stellte 1934 kostenlos Postkarten her. Und die Schweizer Schulkinder wurden aufgerufen «as Zwenzgi» zu spenden. Über 100 000 Franken kamen zusammen. Die Umfahrungsstrasse wurde gebaut, die Hohle Gasse von den Autos befreit und neu gepflästert.

Die «historische Tat» führte 1935 – vor 75 Jahren – zur Gründung der Schweizerischen Stiftung zur Erhaltung der Hohlen Gasse. Vergangenen Sommer hat die Stiftung das Jubiläum denn auch gefeiert.

Präsident der Stiftung ist der Historiker Kaspar Michel, Regierungsrat und Finanzchef des Kantons Schwyz.

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