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Mit 14 Gemeinden weniger ins neue Jahr

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Wenn die Freiburgerinnen und Freiburger in der Silvesternacht auf das neue Jahr anstossen, wird in einigen Gemeinden auch auf eine Fusion angestossen: Ab Sonntag gibt es im Kanton Freiburg vierzehn Gemeinden weniger als heute. Zwanzig Gemeinden fusionieren zu noch sechs Gemeinden – darunter sind Oberschrot, Plaffeien und Zumholz, die sich zur Gemeinde Plaffeien zusammenschliessen. Die grüne Staatsrätin Marie Garnier sagt den FN, wie der Kanton Fusionen fördert.

Marie Garnier, wie viele Gemeinden gibt es im Kanton Freiburg in fünf Jahren noch?

Wir möchten, dass die Zahl unter hundert fällt. Mit den Fusionsplänen, welche die Oberamtmänner 2013 für ihre Bezirke ausgearbeitet haben, sollte dies gelingen. Es kommt aber auch darauf an, ob einige grös­sere Fusionen gelingen, beispielsweise in Grossfreiburg. Von daher habe ich nicht eine absolute Zahl als Ziel. Die Fusionen sollen ja vor allem der Bevölkerung etwas bringen.

Sie sprechen die Fusion von Grossfreiburg an. Sie wird allseits gewünscht, jedoch geht es nicht voran. Was können Sie dazu beitragen, dass diese Fusion gelingt?

Zwei Gemeinden könnten einen Antrag stellen, um den Fusionsprozess einzuleiten. Bisher hat dies aber niemand getan. Ich spreche mit den Gemeinderäten und versuche, sie zu diesem Schritt zu ermuntern. Die Gemeinderäte der betroffenen Gemeinden müssen nun an Grossfreiburg denken, das heisst über ihre eigenen Gemeindegrenzen hinaus. Und ich hoffe, dass der Staatsrat diese grosse und wichtige Fusion in die Legislaturziele aufnimmt und im Finanzplan Mittel dafür bereitstellt.

Im Bezirk Greyerz gibt es das Projekt, gleich alle 25 Gemeinden zu einer einzigen zu verschmelzen.

Ja, das wäre eine Grossfusion auf einen Schlag. Dort steht vor allem der Oberamtmann hinter dem Projekt und treibt es voran. Ich unterstütze ihn dabei. Leider stehen zwei Gemeinden nicht hinter der Machbarkeitsstudie, die der Oberamtmann durchführen will.

Für die Fusionen sind in erster Linie die Oberamtmänner zuständig. Was ist denn der Beitrag des Kantons?

Ja, die Oberamtmänner sind beauftragt, die Fusionen durchzuführen. Sie sind auch am nächsten bei den Leuten, sie wissen, woran eine Fusion in welcher Gemeinde scheitern könnte. Aber ich stehe ihnen gerne an Informationsabenden zur Seite. Und wir planen nun, da die neuen Gemeinderäte seit neun Monaten im Amt sind und ich wiedergewählt wurde, eine erneute Tour durch die Gemeinden, an denen wir über die Vorteile von Fusionen sprechen.

Was sonst noch macht der Staatsrat, um Fusionen zu fördern?

Der Kanton gibt den rechtlichen Rahmen vor und lockt mit einem finanziellen Anreiz: So erhalten die fusionierenden Gemeinden je nach Bevölkerungsgrösse, Fläche und Anzahl der fusionierenden Gemeinden einen finanziellen Beitrag.

Zahlen und Fakten

Die Zweierfusion ist die Norm

Projekte

Geplante, abgesagte und Wunschfusionen

Vier Fusionsprojekte sind laut Angaben des kantonalen Amts für Gemeinden zurzeit am Laufen – in ganz unterschiedlichen Stadien der Entwicklung: Im Greyerzbezirk soll eine Machbarkeitsstudie die Vor- und Nachteile einer Fusion aller 25 Gemeinden zu einer einzigen aufzeigen.

Im Sensebezirk haben sich die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Tafers und St. Antoni in einer Konsultativabstimmung für eine Fusionsstudie ausgesprochen. Nach den Gemeindewahlen vom Februar haben die beiden Gemeinderäte noch weitere Gemeinden angeschrieben. Alterswil hat Mitte Dezember zugesagt, doch Heitenried und St. Ursen haben abgewunken: Die Gespräche über eine Fusion im Sense-Mittelland finden ohne sie statt.

Im Vivisbachbezirk diskutieren Attalens, Bossonens und Granges über ein Zusammengehen. Bei einem Fusionsprojekt könnte sogar das Freiburger Kantonsgebiet grösser werden: Auf 2021 hin will Murten mit dem bernischen Clavaleyres fusionieren. Der Berner Regierungsrat hat deswegen ein Gesetz in die Vernehmlassung geschickt; dem Kantonswechsel müssen die bernischen Stimmbürger sowie die Bundesversammlung zustimmen.

Gescheitert ist die Grossfusion Saane-West. Im März 2015 haben sich die zehn Gemeinden Autigny, Avry, Chénens, Corserey, Cottens, La Brillaz, Matran, Neyruz, Noréaz, Prez-vers-Noréaz in einer Konsultativabstimmung zu einer Grossfusion geäussert. Acht Gemeinden sprachen sich für die Grossfusion aus. In Matran und Avry lehnten jedoch 82 und 70 Prozent der Stimmbevölkerung die Fusion ab. Die acht zustimmenden Gemeinden führen den Prozess nicht weiter, wie Beatrix Guillet, Syndique von La Brillaz und Präsidentin des Fusionskomitees, sagt.

Auch die Fünferfusion zwischen Oberschrot, Plaffeien und Zumholz, Brünisried und Plasselb kam nicht zustande: Plasselb und Brünisried sagten im März 2015 Nein. Die anderen drei Gemeinden tun sich nun trotzdem auf Anfang Jahr zusammen. Sie erhalten vom Kanton eine Finanzhilfe von 763 000 Franken.

Gross im Gespräch ist immer wieder die Fusion zwischen Freiburg, Villars-sur-Glâne, Givisiez, Granges-Paccot und Marly. Erste Annäherungen waren an Givisiez und Granges-Paccot gescheitert, die zwischenzeitlich eine Viererfusion mit Chésopelloz und Corminboeuf anvisierten – welche Granges-Paccot 2014 in der Abstimmung ablehnte. Eine Konsultativabstimmung über eine Fusion zwischen Freiburg, Villars-sur-Glâne und Marly im Mai 2014 wurde abgesagt, weil sich der Gemeinderat von Villars öffentlich gegen die Fusion gestellt hatte.

njb

Insgesamt zwanzig Gemeinden fusionieren auf Anfang Jahr zu noch sechs Gemeinden: Sur­pierre und Villeneuve fusio­- nieren zur Gemeinde SurpierreEstavayerCorminboeufPlaffeienCourtepin sowie Châbles und Cheyres zur Gemeinde Cheyres-Châbles. Damit sinkt die Zahl der Gemeinden im Kanton Freiburg erneut, diesmal von 150 auf 136. Im Jahr 1866 gab es 285 Kommunen, 1978 waren es deren 266. Seit 1866 haben im Kanton Freiburg 91 Gemeindefusionen stattgefunden. Insbesondere zwischen 2000 und 2006 beschleunigte sich der Rhythmus der Zusammenschlüsse: 41 Fusionen, die insgesamt 118 Gemeinden betrafen, sind in diesem Zeitraum durchgeführt worden. Die meisten Fusionen, nämlich 60, fanden zwischen zwei Gemeinden statt – wobei einige zwei Mal fusionierten, beispielsweise Marly. 14 Fusionen verbanden drei Gemeinden, zwölf deren vier. Nur zwei Fusionen kamen zwischen fünf Gemeinden zustande. Je einmal haben sich sechs, sieben und acht Gemeinden zusammengetan. Die Achterfusion fand 2003 rund um Vuisternens-devant-Romont statt. Und einmal in der freiburgischen Geschichte hat sich eine Gemeinde auch aufgesplittet: 1922 wurde aus Düdingen Düdingen und Schmitten. Heute gibt es noch immer zwei Gemeinden mit weniger als hundert Einwohnerinnen und Einwohnern: In Prévondavaux leben 65 Menschen, in Villarsel-sur-Marly 86. Die grösste Gemeinde im Kanton ist mit gut 38 000 Einwohnern Freiburg.

njb

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