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Mit 19 bereits dominant

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 Yannick Rathgeb verlässt nach dem Training das Eis als Letzter. Er muss noch die Pucks einsammeln. «Als Jüngster im Team gehört das dazu», sagt der 19-Jährige. Sonst aber hat sein Auftreten nichts Juniorenhaftes an sich. Yannick Rathgeb ist ein Alphamännchen mit gesundem Selbstvertrauen, das hat er in seinen ersten fünf Profieinsätzen mit Gottéron gezeigt. Obwohl der 185 Zentimeter grosse und 91 Kilogramm schwere Offensivverteidiger jung und neu im Team ist, markiert er auf dem Eis Präsenz. Er übernimmt Verantwortung, selbst im Powerplay, traut sich mit seinen guten Händen am Puck vieles zu. Und auch im Training ist dem letztjährigen Captain der U20-Nationalmannschaft nicht anzumerken, dass er der Jüngste im Team ist. Der talentierte Langenthaler, der die letzten zwei Saisons mit den Plymouth Whalers in der nordamerikanischen Juniorenliga OHL gespielt hat, spricht gerne und viel, geht oft auf seine Mitspieler zu–manchmal auch, um ihnen zu sagen, was besser laufen könnte.

 

 Yannick Rathgeb, welche Zwischenbilanz ziehen Sie nach Ihren ersten fünf Partien im Männereishockey?

Wir hatten als Team einen sehr guten Start, haben trotz starker Gegner das Optimum herausgeholt. Und ich habe das Gefühl, dass ich persönlich ebenfalls ganz gut gestartet bin. Mit Alexandre Picard zu spielen, erleichtert mir die Aufgabe natürlich. Wir harmonieren gut, bis jetzt bin ich sehr zufrieden.

 

 Welches sind die grössten Unterschiede im Vergleich zum Junioren-Eishockey?

Die Fehler werden sehr schnell bestraft. Du musst nur einmal falsch stehen, einmal deinem Gegenspieler auf den Stock statt auf den Körper schauen und schon ist es passiert. Zudem geht alles schlicht schneller.

 

 Sie haben auf Anhieb sofort sehr viel Verantwortung und Eiszeit erhalten. Sind Sie überrascht darüber?

Überrascht will ich jetzt nicht unbedingt sagen, doch es wäre sicher auch gelogen, zu sagen, dass ich es erwartet habe. Aber natürlich finde ich es schön, dass ich so oft spielen, viel Verantwortung übernehmen und neben Picard gut aussehen kann.

 

 Was können Sie von Ihrem NHL-erfahrenen Verteidigungspartner lernen?

Wir ergänzen uns vom Spiel her sehr gut, er schaut eher, dass hinten alles läuft und ich versuche, mich in die Offensive einzuschalten. Picard ist ein sehr zuverlässiger Defensiv-Verteidiger. Da kann ich mir sicher noch eine Scheibe davon abschneiden, ich bin ja eher der Offensiv-Verteidiger. Was ich mir ebenfalls noch von ihm abschauen kann, ist sein guter Schuss und sein gutes Körperspiel. Ausserdem erfüllt er exakt seine Rolle, ohne zu viel machen zu wollen. Ich hingegen will manchmal noch zu viel, dadurch entstehen Fehler.

 

 Tatsächlich fällt auf, dass Sie auch rund um das eigene Tor teilweise ziemlich riskant spielen.

Ich hatte in den ersten Spielen ein, zwei Mal Puckverluste in der Nähe des Tores. Zum Glück haben sie nicht zu Gegentoren geführt. Aber das sind definitiv Dinge, die ich abschalten muss. Da kann ich noch viel lernen, zum Beispiel lieber einmal ruhig hinten raus zu spielen, als zu grosse Risiken einzugehen.

 

 Wo sehen Sie sonst noch Verbesserungsbedarf in Ihrem Spiel?

Im Moment stimmt das Powerplay in unserer Linie noch nicht. Da könnte ich sicher noch mehr dazu beitragen, insbesondere mit einem guten ersten Pass.

 

 Kari Martikainen wurde insbesondere deshalb als Assistenztrainer verpflichtet, um die jungen Verteidiger weiterzubringen. Wie verläuft die Zusammenarbeit mit ihm?

Er ist definitiv gut für uns, spricht immer mit uns. Es gibt Coaches, die schreien dich bloss ständig an. Er hingegen kommt ruhig auf uns zu und erklärt, was wir gut gemacht haben und was wir besser machen müssen. Und das fast nach jeder Übung. Er ist ein sehr guter Kommunikator.

 

 Welche persönlichen Ziele haben Sie sich für diese Saison gesetzt?

Im Männereishockey definitiv Fuss zu fassen und ein solider Verteidiger zu werden. In Sachen Ziele mit dem Team bin ich der Spieler, der findet, dass du eine Meisterschaft spielst, um Meister zu werden, nicht um irgendwie in den Halbfinal zu kommen.

 

 Und wie lauten Ihre mittelfristigen Ziele. Hat eine Rückkehr nach Nordamerika erste Priorität?

Im Moment habe ich dieses Thema beiseitegeschoben. Ich war nun gerade zwei Jahre in Kanada und konzentriere mich jetzt voll auf Gottéron, schliesslich bin ich diese und nächste Saison sicher noch hier. Was danach kommt, wird sich zeigen. Aber mir gefällt’s extrem hier, ich fühle mich sehr wohl. Diese familiäre Atmosphäre und der Support von Fans, Staff und Mitspielern sind mir extrem wichtig. Deshalb passt es mir in Freiburg sehr gut. Der Traum Nordamerika ist noch da, aber im Moment nicht aktuell.

 

 Sie waren Captain der U20-Nationalmannschaft, bei den Junioren ein klarer Führungsspieler. Wie sieht es nun bei Freiburg aus? Haben Sie in der Kabine auch schon den Mund aufgemacht?

Ich rede gerne und viel, versuche Emotionen in die Mannschaft zu bringen, lasse die Mitspieler wissen, wenn etwas gut ist und auch wenn es Dinge gibt, die wir verbessern müssen. Deshalb sage ich auf der Bank oder in der Garderobe schon ab und zu etwas, aber da ich der Jüngste bin, muss ich natürlich den richtigen Zeitpunkt finden, um den Mund aufzumachen. Dennoch versuche ich, auch als Teamjüngster ein Leader zu sein. Aber wie gesagt, es ist nicht immer leicht, den Zeitpunkt zu finden, wann man etwas sagen sollte und wann besser nicht.

 

 Ist es Ihnen bisher gelungen?

Es hat sich jedenfalls noch keiner beschwert.

 

 Sie haben angesprochen, dass Sie gerne Emotionen ins Spiel bringen. Tatsächlich fällt auf, dass Sie physisch Präsenz markieren und fast in jedem Spiel ein kleines Rencontre mit einem Gegenspieler haben. Hatten Sie in Nordamerika viele Schlägereien?

Bei meinem Wechsel nach Nordamerika habe ich mich jedenfalls darüber gefreut, auch einmal einem aufs Maul geben zu können. Ich spiele nun einmal gerne körperbetont. Und wenn einer unseren Goalie anrührt, dann muss man dem beibringen, dass er das besser nicht mehr macht. Wir sind ein Team, eine Familie. Und wenn einer deiner Familie wehtun will, dann stehst du hin und beschützt sie. In Nordamerika habe ich dieses familiäre Denken, immer füreinander da zu sein, weiter ausgeprägt und habe überhaupt kein Problem, für meine Mitspieler da zu sein.

 

 Mit fünf Siegen in fünf Spielen ist Gottéron perfekt in die Saison gestartet. Wie überrascht sind Sie?

So überrascht nun auch wieder nicht. Wir wissen, dass wir ein gutes Team haben, ein gutes System und eine extrem gute Stimmung. Der Teamgeist ist fast schon unglaublich. Das macht viel aus. Ausserdem spielt Benjamin Conz im Tor sehr sicher, und es findet sich in jedem Match wieder ein anderer Spieler, der das Spiel zu unseren Gunsten entscheidet. Gleichzeitig muss man auch relativieren: In Zürich beispielsweise haben wir nicht unser bestes Spiel gezeigt, dort haben wir den Sieg fast schon gestohlen.

 

 Was ist Gottéron in dieser Saison noch zuzutrauen?

Das ist schwierig zu sagen, die Saison ist noch jung. Aber die Chancen stehen sicher gut, dass wir das Hauptziel, die Playoff-Qualifikation, erreichen werden.

 

 

Der heutige Gegner

Fakten zu Ambri

• Der ehemalige Gottéron-Stürmer Thibaut Monnet, der mit drei Skorerpunkten in fünf Spielen und einer Minus-4-Bilanz durchzogen in die Saison gestartet ist, fehlt heute voraussichtlich verletzungsbedingt.

• Letzte Saison hat Ambri zwei von drei Heimspielen gegen Gottéron gewonnen.

• Wie Freiburg (68,8) hat auch Ambri bisher schlechte Statistiken im Boxplay aufzuweisen. Nur 68,2 Prozent aller Unterzahlspiele überstehen die Tessiner ohne Gegentreffer. Einzig Kloten ist in diesem Bereich noch schlechter.

• Der neue finnische Verteidiger Mikko Mäenpää hat nach fünf Spielen bereits sechs Skorerpunkte.

Vorschau: Gottéron in Ambri unverändert

G ottéron wird heute (19.45 Uhr) in Ambri mit demselben Team antreten wie beim Heimsieg vom letzten Samstag gegen Bern. Greg Mauldin und Marc Abplanalp standen zwar gestern beide auf dem Eis, waren allerdings noch nicht voll in das Mannschaftstraining integriert. «Bei beiden ist es das Ziel, dass sie nächsten Mittwoch im Cupspiel gegen Lyss ihr Comeback geben», zeigt sich Trainer Gerd Zenhäusern zuversichtlich. Für das heutige Spiel in der stimmungsvollen Valascia hat Zenhäusern seinen Spielern am Ende des gestrigen Trainings eingetrichtert, sich nicht von Emotionen leiten zu lassen. «Sonst haben wir zu viele Hochs und Tiefs. Leidenschaft ja, Emotionen nein, muss deshalb unsere Devise lauten.» fm

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