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Mit 500 PS in den Bergen unterwegs

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Pisten präparieren, das ist mehr, als mit einem Pistenbully das Gelände zu planieren. Pistenbullyfahren ist eine Leidenschaft. Die FN waren im Schwarzsee und haben zwei Fahrer bei ihrer Arbeit begleitet.

Langsam leert sich der Parkplatz bei der Skistation Schwarzsee. Die letzten Wintersportler machen sich auf den Weg nach Hause, bevor die nächsten kommen, um in der Nacht von der Riggisalp ins Tal zu flitzen. Viel ist von der Schneepracht nach dem Wärmeeinbruch um Neujahr aber nicht mehr übrig geblieben.

In der Garage der Talstation machen sich die Pistenfahrer Raphael Lötscher und Fabian Riesen von den Kaisereggbahnen parat für eine lange Nacht. Bevor es mit den Pistenbullys ins Gelände geht, um die Schneehaufen zu verschieben, welche die Beschneiungsanlagen dank tieferer Temperaturen wieder produzieren konnten, muss Riesen noch eine Schneekanone zügeln. Wir setzen uns in die riesige Pistenraupe und ruckeln den Berg hoch. Riesen packt mit dem Schild die Schneekanone und setzt die schwere Fracht an einem neuen Beschneiungspunkt wieder ab. 

Hightech an Bord

Weiter geht es Richtung Sesselbahn Kaiseregg. Dieser Teil des Skigebiets musste wegen Schneemangels geschlossen werden. Er soll baldmöglichst wieder in Betrieb genommen werden. Doch die Schneeunterlage ist noch sehr dürftig. Ein Computerbildschirm zeigt ähnlich einer Wärmebildkamera in verschiedenen Farben an, wie hoch der Schnee unter dem Fahrzeug liegt. «Der Snowsat ist eine grosse Hilfe», erklärt Riesen. Denn so wisse er, wohin er den Kunstschnee oder natürliche Schneeansammlungen mit dem Schild verschieben müsse. Damit könne auch verhindert werden, dass er mit dem Schild zu tief in den Schnee stosse und die Erde aufraue. Der Snowsat ist erst seit drei Jahren im Einsatz, vorher mussten sich die Fahrer auf ihr Gefühl verlassen. 

Auf dem Weg zur Riggisalp.
Charles Ellena

Riesen arbeitet die vierte Saison als Pistenfahrer für die Kaisereggbahnen. Der gelernte Zimmermann ist Teil des siebenköpfigen Fahrerteams und mag die Abwechslung in diesem Job. Und das «Maschinele», wie er sagt. Ausser einem zweitägigen Kurs hat er keine besondere Ausbildung für das Bedienen des Fahrzeugs gemacht. «Das lernt man beim Tun», sagt er. Der junge Mann fährt an diesem Abend ein zwanzigjähriges Modell mit 300 PS, das für Transporte und in weniger steilen Hängen eingesetzt wird.

Feingefühl in den Händen

Derweil ist der 32-jährige Raphael Lötscher auf dem Hürlisboden auf rund 1500 Metern mit dem neusten Pistenbully-Modell zugange. Er verankert sein 500-PS-Fahrzeug mit einer Seilwinde an einem im Boden liegenden Baumstamm, damit er im steilen Gelände eine bessere Kontrolle über die Maschine hat. Auf dem Seil liegen 900 Kilogramm Zug, als wir den Hang mit einer 40-prozentigen Steigung hinunterfahren. Der Magen der Journalistin hüpft gegen das Bauchfell. Lötscher kann da nur schmunzeln. «Diese Steigung ist eine Bagatelle», meint er abgeklärt.

Routiniert betätigt er das Steuerhorn. Mit der rechten Hand bewegt er den Pflug. «Pistenbullyfahren ist mehr als bloss ein bisschen vorwärts und rückwärts über die Piste fahren», erklärt er. «Es braucht viel Erfahrung, um im Gelände den erwünschten Effekt zu erzielen und keine Schäden an Boden und Fahrzeug zu verursachen.» Da der Schnee durch die Skifahrer von oben nach unten Richtung Hanglage verschoben wird, gibt Lötscher beim Schneeverstossen Gegensteuer. «Wir häufen da mehr Schnee an, wo ihn die Skifahrer wegschieben.» 

Freude am Gestalten

Irgendwie hat es etwas von einer Sisyphus-Arbeit. Kaum liegt der Schnee am richtigen Ort, kommt neuer dazu, schmilzt oder wird von den Pistennutzern weggetragen. Lötscher nimmt das gelassen. «Das ist so, wenn man mit der Natur arbeitet. Der Schnee lebt.» Er habe Freude daran, etwas zu gestalten, den Schnee wie einen Teig zu formen. «Es ist mein Ehrgeiz, die Piste so gut wie möglich zu präparieren», sagt er. Manchmal schnallt er anderntags die Skis an die Füsse, um sein Werk zu begutachten und sich zu versichern, dass die Übergänge zwischen den Raupenspuren perfekt sind – auch aus Sicherheitsgründen.  

Beruf aus Leidenschaft

Lötscher kennt das Gelände der Kaisereggbahnen aus dem Effeff. Bei Nebel und Schneegestöber ist er aber froh, dass ihm das Navigationsgerät den Weg weist. «Denn sonst fühlt es sich an, als ob man auf einem weissen Blatt Papier rumfahren würde.» Er kurbelt das Fenster herunter und lauscht dem Motorengeräusch. «Das ist wie Musik.» Nach neun Jahren ist Lötscher in diesem Winter zum letzten Mal als fester Pistenfahrer unterwegs. Der gelernte Dachdecker und Maurer wechselt zur Feuerwehr Düdingen.

Es ist neun Uhr abends. Riesen und Lötscher treffen sich im Pausenraum beim Sessellift Kaiseregg. «Um ein wenig den Kopf zu lüften, bevor wir nach dem Nachtskifahren noch die unteren Pisten planieren», erklärt Lötscher. Vor 24 Uhr werden sie nicht fertig sein. Pistenfahrer sei man aus Leidenschaft, erzählen sie bei einer Tasse Kaffee. Wenn sie vom Berg den Sonnenuntergang beobachten könnten oder in der Nacht Hasen und Füchse sähen – die Motorengeräusche im Ohr – sei das ein unbeschreibliches Gefühl, schwärmen sie. Auf Instagram unter dem Hashtag «Helden der Nacht» zeigen sie den FN Bilder, die Pistenbullyfahrer im In- und Ausland posten, und Handyfotos von Bergpanoramen im Rückspiegel ihrer Fahrzeuge oder von imposant aufgerichteten roten Pistenraupen auf Schneehaufen. 

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