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Mit aufgekrempelten Ärmeln trotz sieben Grad

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die warme Luft aus den Mündern der Zuschauerinnen und Zuschauer verwandelte sich direkt in Dampf, denn es herrschten winterliche Verhältnisse in Jaun. In warmen Jacken, Mützen und mit Regenschirmen warteten sie geduldig auf die Schafherden. Plötzlich hörte man ein grosses Getrappel und anfeuernde Rufe: Der Hirte Daniel Buchs trudelte mit seinen Helfern und einer Schar von rund 400 geschmückten Schafen im Dorf ein. Dass das Wetter nicht von allen gleich empfunden wird, bemerkte man an der Bekleidung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Die Mädchen liefen voran mit schönen Trachten, die kleinen und grossen Hirtinnen und Hirten mit karierten und edelweissbestickten Hemden – natürlich mit aufgekrempelten Ärmeln. Nacheinander mit wenig Zeitverzögerung strömten die zwei weiteren Schafherden von Hirte Sven Buchs sowie von Patrick Buchs durch die Hauptstrasse. Unterhalb des Dorfkerns wurden die rund 600 Schafe in einem unterteilten Gehege gesammelt, wo später beim Schafhandel um sie gefeilscht wurde.

Genügend Futter

Im Sommer blieben die drei Herden ganze 108 Tage auf der Alp, verteilt auf dem Schafberg, dem Chäli und dem Fochsen. Die Schar von Hirte Daniel Buchs erlebte auf dem Schafberg einen guten Sommer. An Futter habe es auf der Alp nicht gefehlt, so Daniel Buchs. «Wir hatten genügend Gras auf den Weiden – fast schon zu viel.» Dieses Jahr hätten sie zum Glück mit keinem Wolf zu kämpfen gehabt und dementsprechend auch wenige Verluste. Dennoch seien die Schafe untypisch unruhig gewesen, so Daniel Buchs. «Von Zeit zu Zeit schwirrten die Schafe nervös auf der Weide herum.» Der Grund dafür sei ihm nicht klar, doch vermute er, dass es wohl die Anwesenheit des Gänsegeiers war, die Unbehagen ausgelöste.

Bei der Schar von Emmanuel Buchs, dem Sohn von Patrick Buchs, sei dies nicht der Fall gewesen. «Der Gänsegeier hat sich zwar manchmal blicken lassen, doch haben wir am Verhalten der Herde keine Veränderung bemerkt», so Emmanuel Buchs. Er freue sich, dass es seine Herde keine Verluste erlitten habe. Zuletzt zieht Emmanuel Buchs die zufriedene Bilanz: «Es gab keine bösen Überraschungen, das Wetter hat gepasst, und es gab genügend Futter und Wasser.»

Wo man sich wiedersieht

Die winterlichen Temperaturen schreckten die rund 2500 Besucherinnen und Besucher nicht ab, bis zum Greyerzer Bergdorf zu reisen. Der Leiter von Jaun Tourismus, Jean-Marie Buchs, erstaunte dies nicht, da der Anlass seit über 200 Jahren Tradition in Jaun habe. «Viele auswärtige Jaunerinnen und Jauner reisen extra für die Schafscheid an. Sie bietet ihnen die Gelegenheit, das ganze Dorf vereint an einem Tag wiederzusehen», so Jean-Marie Buchs.

Wie jedes Jahr bereicherten rund 70 Markstände den Anlass. Von einheimischen Leckerbissen bis hin zu gestrickten Wollmützen war alles im Angebot. Abgerundet wurde die Folklore-Stimmung mit musikalischer Unterhaltung in den Restaurants sowie abends im Festzelt auf dem Dorfplatz. Am Bettagsmontag würden in Jaun nicht nur die Schafe von der Alp geholt, sagt Jean-Marie Buchs und fügt mit einem lauten Lachen hinzu: «Es wird auch bis tief in die Nacht gefeiert.»

«Lediglich der Gänsegeier hat mit seinem Rundflug die Schafe etwas nervös gemacht.»

Daniel Buchs

Hirte

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